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Was tun im Verdachtsfall? Bitte das zuständige Gesundheitsamt (www.service.berlin.de) oder den Hausarzt telefonisch benachrichtigen. Ein Anruf bei der Corona-Hotline des Senats (Tel. 9028 2828, von 8-20 Uhr) hat wegen Überlastung meist wenig Erfolg. Lange Wartezeiten gibt es auch bei der KV-Hotline (Tel. 116117).

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+++ 6. April +++

Dritte Woche mit Ausgangsbeschränkungen beginnt - Neue Schutzmasken

Für rund 3,5 Millionen Hauptstädter beginnt die dritte Woche mit strengen Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Krise - und das bei weiter frühlingshaftem Wetter. Am Wochenende kontrollierten hunderte Polizisten, ob sich die Menschen im Grünen an die Auflagen und Abstandsregeln hielten. Der Gesundheitsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses berät am Montag (9.00 Uhr) in einer Sondersitzung über die aktuelle Lage. Dabei beschäftigen sich die Parlamentarier auch mit der Debatte über eine Mundschutz-Pflicht.

Die AfD fordert in einem Parlamentsantrag eine Pflicht in Gebäuden wie Supermärkten. Der Senat hatte zuletzt allerdings deutlich gemacht, dass er einen solchen Schritt wie in Österreich oder der Thüringer Stadt Jena derzeit nicht ins Auge fasst.

Neue Schutzausrüstung soll es für Ärzte, Pflegekräfte und Polizisten geben. Am Wochenende kamen zwei Millionen Atemmasken und 300 000 Schutzkittel aus China an. Sie sollen laut Senat von Montag an in der Hauptstadt verteilt werden, unter anderem an Kliniken, Pflegeheime und die Polizei. In den vergangenen Tagen hatten sich Meldungen über fehlendes Material in Berliner Krankenhäusern und Arztpraxen gehäuft.

Nach Senatsangaben war zuvor eine Lieferung von 200 000 Schutzmasken auf dem Flughafen der thailändischen Hauptstadt Bangkok verschwunden. Der Grund war am Samstag noch unbekannt, der Senat forsche nach, hieß es. Die Masken waren für die Berliner Polizei bestimmt.

Polizeipräsidentin Barbara Slowik sagte dem «Tagesspiegel» (Sonntag), die Konkurrenz um Schutzausstattung auf dem Weltmarkt sei enorm. «Bei zweien der vielen Bestellungen haben wir die Erfahrung gemacht, dass nicht alles ankommt.» (dpa)

Widmann-Mauz zu Kontaktsperre: Keine Ausnahmen für gemeinsame Gebete

Nach der Menschen-Ansammlung vor einer Moschee in Berlin hat die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz, betont, dass es in Zeiten der Corona-Beschränkungen auch für gemeinsame Gebete vor Ort keine Ausnahme geben darf. Dies sagte die CDU-Politikerin der «Welt» (Montag). Gesundheit gehe vor. «Jetzt kommt es auf Jede und Jeden an.» Dem Bericht zufolge will Widmann-Mauz am Dienstag mit muslimischen Verbänden darüber sprechen, was ab dem Ramadan-Beginn am 23. April zu beachten sei, sollten die Kontakt-Beschränkungen dann noch andauern.

Trotz Kontaktverbots hatten sich am Freitag vor einer Berliner Moschee nach Polizeiangaben rund 300 Menschen versammelt. Das Gebet wurde im Einvernehmen mit dem Imam vorzeitig beendet. Die Verantwortlichen der Moschee sicherten der Polizei demnach überdies zu, über die sozialen Medien nochmals darauf hinzuweisen, dass Gebetsrufen nicht durch persönliches Erscheinen gefolgt werden müsse und dass die Rufe bei erneuten Menschenansammlungen sofort beendet werden. (dpa)

1. FC Union Berlin erwartet Spieler und Trainer zurück

Der 1. FC Union Berlin unternimmt nach drei Wochen Individualtraining während der Coronavirus-Pandemie einen ersten kleinen Schritt in Richtung Normalität. Der Fußball-Bundesligist aus Köpenick erwartet am Montagmittag alle Spieler und Trainer im Stadion An der Alten Försterei. Allerdings betonte der Club aufgrund der weiter bestehenden Kontaktbeschränkungen, dass an richtiges Training noch nicht zu denken ist. Am Montag und Dienstag stehen Kontrollen an, wie sich die Profis im sportlichen Homeoffice geschlagen und ihre individuellen Trainingspläne abgearbeitet haben. Im Laufe der Woche soll in kleinen Gruppen und auch mit dem Ball trainiert werden. (dpa)

+++ 5. April +++

3687 Corona-Infizierte in Berlin

In Berlin gibt es derzeit 3687 bestätigte Fälle des neuartigen Coronavirus. Das sind 61 mehr als Vortag, davor waren es 140 neue Fälle. 1883 Personen sind männlich, 1796 weiblich. Bei acht Personen wurde das Geschlecht nicht übermittelt. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 507 Personen, davon werden 126 intensivmedizinisch behandelt. Alle anderen Personen sind häuslich isoliert. 26 an dem neuartigen Coronavirus erkrankte Patienten sind bislang verstorben. Die Verstorbenen  staffeln sich nach Altersgruppen wie folgt: drei der Verstorbenen waren 40 bis 60 Jahre alt, sieben waren 60 bis 80 Jahre alt und 16 waren älter als 80 Jahre. Der Altersmedian der Verstorbenen beträgt 81 Jahre.

Drei weitere Tote in der Potsdamer Klinik

Im Potsdamer Klinikum Ernst von Bergmann sind drei weitere Patienten an dem Coronavirus gestorben. Das teilte die Stadt am Sonntag mit. Die drei Männer im Alter zwischen 71 und 92 Jahren kamen aus dem Potsdamer Umland und aus der Stadt Potsdam selbst, berichtet dpa. Damit starben im Klinikum den Angaben zufolge bislang 13 Menschen an dem neuartigen Virus. Am Samstag hatte die Stadt vier Todesfälle binnen 24 Stunden aus Potsdamer Kliniken mitgeteilt:

Demo vor dem Brandenburger Tor aufgelöst

Die Berliner Polizei hat eine nicht genehmigte Versammlung von Flüchtlings-Aktivisten am Brandenburger Tor aufgelöst. Das teilte sie am Sonntagnachmittag auf Twitter mit. An dem Berliner Wahrzeichen seien rund 100 Menschen zu einer Versammlung unter dem Motto „LeaveNoOneBehind“ zusammengekommen, die dafür nicht die derzeit erforderliche Ausnahmegenehmigung der Gesundheitsverwaltung gehabt hätten, sagte eine Sprecherin. Dabei handelte es sich um eine Veranstaltung der Initiative Seebrücke, die an einem bundesweiten Aktionstag für die Evakuierung der Flüchtlingslager in Griechenland eingesetzt hat. Die Polizeibeamten hätten die Teilnehmer per Lautsprecherdurchsagen und durch persönliches Ansprechen zum Gehen aufgefordert. „Gegen Personen, die sich weigerten zu gehen, wurden Anzeigen geschrieben“, teilte die Polizei auf Twitter mit.

