Berlin - #image0

Oft macht man sich ja verdächtig, wenn man mit zu viel Spaß bei der Arbeit ist. Unter diesem Gesichtspunkt ist Regisseur Leander Haußmann schon seit Tagen extrem verdächtig. Bei den Dreharbeiten zu seiner neuen Komödie „Hai-Alarm am Müggelsee“ gestern Mittag im extra für die Filmarbeiten geschlossenen Freibad Friedrichshagen kriegt er sich vor dem Kontrollmonitor gar nicht wieder ein. Haußmann lacht und lacht. Zwischendurch frotzelte er über den Schauspieler Henry Hübchen, der eine Aufnahme abgebrochen hatte, nachdem er sich zu weit vom Text entfernt hatte: „Wenn Herr Hübchen nicht die Szene sabotieren würde, wären wir schon viel weiter.“

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Bei deren Wiederholung lacht Haußmann dann wieder völlig hemmungslos sein leises, die Tonaufnahmen nicht störendes Lachen. Am Ende ist er ganz zufrieden: „Die war doch gut, die könnte man nehmen.“ Das ist das Stichwort für den Schriftsteller Sven Regener, der nicht nur gemeinsam mit Leander Haußmann das Drehbuch geschrieben hat, sondern sich mit ihm auch die Regie teilt: „Wir machen noch eine, denn das Bessere ist der Feind des Guten.“ Bevor der völlig falsche Eindruck aufkommen kann, er sei jetzt hier der Kuscheltyp vom Dienst, raunzt Haußmann später die Schauspieler an: „Spielt euch doch endlich mal frei!“

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Hauptdarsteller Michael Gwisdek wirkt in seiner Bademeister-Erscheinung – weiße Beine, viel zu weite Shorts, zu knappes Poloshirt und Sonnenschirm über den Augen – total lächerlich. Was er natürlich völlig anders sieht: „Bevor ich Schauspieler wurde, wollte ich Bademeister werden. Wegen der Mädels. Jetzt kann ich das endlich ausleben.“ Wie Henry Hübchen und Tom Schilling gehört er zu den Coproduzenten des Films. Ohne diesen Kniff hätte das Budget von knapp zwei Millionen Euro nicht ausgereicht. Die Hauptdarsteller verzichten auf ihr Honorar und hoffen, dass der Film ein finanzieller Erfolg wird, weil es dann doch noch eine Überweisung geben kann. Bei „Alles auf Zucker“, dem Kinohit mit Henry Hübchen, hat das schon mal geklappt.

Die Idee zum Film „Hai-Alarm am Müggelsee“ hatte Sven Regener, der mit Haußmann gemeinsam nicht nur Regie und Drehbuch übernommen hat, sondern wie er auch gleich mehrere Rollen spielt – etwa als Polizist, Integrationsbeamter und Taucher. Und auch die Filmmusik stammt vom Gitarristen und Sänger Sven Regener und dem Mundharmonikaspieler Leander Haußmann. Regener kann das neue Filmgenre, das er mit Hausmann gerade begründet, sehr schön erläutern: „Der Alarmfilm ist der unentdeckte Bruder des Katastrophenfilms. Bei ihm stehen die administrativen Maßnahmen im Mittelpunkt. Deshalb ist das der deutscheste aller Filme.“