Berlin - Im größten Bordell Berlins hat ein Kunde in der Nacht zum Freitag eine Waffe gezogen und um sich geschossen. Dabei wurden drei Männer verletzt. Sie wurden in Krankenhäusern behandelt. Lebensgefahr besteht nicht. Ein Verletzter konnte die Klinik am Morgen wieder verlassen. Der Schütze flüchtete.

Das Artemis in der Halenseestraße in Charlottenburg, Freitagmorgen gegen vier Uhr: Vier Männer aus Bulgarien hatten sich über Stunden vergnügt und wollten das Etablissement gegen vier Uhr verlassen. Als sie die Rechnung begleichen sollten, weigerten sich die Kunden zu zahlen. Die Rechnung sei ihnen zu hoch, sagten sie. Daraufhin kam es zum Streit mit drei Sicherheitsleuten des größten Saunaclubs in der Stadt. Einer der Kunden zog eine Pistole und schoss mehrmals. Ein 30 Jahre alter Sicherheitsmann sowie sein 40-jähriger Kollege wurden in den Oberkörper getroffen.

Ein weiterer Mann wurde an der Schulter verletzt. Die Männer wurden von der Feuerwehr in das Martin-Luther-Krankenhaus, ins Virchow-Klinikum sowie in das DRK-Krankenhaus Westend gebracht. Der Schütze und seine drei Komplizen flüchteten. Sie sollen in einem dunklen Audi A8 entkommen sein. Die Polizei hat keine Spur zum Schützen. Zeugen hatten lediglich gesagt, die Männer hätten bulgarisch gesprochen. Die Pistole wurde nicht gefunden.

Mittlerweile geht die Polizei davon aus, dass es sich bei der Pistole um eine Schreckschusswaffe handelt. Es seien keine Hülsen und Projektile gefunden worden, sagte ein Polizeisprecher. Außerdem seien die Wunden durch Hitze und Plastikteilchen entstanden. Das spreche für eine Schreckschusspistole, deren Lauf aufgebohrt und präpariert worden ist, so der Sprecher. Dennoch könnten auch mit solch einer manipulierten Pistole einem Menschen tödliche Verletzungen zugefügt werden, sagte der Polizist. Kriminaltechniker sicherten bis zum Vormittag Spuren in dem viergeschossigen Haus.

Bisher nur wenig Ärger im Bordell

Im Artemis arbeiten derzeit 70 Frauen und 49 Serviceleute. In dem Gebäude befinden sich auf drei Etagen mehrere Saunen, Pools, zwei Kinos sowie 22 Kundenzimmer.

In den vergangenen Jahren gab es in dem Bordell, das 600 Männern und 100 Frauen Platz bietet, nur wenig Ärger, sagten Mitarbeiter am Freitag. Ein Geschäftsmann aus Süddeutschland ließ die ehemalige Lagerhalle umbauen und eröffnete das Bordell vor sieben Jahren. Der Umbau hatte fünf Millionen Euro gekostet.

Zuletzt kam der Saunaclub im August 2009 in die Schlagzeilen. Ein Geschäftsführer des Bordells wurde verdächtigt, auf dem Kurfürstendamm auf ein Mitglied einer arabischen Großfamilie geschossen und ihn in die Wade getroffen zu haben. Das Opfer soll mit einer Frau liiert gewesen sein, die in dem Bordell beschäftigt war.