Ehrenamtlicher Helfer des Neuköllner Pflegeheims stirbt

Nach zwei Bewohnern eines Berliner Pflegeheims ist auch ein ehrenamtlicher Helfer nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Das sagte die Geschäftsführerin des Diakoniewerks Simeon, Marion Timm, am Sonntag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Der Mann, der sich im Pflegeheim engagiert hatte, sei über 80 Jahre alt gewesen und habe auch Vorerkrankungen gehabt. Am Sonnabend hatte Timm mitgeteilt, zwei mit dem Virus infizierte Heimbewohner seien gestorben. Für einen davon habe auch ohne Infektion keine Hoffnung mehr bestanden. Insgesamt sind 20 Menschen aus dem Pflegeheim nachweislich infiziert: 16 Bewohner und 4 Mitarbeiter. Von den betroffenen Bewohnern des Hermann-Radtke-Hauses in Britz werden Timm zufolge fünf in Krankenhäusern behandelt, jedoch nicht auf der Intensivstation. Die infizierten Mitarbeiter seien in häuslicher Quarantäne. Am Dienstag und Mittwoch sind Timm zufolge Nachtestungen auf die Infektion für Bewohner und Mitarbeiter geplant.

Polizei ahndet Verstöße gegen die Corona-Verordnung

Die Berliner Polizei hat am Sonnabend und in der Nacht zum Sonntag erneut zahlreiche Verstöße gegen die Verordnung zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus festgestellt. „Es war wieder das ganze Spektrum dabei: Zu geringer Abstand oder auch Menschen, die ohne triftigen Grund draußen unterwegs waren“, sagte eine Polizeisprecherin am Sonntag. Rund 500 Beamte waren demnach am Sonnabend zwischen 8.00 Uhr und 20.00 Uhr im Einsatz, in der Nacht zum Sonntag waren es 110 Polizisten. Sie notierten in 22 Stunden 23 Strafanzeigen und 87 Ordnungswidrigkeiten. 55 Objekte wurden untersucht  und 1981 Menschen im Freien überprüft. Zuvor waren bereits bei einer 24-stündigen Kontrolle von Freitag auf Sonnabend  30 Strafanzeigen und 79 Ordnungswidrigkeiten festgestellt worden. Seit dem 14. März 2020 notierte die Berliner Polizei insgesamt 71 Straftaten und seit dem 23. März 2020 695 Ordnungswidrigkeiten als Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz.

Beratungshotline für Pflegeeinrichtungen startet am Montag

Für Pflegeeinrichtungen in Berlin und Brandenburg hat der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) eine Beratungshotline eingerichtet. Seit Donnerstag beantworten Fachkräfte Beschäftigten der ambulanten und stationären Pflege am Telefon und von Montag an auch per Mail Fragen zum Umgang mit dem Coronavirus, wie das Brandenburger Gesundheitsministerium am Sonntag mitteilte. Es hatte die Hotline angeregt. Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime seien vom Coronavirus besonders gefährdet, erklärte Brandenburgs Sozialministerin Ursula Nonnemacher (Grüne). «Orte, in denen sich vulnerable, also besonders anfällige Menschen aufhalten, die ein hohes Risiko für schwere Krankheitsverläufe haben.»

Mit der neuen Beratungshotline könnten jetzt Fachfragen kompetent beantwortet werden, was die Bürgertelefone des Landes und der Kommunen so nicht leisten könnten, sagte Nonnemacher. Unter anderem würden die Beschäftigten zum Umgang mit dem neuartigen Coronavirus, insbesondere mit Verdachtsfällen, Hygiene- und Schutzmaßnahmen und Isolationsmaßnahmen informiert.

Mitarbeiter in der Pflege leisteten rund um die Uhr eine «ganz wichtige Arbeit» für hilfebedürftige Menschen. Ihre Arbeit sei unersetzlich, erklärte die Ministerin. Sie machten sich große Sorgen und hätten viele Fragen. «Überall mangelt es zurzeit noch an persönlicher Schutzausrüstung.» Die Hotline sei eine wichtige Ergänzung des Informationsangebotes des Landes. (dpa)

Gesundheitssenatorin: Berliner sollen in der Wohnung bleiben

Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) hat an die Berliner appelliert, möglichst selten rauszugehen. «Der Frühling ist da, und das Wetter wird immer besser. Trotzdem bitte ich Sie, bleiben Sie zu Hause und verlassen Sie die Wohnung nur, wenn Sie triftige Gründe haben, einkaufen, zur Arbeit gehen oder zum Arzt gehen», sagte die Senatorin in einem Kurzvideo, das die Senatsverwaltung für Gesundheit am Sonntag getwittert hat. Selbstverständlich sei es möglich, an die frische Luft zu gehen. «Dennoch möchte ich Sie bitten, dass Sie dabei nicht unvorsichtig werden», sagte die Senatorin. Denn die Epidemie habe den Höhepunkt noch lange nicht erreicht. «Wir Berlinerinnen und Berliner halten zusammen, indem wir Abstand zueinander halten.»

Der Senat hat am Donnerstag das seit 23. März geltende sogenannte Kontaktverbot bis zum 19. April verlängert. Zunächst war die Verordnung bis diesen Sonntag befristet. Um Verstöße gegen die Regeln besser ahnden zu können, beschloss der Senat außerdem einen Bußgeldkatalog. So werden zum Beispiel 25 bis 500 Euro fällig, wenn sich Menschen in Gruppen von mehr als zwei Personen zusammenstellen und sich womöglich den Aufforderungen der Polizei widersetzen. (dpa)

Mindestens 48.771 Corona-Tests in Berlin durchgeführt

In Berlin sind bisher mindestens 48.771 Labortests auf das neue Coronavirus durchgeführt worden. Das teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit (Stand: 29. März). Davon seien 2863 (5,9 Prozent) positiv ausgefallen. Unklar blieb jedoch, ab wann die Tests gezählt wurden: «Ab Beginn der genauen Erfassung», hieß es nur.

