Die Schule hat wieder begonnen und sieht sich während der Corona-Krise besonderen Herausforderungen gegenüber.
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BerlinEtwa drei Prozent der Lehrkräfte in den Berliner Schulen stehen derzeit nicht für den klassischen Unterricht zur Verfügung. Das seien deutlich weniger als zunächst geschätzt, teilte die Senatsverwaltung für Bildung am Montag unter Berufung auf eine aktuelle Umfrage mit. Dafür hatte die Schulaufsichte die Angaben von den Berliner Schulen abgefragt. Es geht dabei um Lehrkräfte, die vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie nicht in der Schule unterrichten können, weil sie an einer Grunderkrankung leiden und ein ärztliches Attest vorgelegt haben.

Vor dem Beginn des neuen Schuljahres war die Bildungsverwaltung von mindestens sieben Prozent der Lehrkräfte ausgegangen, die nicht für den Unterricht vor der Klasse zur Verfügungen stehen. Zuvor waren noch höhere Zahlen in der Diskussion.

Diese Lehrkräfte seien nicht krankgeschrieben, erklärte die Bildungsverwaltung mit Blick auf das nicht klassisch unterrichtende Personal. Rund zwei Prozent arbeiteten im Homeoffice, gut ein Prozent übernimmt den Angaben zufolge andere Aufgaben in der Schule.

Lehrkräfte, die nicht in der Schule im sogenannten Präsenzunterricht eingesetzt werden, könnten beispielsweise Hörbücher und Lernvideos erstellen, das schulisch angeleitete Lernen zu Hause für Schüler aus Risikogruppen oder das Korrigieren für andere Lehrkräfte übernehmen. Obendrein sei es für sie möglich, Lehrkräfte in Ausbildung zu beraten oder Unterrichtsmaterialien zu erarbeiten.

Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) teilte mit, sie freue sich über die Zahlen. „Einige Lehrkräfte wollten partout weiter als Klassenleitung arbeiten, weil ihnen der direkte Kontakt zu den Kindern so wichtig ist. Grundsätzlich hat natürlich der Gesundheitsschutz oberste Priorität.“

Der Berliner Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW, Tom Erdmann, sagte, er frage sich schon, warum die Zahlen dermaßen gering seien. Ein wichtiger Grund sei das Engagement vieler Lehrkräfte, die das Risiko in Kauf nähmen, lieber vor der Klasse zu unterrichten, als online, weil sie den Eindruck hätten, das funktioniere nicht. Für die drei Prozent, die nicht für den Unterricht infrage kommen, müssse es Ersatz in den Schulen geben, forderte Erdmann.