BerlinJetzt herrscht im Berliner Zoo wieder der König der Tiere. Jahrelang war dort sein Gebrüll nicht mehr zu hören. Doch nun ist ein kleines Löwen-Trio in das Raubtierhaus eingezogen: die Drillinge Elsa, Hanna und Mateo, die Weihnachten 2019 im Zoo Leipzig zur Welt kamen.

Von der Messestadt nach Berlin – zur Eingewöhnung werden die Mini-Löwen erst einmal im Innenbereich des Raubtierhauses bleiben. Ende November sollen sie dann auch für die Besucher in der Außenanlage zu sehen sein. Und da haben sie viel Platz zum Herumtoben: 1400 Quadratmeter ist die naturnahe Anlage groß, die dazu noch viel Luxus für die jungen Raubkatzen bietet – nämlich beheizte Felsenhöhlen. Die sind jetzt auch nötig, sonst bekämen die Berliner die afrikanischen Raubkatzen, die viel Wärme brauchen, erst gar nicht zu Gesicht.

Wobei die Tierhäuser im Zoo gar nicht wegen Corona geschlossen bleiben. Das Raubtierhaus, das seit 2018 saniert und umgebaut wird, ist offiziell noch gar nicht eröffnet. Dies sollte eigentlich Ende des Jahres geschehen. Doch der Zustand des Gebäudes war schlechter als gedacht, so manche neuen Baustellen wurden während der regulären Arbeiten entdeckt. Dann kam auch noch Corona und die Arbeiten konnten nicht so schnell vorangehen wie geplant. So ist der Eröffnungstermin auf das kommende Frühjahr verschoben worden.

„Wir haben uns für Zoo und Tierpark Großes vorgenommen und in der Vergangenheit manch zeitraubendes Hindernis erfolgreich überwunden, aber dieses Jahr 2020 hat uns auf eine besondere Probe gestellt. Umso mehr freuen wir uns, dass nach langer Zeit wieder Löwen in Berlin zu sehen sein werden“, sagt Zoo-Chef Andreas Knieriem.

Großteil des Raubtierhauses fertig

Der Großteil des Raubtierhauses sei bereits fertig, an einzelnen Außenanlagen wird noch gearbeitet. Die bisherigen Käfigstrukturen wurden bereits aufgelöst. Durch das Zusammenlegen einzelner kleiner Gehege entstanden nun deutlich größere Anlagen.

Trotz der Freude über den Löwen-Neuzugang: Es gibt auch einen Trauerfall im Raubtierhaus. Die elfjährige Sibirische Tigerin Aurora, die mit ihrem 13 Jahre alten Partner Darius im Frühjahr vom Tierpark in Friedrichsfelde in den Zoo in Charlottenburg zog, musste eingeschläfert werden. Aurora war unter anderem die Mutter des einstigen Berliner Tierpark-Stars Alisha, die inzwischen mit dem aus dem Tierpark Eberswalde stammenden Männchen Dragan in einem britischen Zoo lebt.

Tigerin Aurora war schon lange schwer krank. „Zu den traurigen, aber dennoch notwendigen Aufgaben eines Tierarztes gehört es auch, das Leiden von Tieren nicht nur zu erkennen, sondern es ihnen auch zu ersparen“, sagt Knieriem. „Der Allgemeinzustand der Tigerin hat sich in den letzten Tagen und Wochen zunehmend verschlechtert und wir konnten keine positive Prognose geben, sodass wir uns am Ende schweren Herzens zu diesem Schritt entschließen mussten. Freud und Leid liegen leider oft dicht beieinander.“