Allein zwischen 23. und 29. März wurden laut der Behörde mehr als 19 700 Tests gemacht, davon seien 7,4 Prozent positiv gewesen. In der vergangenen Woche seien die Kapazitäten für das Land Berlin mehr als verdoppelt worden, auf 8150 Tests pro Tag. Zehn Labore in Berlin werten den Angaben zufolge die Ergebnisse aus. Es würden daneben auch Tests auch in Laboren anderer Bundesländer durchgeführt.

Der erste nachgewiesene Fall von Sars-CoV-2 in Berlin war am 1. März bekannt geworden. In der Folge wurden mehrere Untersuchungsstellen an Kliniken eingerichtet, auch manche Ärzte nehmen Abstriche. (dpa)

Deutsche Banken bauen wegen Corona-Krise tausende Filialen ab

Durch die Corona-Krise wird sich der Filialabbau bei deutschen Banken einem Zeitungsbericht zufolge beschleunigen. "Corona-bedingt" dürften bis zum Jahr 2025 zusätzlich 3500 Filialen wegfallen, schreibt die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf eine Studie der Beratungsgesellschaft Investors Marketing. Die Anzahl der Kundenanlaufstellen werde damit insgesamt um 10.700 auf rund 16.000 fallen.

"Die Krise zeigt mit Nachdruck, wie anfällig die stationären Geschäftsmodelle sind", sagte der Chef von Investors Marketing, Oliver Mihm, dem Blatt. Institute würden feststellen, dass sie weniger Zweigstellen brauchen, als sie dachten. Laut Mihms Prognose wird die Zahl der Bankfilialen damit um durchschnittlich mehr als acht Prozent pro Jahr sinken.

Bereits in den vergangenen Jahren sind zahlreiche Kundenanlaufstellen geschlossen worden. Zuletzt gab es dem Bericht zufolge noch 26.700 Bankfilialen in Deutschland, im Vergleich zu 34.000 im Jahr 2015 - ein jährlicher Rückgang von knapp sechs Prozent. (AFP)

+++ 4. April +++

Derzeit gibt es 3626 bestätigte Fälle in Berlin 

Die Senatsgesundheitsverwaltung in Berlin teilte am Sonnabendabend mit, dass es mittlerweile in  Berlin  3626 bestätigte Fälle, 140 mehr als am Vortag. Die Kontaktpersonen werden weiterhin im Rahmen der Containmentstrategie ermittelt, kontaktiert und isoliert. 

1848 Personen sind männlich, 1770 weiblich. Bei acht Personen wurde das Geschlecht nicht übermittelt. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 502 Personen. Davon werden 127 intensivmedizinisch behandelt. Alle anderen Personen sind häuslich isoliert.

24 an dem neuartigen Coronavirus erkrankte Patienten sind bislang verstorben. Die Verstorbenen  staffeln sich nach Altersgruppen wie folgt: drei waren 40 bis 60 Jahre alt, sieben verstorbene Patientinnen und Patienten waren 60 bis 80 Jahre alt und 14  waren über 80 Jahre alt. Im Schnitt waren die  Verstorbenen   81 Jahre alt.

Zehn  weitere Tote in Brandenburg

In Brandenburg hat sich die Zahl der am Coronavirus gestorbenen Menschen auf 24 erhöht. Das waren zehn mehr als am Freitag, wie das Gesundheitsministerium am Samstag mitteilte. Allein in Potsdam starben bisher zehn Menschen. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen an dem neuartigen Corona-Virus erhöhte sich laut Ministerium innerhalb von 24 Stunden um 77 auf insgesamt 1388. Aktuell würden 187 Corona-Patienten im Krankenhaus behandelt, davon würden 25 intensivmedizinisch beatmet. Die höchste Zahl an Infektionen mit Sars-CoV-2 ist nach Angaben des Ministeriums mit 245 in der Stadt Potsdam registriert worden, gefolgt vom Landkreis Potsdam-Mittelmark mit 188 bestätigten Fällen. Die wenigsten bestätigten Infizierten meldeten der Landkreis Prignitz mit neun und die Stadt Frankfurt (Oder) mit dreizehn Betroffenen. In Potsdam gab es auch die bislang meisten Toten. Zehn Menschen starben dort bisher an einer Coronavirus-Infektion.

Keine weiteren Infektionen im Neuköllner Pflegeheim

Vorsichtiger Optimismus in einem Berliner Pflegeheim, in dem sich 20 Menschen mit dem neuen Coronavirus infiziert haben: Ausweislich der vorliegenden Tests seien bisher keine weiteren Betroffenen hinzugekommen, sagte die Geschäftsführerin des Diakoniewerks Simeon, Marion Timm, am Sonnabend auf dpa-Anfrage. Es stünden aber noch Testergebnisse aus. Zwei mit dem Virus infizierte Heimbewohner seien gestorben, fügte sie hinzu. Für einen davon habe auch ohne Infektion keine Hoffnung mehr bestanden. Von den 16 infizierten Bewohnern des Hermann-Radtke-Hauses in Berlin-Britz werden Timm zufolge fünf in Krankenhäusern behandelt, jedoch nicht auf der Intensivstation. Die vier infizierten Mitarbeiter seien in häuslicher Quarantäne. „Wir sind guter Hoffnung, dass sich alle Erkrankten wieder erholen werden“, sagte Timm.

30 Strafanzeigen wegen Verstöße gegen die Corona-Verordnung

Die Berliner Polizei verzeichnet weiterhin zahlreiche Verstöße gegen die Verordnung des Senats zur Bekämpfung der Coronavirus-Ausbreitung. Während einer 24-stündigen Kontrolle von Freitagmorgen (6.00 Uhr) bis zum Samstagmorgen notierten die Beamten in der gesamten Stadt 30 Strafanzeigen und 79 Ordnungswidrigkeiten, wie eine Sprecherin mitteilte. „Es war die gesamte Bandbreite dabei.“ Illegal geöffnete Lokale mussten jedoch nicht geschlossen werden, es habe auch keine sogenannten „Coronapartys“ von feiernden Jugendlichen gegeben.

Insgesamt wurden  111 Menschen im Freien und 30 Objekte kontrolliert. Rund 290 Polizisten waren am Freitag bis 18 Uhr im Einsatz, am Abend sowie in der Nacht waren es 150 Beamte. Das sonnige Wetter lockte am Samstag viele Berliner in die zahlreichen Parks der Hauptstadt - jedoch meist mit ausreichend Sicherheitsabstand zueinander. Auch Jogger waren unterwegs. Vor Bäckereien und Baumärkten bildeten sich zum Teil lange Warteschlangen.  Fußgänger trugen vermehrt Mundschutz.  Ein Polizeihubschrauber werde eingesetzt, um Hinweise auf größere Menschenansammlungen zu prüfen. Diese hätten sich jedoch bislang nicht bestätigt. 

