Kaum ist die Filmcrew rund um „Homeland“-Star Claire Danes aus Berlin verschwunden, gibt es schon den nächsten prominenten Kurzzeitbewohner zu vermelden. Hollywoodstar Brad Pitt dreht seit Freitag „War Machine“ in der Hauptstadt. Medienberichten zufolge produziert er die 60-Millionen-Dollar-Militärsatire mit Hilfe des Streaming-Dienstes Netflix – und dort soll der Film dann 2016 auch zeitgleich zum Kinostart veröffentlicht werden.

Als passionierter Kunstsammler nutzte Pitt die Gelegenheit, auch der lebendigen Berliner Galeristenszene einen Besuch abzustatten: In Mitte schaute er sich unter anderem die aktuellen Arbeiten von Ólafur Elíasson an, bevor er dann in der Rolle des US-Generals und Obama-Feindes Stanley McChrystal vor der Kamera stand.

Über 100 Orte an 138 Tagen

Während Pitt am Freitag seinen ersten Drehtag in Berlin absolvierte, fiel für seine US-Kollegin Claire Danes alias CIA-Agentin Carrie Mathison die letzte Klappe. Seit Anfang Juni hatten sie und das „Homeland“-Team hier an 138 Tagen zwölf neue Folgen der beliebten Geheimdienstserie gedreht.

Im Studio Babelsberg, aber auch an über 100 Originalschauplätzen mitten in der Stadt – unter anderem am Hauptbahnhof, am Flughafen BER (endlich kommt der mal zum Einsatz!), am Roten Rathaus, am Brandenburger Tor, am Hackeschen Markt, am Gendarmenmarkt, am Ku'damm und in der Kreuzberger Adalbertstraße.

Oft habe man „an nur einem Tag an sechs verschiedenen Sets gearbeitet“, sagte Regisseurin Lesli Linka Glatter. „Erstmals haben wir ’Homeland’ dort gedreht, wo auch die Handlung spielt – und Berlin hat so viele verschiedene Gesichter, jedes einzigartig. Ständig haben die Autoren neue tolle Orte entdeckt.“

U55 komplett gesperrt

Der Auftakt zur fünften Staffel – seit Anfang Oktober läuft sie im US-Fernsehen und als legaler Online-Stream mit deutschen Untertiteln bei Anbietern wie iTunes und Amazon Instant Video – war bereits zu sehen, als die finalen Episoden noch gar nicht aufgenommen waren.

Erst vor wenigen Tagen wurde für 24 Stunden der gesamte Verkehr auf der U-Bahn-Linie U55 zwischen Brandenburger Tor und Hauptbahnhof unterbrochen, um einen besonders aufwendigen Dreh zu ermöglichen. „Um die BVG kommt eine Berlin-Filmproduktion nicht herum“, sagte BVG-Sprecherin Petra Reetz.

Meist seien die Filmteams nachts unterwegs, auf nicht genutzten Gleisen oder stillgelegten Bahnhöfen. Diesmal wurde sogar extra ein Bus-Ersatzverkehr eingerichtet – eine Ausnahme, immerhin sei die Linie „nicht so stark frequentiert“ und dank „Homeland“ bald ein „internationaler TV-Star“. Fans dürfen sich nun auf einen Showdown im Untergrund freuen.

Entspannen im Club

In den jüngst ausgestrahlten Folgen war Hauptfigur Carrie gerade auf geheimer Mission in Amsterdam – gedreht wurde freilich im Holländischen Viertel in Potsdam. Unter den 74 deutschen Schauspielern, die in der fünften Staffel auftreten, sind auch Sebastian Koch und Nina Hoss.

Mit ihr verbrachte Claire Danes nach Drehschluss so manchen Abend im Restaurant Borchardt – bevor sie am Wochenende ins Berghain weiterzog. Berlin habe ihre Leidenschaft für Techno geweckt, verriet die Schauspielerin in einer Talkshow. Und machte die Stadt damit bei US-Touristen wieder ein Stück beliebter.