Müller: Werden Leben nur schrittweise wieder hochfahren können

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat in der Debatte über Exitstrategien aus der Corona-Krise vor einer zu raschen Rückkehr zum normalen Alltag gewarnt. „Es wird keinen Tag X geben, an dem die Krise überwunden ist, und alles wird wie vorher“, sagte der SPD-Politiker dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. „Wir werden Schritt für Schritt Lockerungen zulassen, vielleicht für bestimmte Gruppen oder Unternehmensbereiche, auch Reisebeschränkungen könnten gelockert werden. Doch so weit sind wir noch nicht.“

Konkrete Überlegungen stellte Müller für Schulen und Kindergarten in der Hauptstadt an. Es gebe verschiedene Ideen: „Zum Beispiel, dass in Schulen zunächst nicht die gesamte Klasse gemeinsam unterrichtet wird, sondern vielleicht die eine Hälfte der Klasse vormittags und die andere nachmittags“, so Müller. „Wir werden noch lange mit Abstands- und Hygieneregeln leben müssen.“

Müller stellte aber auch klar, dass Berlin gemeinsam mit den anderen Ländern und der Bundesregierung entscheiden werde, was ab wann gelockert werden könne. „Die konkrete Umsetzung wird dann sicher länderspezifisch angepasst, so wie wir es zuletzt auch gehandhabt haben.“ (dpa)

Einbruch der Fluggastzahlen in Tegel und Schönefeld

Die Passagierzahlen an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld sind wegen der Corona-Pandemie drastisch eingebrochen. Wie aus dem am Sonnabend veröffentlichten Verkehrsbericht März hervorgeht, betrug der Rückgang bei den Fluggästen auf den ganzen Monat betrachtet 64,7 Prozent. In den letzten Tagen sei die Zahl der Fluggäste weiter deutlich gesunken, da der Flugverkehr weltweit fast komplett zusammengebrochen sei, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Aktuell liege der Rückgang im Vergleich zum Vorjahresmonat daher bei rund 95 Prozent, erklärte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup. In den kommenden Wochen sei nicht mit Besserung zu rechnen.

Coronavirus: Zahl der Todesfälle in Brandenburg steigt auf 18

In Brandenburg hat sich die Zahl der am Coronavirus gestorbenen Menschen auf 18 erhöht. Das waren vier mehr als am Freitag, wie das Gesundheitsministerium am Samstag mitteilte. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen an dem neuartigen Corona-Virus erhöhte sich laut Ministerium innerhalb von 24 Stunden um 141 auf insgesamt 1343. Aktuell würden 179 Corona-Patienten im Krankenhaus behandelt, davon würden 23 intensivmedizinisch beatmet.

Die höchste Zahl an Infektionen mit Sars-CoV-2 ist nach Angaben des Ministeriums mit 216 in der Stadt Potsdam registriert worden, gefolgt vom Landkreis Potsdam-Mittelmark mit 182 bestätigten Fällen. Die wenigsten bestätigten Infizierten meldeten der Landkreis Prignitz mit neun und die Stadt Frankfurt (Oder) mit zwölf Betroffenen.

In Potsdam gab es auch die bislang meisten Toten. Sechs Menschen starben dort bisher an einer Coronavirus-Infektion. Vier Todesfälle wurden im Landkreis Potsdam-Mittelmark registriert, jeweils zwei in den Landkreisen Barnim und Dahme Spreewald. Einen Todesfall gab es jeweils in den Kreisen Uckermark, Oberhavel, Märkisch Oderland und Elbe-Elster (Stand: Samstag 8.00 Uhr, dpa) 

Schutzmasken weg - Berliner Senat bemüht sich um Aufklärung

Der Berliner Senat bemüht sich mit Hochdruck um Aufklärung, was genau mit einer aus Asien stammenden Lieferung von 200 000 Schutzmasken passiert ist, die nie in der Hauptstadt ankam. „Wir sind dabei, die Details zu klären“, sagte der Sprecher der Innenverwaltung, Martin Pallgen, am Samstag. Momentan lägen noch keine Informationen vor, was genau auf dem Flughafen in der thailändischen Hauptstadt Bangkok passiert sei. Innensenator Andreas Geisel (SPD) hatte am Freitag mitgeteilt, die für die Berliner Polizei bestimmten Masken seien in Bangkok auf Betreiben der USA konfisziert worden. (dpa)

Mit Coronavirus infizierter Arzt kam per Flugzeug nach Deutschland

Ein in Potsdam an dem Coronavirus gestorbener Arzt ist per Flugzeug von London nach Deutschland gereist. Der Arzt ist mit mehreren Passagieren an Bord der Maschine gewesen, wie ein Sprecher der Stadt Potsdam am Samstag sagte. Zuvor hatte die Tageszeitung „B.Z.“ darüber berichtet. Die Bundespolizei hatte nach Bekanntwerden des Falls auf Ersuchen des Gesundheitsamtes den Reiseweg des Chirurgen ermittelt.

Der Deutsche hatte in einer Londoner Klinik gearbeitet und dort Symptome des neuartigen Virus gezeigt. Sein Arbeitgeber hatte ihn daraufhin in häusliche Quarantäne geschickt, ihn aber nicht auf Sars-CoV-2 getestet. Aus bislang unbekannten Gründen war er dann nach Deutschland gereist.

In dem Flugzeug, in dem der Arzt saß, hätten sich keine Potsdamer befunden, teilte die Stadt weiter mit. Das Gesundheitsamt trete aber mit allen auf dem Reiseweg nachvollziehbaren Personen aus Potsdam in Kontakt und informiere zudem alle anderen betroffenen Gesundheitsämter.

Nach einem Bericht der „B.Z.“ flog der Mann mit der Fluglinie Ryanair am Mittwoch vor einer Woche von London nach Berlin-Schönefeld. Mit ihm an Bord saßen demnach 41 Passagiere. Diese Zahl konnte der Stadtsprecher nicht bestätigen. Der Sprecher des Flughafens Berlin Brandenburg (FBB), Hannes Hönemann, bestätigte nur, dass es einen Ryanairflug nach Berlin-Schönefeld gab. Ob der mit dem Virus infizierte Arzt an Bord gewesen sei, könne er nicht sagen.

Der Arzt hat sich nach seiner Ankunft in der Landeshauptstadt nach Informationen der Stadt in häuslicher Isolation befunden und ist dort auch gestorben. Das positive Testergebnis des Mediziners liegt seit Mittwoch vor. Er arbeitete in keiner Einrichtung in Potsdam. Er war nach Angaben der Stadt in Bayern gemeldet. In der Region habe er sich wegen Verwandtschaft aufgehalten. (dpa)

Entwicklungsminister Gerd Müller fordert in Corona-Krise „Weltkrisenstab“

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) dringt auf einen globaleren Ansatz bei der Coronavirus-Bekämpfung. Im „Spiegel“ sprach er sich für die Schaffung eines „Weltkrisenstabes“ aus. Diese neue Einrichtung könnte UN-Generalsekretär António Guterres leiten. Jetzt schlage „die Stunde der Vereinten Nationen“, sagte Müller dem Nachrichtenmagazin. Guterres müsse internationale Hilfsorganisationen in enger Abstimmung mit Institutionen wie Weltbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) koordinieren. Die Pandemie sei ein „globaler Weckruf zur Zusammenarbeit“. (dpa)

Staatliche Museen: Zwei Millionen Euro Verlust pro Corona-Monat

Die Staatlichen Museen zu Berlin rechnen mit massiven Einbrüchen bei den Einnahmen durch die Corona-Krise. „Wenn wir von den Vorjahreszahlen ausgehen, hätten die Staatlichen Museen zu Berlin einen Einnahmeverlust von etwa zwei Millionen Euro pro Monat für alle Häuser“, sagt Vize-Generaldirektorin Christina Haak der dpa in Berlin. Konkrete Berechnungen der aktuellen Verluste gibt es noch nicht.

In der Konsequenz drohen Änderungen am bisher geplanten Programm. „Wir prüfen aktuell fortlaufend, wann der Zeitpunkt gekommen ist, dass eine Präsentation zum terminierten Zeitpunkt leider nicht mehr realisierbar ist, wir sie verschieben oder vielleicht ganz absagen müssen.“ Die sei „allerletztes Mittel“, betonte die Museumsmanagerin. Zu den Staatlichen Museen zählen 13 Sammlungen in 19 Häusern. Allein die als Weltkulturerbe ausgewiesene Museumsinsel im Zentrum Berlins besuchten zuletzt jährlich gut drei Millionen Menschen. (dpa)

Fan-Aktion hilft Hertha-Kneipen in Berlin

Hertha-Fans rufen während der Coronavirus-Krise zur Unterstützung der Hertha-Kneipen in Berlin auf. Die „Aktion-Herthakneipe.de“ ruft deshalb an jedem ausgefallenen Spieltag dazu auf, „virtuell“ ein Bier zu trinken und den Betrag zu spenden, wie es auf der Internetseite heißt. Dabei bedeutet virtuell, sich zum eigentlichen Spielbeginn um 15.30 Uhr über eine Videoplattform zu vernetzen. Bei den Gesprächen soll schon getrunken werden und der Betrag an die Kneipe gespendet werden, die an dem jeweiligen Spieltag unterstützt wird. Die Aktion beschränkt sich auf die Hertha-Kneipen, in denen ein Hertha-Stammtisch stattgefunden hat. Zum Auftakt darf sich die Weddinger Gaststätte „Zum Kugelblitz“ über Spenden freuen. (dpa)

US-Konzern 3M: Kein Hinweis auf Umleitung von Masken für Berliner Polizei

Der US-Konzern 3M hat nach eigenen Angaben keine Hinweise darauf, dass für die Berliner Polizei bestimmte Schutzmasken von den USA konfisziert wurden. „3M hat keine Beweise, die darauf hindeuten, dass 3M-Produkte beschlagnahmt worden sind“, hieß es auf dpa-Anfrage am Freitagabend (Ortszeit) in einer Mitteilung des Konzerns. „3M hat keine Unterlagen über eine Bestellung von Atemschutzmasken aus China für die Berliner Polizei.“ Nach einem Bericht von t-online.de dementierte auch das Weiße Haus entsprechende Vorwürfe, die Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) erhoben hatte. Er hatte von einem „Akt moderner Piraterie“ gesprochen.

Nach Informationen des Berliner „Tagesspiegel“ wurden die Masken von der Berliner Polizei beim US-Hersteller 3M bestellt. Die Zeitung berichtete, die bestellten Masken seien in einem 3M-Werk des Unternehmens in China produziert worden. Auf dem Flughafen in Bangkok hätte die Ware umgeladen und per Luftfracht nach Deutschland geflogen werden sollen. Stattdessen sei die Lieferung von Bangkok in die USA gebracht worden. Auch der rbb berichtete unter Berufung auf die Berliner Polizei, die Lieferung sei in die USA „umgeleitet“ worden.

Das Nachrichtenportal t-online.de berichtete, das Weiße Haus habe die Vorwürfe zurückgewiesen. Das Portal meldete unter Berufung auf einen hohen US-Regierungsbeamten, die Vorwürfe seien „komplett falsch“. Anfragen der Deutschen Presse-Agentur an das Weiße Haus blieben unbeantwortet. US-Präsident Donald Trump kündigte am Freitagabend (Ortszeit) in Washington an, seine Regierung wolle den Export knapper medizinischer Schutzausrüstung wegen der Ausbreitung des Coronavirus verbieten. Verhindert werden solle etwa der Export von Atemschutzmasken des Typs N95, von Operationshandschuhen und anderen Produkten. 

Altmaier: Jeder Arbeitnehmer soll in Corona-Krise Atemschutzmaske erhalten

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat in der Corona-Krise Atemschutzmasken für alle Arbeitnehmer gefordert. „Jeder Arbeitnehmer sollte, wenn er das möchte, die Chance haben, eine solche Maske zu tragen“, sagte Altmaier der Internetsendung „Bild Live“ am Freitag. Deutschland müsse sich darauf einstellen, „dass wir sehr viel mehr Masken brauchen werden - nämlich nicht nur die medizinischen Masken für die Ärzte, für das Pflegepersonal in den Krankenhäusern, in den Altenheimen, in den Pflegeheimen, sondern eben auch im Alltag, in den Betrieben, in den Werkstätten.“

Altmaier sagte zur Begründung: „In Südkorea hat man sehr früh auf das Tragen von Masken gesetzt. Und es hat offenbar funktioniert.“ Wenn man das Beispiel Südkorea auf Deutschland umlege, „dann würden wir etwa für zwei Monate anderthalb Milliarden Masken benötigen“. Das sei zwar „sehr, sehr viel“, doch „ein Land wie Deutschland kann das stemmen“. „Das können wir uns vornehmen“, sagte Altmaier. Der Wirtschaftsminister rechnet nach eigenen Angaben auch nicht mit einem baldigen Ende der Einschränkungen. „Vorsichtsmaßnahmen werden wir mindestens so lange brauchen, bis Impfstoff da ist.“ (AFP)

Corona-Fälle in Berliner Pflegeheim - 16 Bewohner betroffen

16 Menschen in einem Pflegeheim in Berlin-Neukölln sind nachweislich mit dem neuen Coronavirus infiziert. Das teilte das Diakoniewerk Simeon als Träger des Hermann-Radtke-Hauses in Britz am Freitag mit. Vier Mitarbeiter seien trotz Schutzmaßnahmen ebenfalls positiv getestet worden und befänden sich in Quarantäne. Die Bewohner würden weiter im Heim versorgt, dabei werde Schutzausrüstung eingesetzt. Zwischenzeitlich seien Bewohner im Krankenhaus gewesen, sagte Geschäftsführerin Marion Timm auf Anfrage.

Alle Bewohner des Heims seien getestet worden und sollen in zwei Wochen erneut getestet werden, hieß es. Wie alt die Betroffenen sind und wie viele Menschen insgesamt im Heim leben, konnte Timm nicht sagen. Vermutet werde, dass sich die Menschen bereits vor einigen Wochen beim gemeinsamen Kegeln angesteckt hätten - noch vor dem Kontaktverbot. Kenntnis vom positiven Testergebnis eines Teilnehmers habe man zehn Tage später erhalten. „Umgehend“ seien weitere Maßnahmen eingeleitet worden, so das Diakoniewerk Simeon.

Der Fall sei dem Gesundheitsamt Neukölln und der Heimaufsicht bekannt, teilte ein Sprecher der Gesundheitsverwaltung auf Anfrage mit. „Es wurden alle notwendigen Maßnahmen zum Schutz der Bewohnerinnen und Bewohner, der Pflegekräfte und des weiteren Personals eingeleitet.“ Auch Tests von Pflegekräften und weiterem Personal seien veranlasst worden. Die Menschen hätten sich angesteckt, „bevor die Berliner Eindämmungsmaßnahmenverordnung am 17.03.2020 mit weitreichenden Einschränkungen zum Besuchsrecht von Angehörigen und Ehrenamtlichen beschlossen wurde“, so der Sprecher. (dpa)

Tausende ältere Beschäftigte in wichtigen Branchen

Die Linke fordert angesichts der Corona-Krise bessere Bedingungen für Beschäftigte in systemrelevanten Branchen, in denen Tausende selbst zur Risikogruppe älterer Menschen gehören. So waren im Gesundheits- und Sozialwesen zuletzt bundesweit knapp 385.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte 60 Jahre und älter. Das ergab eine von der Linke-Arbeitsmarktexpertin Sabine Zimmermann angeforderte Sonderauswertung der Bundesagentur für Arbeit. Laut den jüngsten Daten für 2018 entsprach dies einem Anteil von acht Prozent.

„Alle reden davon, wie wir uns vor Corona schützen können“, sagte Zimmermann der Deutschen Presse-Agentur. „Insbesondere müssen die, die jetzt das System am Laufen halten, aber deutlich besser geschützt werden.“ Gerade im Hinblick auf die älteren Beschäftigten sei dies dringend nötig. „Es ist ein unhaltbarer Zustand, dass es zu wenig Atemmasken und Schutzausrüstung gibt.“

Die Bundesregierung müsse die Ausstattung sichern - durch Einkauf und als letzte Möglichkeit durch Beschlagnahmung bei denen, die mit Wucherpreisen Geschäfte machten. Im Einzelhandel, zu dem Supermärkte gehören, waren laut den Daten für 2018 rund 158 000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte 60 Jahre und älter (6,6 Prozent in diesem Bereich). Bei Heimen, zu denen Pflege- und Altenheime gehören, waren es 101 000 Beschäftigte (9,7 Prozent). Bei älteren Menschen gibt es laut Robert Koch-Institut (RKI) ein erhöhtes Risiko für schwerere Krankheitsverläufe. (dpa)

+++ 3. April +++

USA fangen Schutzmasken für Berlin ab - Geisel: „Piraterie“

Berlin muss in der Corona-Krise auf eine dringend benötigte Lieferung von 200.000 medizinischen Schutzmasken verzichten. Grund: Die USA haben die Ware in Bangkok konfisziert, wie Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) am Freitag mitteilte. Die Masken der Klasse FFP-2, die vor Ansteckung mit dem Coronavirus schützen können, waren nach seinen Angaben für die Berliner Polizei bestimmt. Berlin habe sie bei einem US-Unternehmen bestellt und bezahlt. Nach Recherchen des „Tagesspiegel“ wurden sie in China hergestellt, offizielle Angaben dazu lagen nicht vor.

Geisel kritisierte das Vorgehen der USA scharf. „Wir betrachten das als Akt moderner Piraterie“, erklärte er. „So geht man mit transatlantischen Partnern nicht um. Auch in globalen Krisenzeiten sollten keine Wildwest-Methoden herrschen.“ Die Bundesregierung müsse bei den USA auf die Einhaltung internationaler Regeln dringen. Berlin steht mit dem Maskenverlust nicht allein da. Jüngst hatten etwa französische Politiker den USA vorgeworfen, für Frankreich bestimmte Lieferungen von Schutzmasken in China aufzukaufen. Zudem hat die US-Administration den amerikanischen Mischkonzern 3M per Gesetz verpflichtet, möglichst viele Atemschutzmasken vom Typ N95, wie sie in Krankenhäusern eingesetzt werden, an die USA zu liefern. Der Konzern produziert auch in China. (dpa)

Berlin muss auf eine dringend benötigte Lieferung von 200.000 medizinischen Schutzmasken verzichten (Symbolbild).
Foto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Coronavirus: Derzeit 3486 bestätigte Fälle in Berlin

In Berlin gibt es derzeit 3486 bestätigte Fälle des neuartigen Coronavirus. Das teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit am Freitagabend mit.

1795 Personen sind männlich, 1681 weiblich. Bei zehn Personen wurde das Geschlecht nicht übermittelt. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 473 Personen, davon werden 124 intensivmedizinisch behandelt. Alle anderen Personen sind häuslich isoliert. 22 an dem neuartigen Coronavirus erkrankte Patient*innen sind bislang verstorben. Das durchschnittliche Alter der Verstorbenen beträgt 81,5 Jahre. (BLZ)

Häufung von Corona-Fällen im Potsdamer Klinikum - Neunter Todesfall

Nach einer Häufung von Corona-Fällen im Potsdamer Ernst von Bergmann-Klinikum ist in der Nacht zum Freitag erneut ein Patient gestorben. Es handelt sich um einen 76-jährigen Mann, wie das Klinikum am Freitag mitteilte. Es ist der neunte Tote in dem Krankenhaus, der mit dem Virus infiziert war. Laut Klinikum werden derzeit 79 Covid-19-Patienten in dem Haus versorgt, davon 14 auf der Intensivstation. Derzeit wird das Klinikum nicht vom Rettungsdienst angefahren, ausgenommen sind Geburten sowie lebensbedrohliche Maßnahmen. Andere Notfälle werden in umliegende Krankenhäuser gebracht. (dpa)

Charité will ganzes Personal auf Coronavirus testen

Berlins Universitätsklinik Charité will in Kürze anfangen, alle Mitarbeiter auf das neue Coronavirus zu untersuchen. Es gehe darum, möglicherweise unerkannte Infektionen zu erkennen, sagte Vorstand Ulrich Frei am Freitag in Berlin. Die berichteten hohen Infektionszahlen bei Klinikpersonal in Ländern wie Spanien seien „ein Punkt, der mir Sorgen macht“. Ob - und wenn ja wie viele - Mitarbeiter der Charité sich bisher angesteckt haben, wollte Frei nicht sagen. Bundesweit sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstag 2300 Infektionen bei medizinischen Mitarbeitern in Krankenhäusern und Arztpraxen nachgewiesen. (dpa)

Berliner Innensenator geht von Einschränkungen bis mindestens Jahresende aus

Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) geht davon aus, dass die Abstandsregelungen und einige weitere Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie das ganze Jahr lang gelten könnten. «Das geht nicht endlos. Aber es wäre jetzt nicht seriös zu sagen, am 19. April ist alles zu Ende», sagte Geisel am Freitag im rbb-Inforadio. «Wir werden uns darauf einstellen müssen, dass wir zwar diesen Lockdown im Laufe des April, Mai dann sicherlich lockern müssen. (...) Aber die Beschränkungen, Abstandsregelungen, die Veränderung unserer Lebensgewohnheiten - ich fürchte, das wird uns das ganze Jahr über begleiten.»

Es gehe darum «die Infektionsgeschwindigkeit so zu verringern, dass wir das Gesundheitssystem nicht überlasten und Zustände wie in Spanien oder Italien verhindern». Das sei bisher noch nicht ausreichend der Fall. Trotz des erwarteten guten Wetters ab Sonntag sei daher weiter hin die Ansage: «Der Grundsatz heißt leider nach wie vor: Bleibt zu Hause.» (dpa)

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Google: Fast zwei Drittel weniger Menschen in Berliner Parks 

Nach Google-Daten sind in Berlin zurzeit 63 Prozent weniger Menschen in Parks unterwegs als noch vor der Corona-Krise. In Lebensmittelläden und Apotheken gingen zuletzt weniger als halb so viele Berliner (minus 55 Prozent) wie noch zu Beginn des Jahres, wie aus einer Auswertung anonymisierter Bewegungsdaten des Internetkonzerns hervorgeht. Es sind die ersten öffentlichen Zahlen zu Auswirkungen bisheriger Vorkehrungen wie Heimarbeit und Kontaktsperren.

 Den Zahlen zufolge sind die Berliner den Parks viel stärker ferngeblieben als etwa die Menschen in Hamburg (minus 34 Prozent). Die Nutzung von Bussen und Bahnen sei in Berlin seit Beginn der Corona-Krise um 70 Prozent gesunken. Am meisten leiden Einkaufszentren, Restaurants, Cafés, Museen und Kinos an den Maßnahmen. Laut Google hatten sie am vergangenen Sonntag im Durchschnitt 83 Prozent weniger Gäste als noch Mitte Februar. Viele dieser Einrichtungen sind zurzeit geschlossen. (dpa)

Scheeres bekräftigt: Abiturprüfungen finden statt

Trotz Schulschließung wegen der Ausbreitung des Coronavirus sollen die Abiturprüfungen in Berlin wie geplant stattfinden. Das bekräftigte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) in einem am Freitag veröffentlichten Rundschreiben an alle Schulleiter. Das gelte auch für Prüfungen zum Mittleren Schulabschluss (MSA/eBBR), an beruflichen Schulen und Oberstufenzentren. Für die Prüfungen, die ab 20. April starten, sind Scheeres zufolge besondere Maßnahmen des Infektionsschutzes geplant. So müssen die Prüfungsräume so eingerichtet werden, dass die Abstandsregeln eingehalten werden und sich in der Regel nicht mehr als acht Personen gleichzeitig in einem normalen Klassenraum aufhalten. (dpa)

Charité baut für Covid-19-Patienten Büros in Krankenzimmer um

Die Charité in Berlin hat wegen der Coronavirus-Pandemie Verwaltungsmitarbeiter ins Homeoffice geschickt und aus Büros Krankenzimmer gemacht. Nach und nach entstehen in dem Gebäude 135 Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeiten. Weitere 65 Betten könnten auf dem Gelände des Benjamin-Franklin-Klinikums in Steglitz entstehen, sagte Vorstand Ulrich Frei. Insgesamt versorgt die Charité demnach derzeit 45 Infizierte, die auf der Intensivstation beatmet werden müssen. Knapp 80 der mehr als 430 Intensivbetten seien aktuell frei. Die Zahl der Covid-19-Fälle, die im Krankenhaus behandelt werden müssen, steigt momentan jedoch von Tag zu Tag. (dpa)

Spargelbauern: Erntehelfer können nun kommen

Für die Brandenburger Spargelbauern ist Entspannung beim Problem der aufgrund der Corona-Krise fehlenden Erntehelfer aus Osteuropa in Sicht. «Es ist ein Lichtblick», sagte Jürgen Jakobs, Vorsitzender des Beelitzer Spargelvereins, am Freitag auf Anfrage. Trotz genereller Einreisesperren dürfen begrenzte Kontingente von Saisonarbeitern kommen. Im April und Mai sollen bundesweit je 40 000 Menschen anreisen. Damit sei eine gute Entscheidung vom Bund getroffen worden, meinte Jakobs. «Aufgrund der strengen Regularien für diese Aktion muss aber abgewartet werden, wieviele Helfer am Ende da sind», sagte er.

Im Beelitzer Spargelanbaugebiet fehlt bislang etwa die Hälfte der gebuchten von knapp 2300 Spargelstecher - meist aus Rumänien. Aufgrund von Einreisebeschränkungen reisten sie nicht an. (dpa)

GEW kritisiert Abiturprüfungen trotz Corona

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Brandenburg appelliert an das Bildungsministerium, die Schulen für die Abiturprüfungen mit Desinfektions- und Hygienemitteln auszustatten. «Die Schulen sind nicht in der Lage, diese notwendigen Schutzmittel selbst zu beschaffen und es ist auch nicht ihre Aufgabe», heißt es in einer Mitteilung vom Freitag. Aus einem Schreiben des Bildungsministeriums an die Schulträger vom Donnerstag geht hervor, dass die Schulen selbstständig Hygieneartikel und soweit möglich Desinfektionsmittel zur Verfügung stellen müssen.

Bildungsministerin Britta Ernst hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass die Abiturprüfungen wie geplant am 20. April starten sollen - allerdings mit strengen Hygiene- und Abstandsregeln.

GEW-Chef Günther Fuchs weist zudem darauf hin, dass aktuell vorrangig Krankenhäuser, Arztpraxen und Pflegeheime mit den notwendigen Schutzmitteln versorgt werden müssten. «Es macht wenig Sinn, dass die Schulen sich auch noch um die zu wenigen Mittel streiten.» Außerdem fordert er, bei den Abiturprüfungen besondere Maßnahmen für Risikogruppen zu treffen. Gesundheit von Schülern und Lehrern müsse «absolute Priorität haben». Die GEW weist weiter darauf hin, dass sich «alle Beteiligten in einer angespannten Situation befinden» und nicht absehbar sei, wie sich die Lage in den kommenden Wochen entwickle. (dpa)

Hilfsprojekt für Schüler aus bildungsfernen Familien

In Berlin sollen Schüler aus bildungsfernen Familien stärker unterstützt werden, damit sie in der Zeit der Schulschließungen wegen des Coronavirus nicht den Anschluss verlieren. Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) sowie die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung starteten dazu am Freitag das Projekt «LernBrücken».

Fachleute diverser Jugendhilfeeinrichtungen kümmern sich dabei um Schüler, denen in der Familie niemand beim häuslichen Lernen hilft oder die zu Hause keinen Computer, keine Internetverbindung oder kein Festnetz haben. Sie sollen gezielt kontaktiert und mit Lernhilfen versorgt werden. Regelmäßig sollen sie zudem Feedback bekommen, um sie zu motivieren und psychisch zu stärken, wie es hieß. Das ganze geschieht in Kooperation mit der jeweiligen Schule.

«Eine Gruppe von Kinder und Jugendlichen darf während der Schulschließungen keinesfalls vergessen werden: Das sind jene Schülerinnen und Schüler, die in Risikolagen aufwachsen», erklärte Scheeres. «Sie brauchen gerade jetzt besondere Aufmerksamkeit.» Konkret geht es zum Beispiel um Kinder aus Familien mit wenig Geld oder mit ausländischen Wurzeln. (dpa)

3223 Fälle von Corona-Infizierten in Berlin - Anstieg weiter gebremst

In Berlin sind bislang 20 Menschen mit einer bestätigten Coronavirus-Infektion gestorben. Die Zahl der positiv auf Sars-CoV-2 Getesteten stieg bis Donnerstag (Stand: 16.15 Uhr) um 230 auf 3223 Fälle, wie die Gesundheitsverwaltung des Senats mitteilte. Davon gelten fast die Hälfte, 1564 Menschen, mittlerweile wieder als genesen.

Von den 20 Toten waren 12 Patienten über 80 Jahre alt. 5 weitere Patienten waren älter als 60, die anderen 3 zwischen 40 und 60 Jahre alt. Im Krankenhaus behandelt wurden laut Statistik am Donnerstag 458 an Covid-19 erkrankte Patienten, etwas weniger als am Vortag (- 4 Prozent). Dagegen stieg die Zahl der Patienten auf der Intensivstation auf 116 (+ 12 Prozent).

Damit setzte sich der Trend des abgeschwächten Anstiegs fort. Die Zahl der Infizierten stieg um acht Prozent. Das entsprach in etwa den Zuwachswerten der vergangenen Tage und war deutlich niedriger als in der Woche zuvor. In etwas mehr als acht Tagen verdoppelte sich diese Zahl auf den aktuellen Stand von 3223 (25. März: 1645). Dieser Zeitraum wird langsam immer größer, was das erklärte Ziel der Wissenschaftler und Politiker ist.

Ähnliches gilt für die sehr schwer erkrankten Menschen in den Intensivstationen. Auch hier sieht man bei der Zunahme eine Fortsetzung der nicht mehr so schnellen Entwicklung, obwohl die Schwankungsbreite groß ist. (dpa)

Ministerin Ernst zieht positive Bilanz zum «Fernunterricht»

Rund zwei Wochen nach Schließung der Schulen in Brandenburg hat Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) eine erste positive Bilanz zum sogenannten Fernunterricht gezogen. «Insgesamt läuft es gut», sagte Ernst auf Anfrage. Die Schulleitungen, Lehrer, Eltern und Schüler bewiesen in der Krise Kreativität und Organisationstalent. Die meisten Schulen hätten neben Lernmanagementsystemen, wie etwa der Schul-Cloud, eigene Lösungen für den digitalen Unterricht der Schüler eingerichtet. Das kontaktlose Lernangebot werde von den meisten Familien und Schülern freiwillig angenommen. Allerdings fehle in vielen Schulen noch digitale Ausstattung. (dpa)

+++ 2. April +++

Coronavirus: Derzeit 3223 bestätigte Fälle in Berlin - 20 Tote

In Berlin gibt es derzeit 3223 bestätigte Fälle des neuartigen Coronavirus. Das teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit am Abend mit. 1675 Personen sind männlich, 1539 weiblich. Bei neun Personen wurde das Geschlecht nicht übermittelt. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 458 Personen, davon werden 116 intensivmedizinisch behandelt. Alle anderen Personen sind häuslich isoliert. 20 an dem neuartigen Coronavirus erkrankte Patient*innen sind bislang verstorben. Das durchschnittliche Alter der Verstorbenen beträgt 81 Jahre. (BLZ)

Bis 500 Euro Bußgeld für Gruppenbildung in Berlin

Wer in Berlin gegen die Ausgangsbeschränkungen wegen der Ausbreitung des Coronavirus verstößt, muss nach dem neuen Bußgeldkatalog bis zu 500 Euro zahlen. Das teilte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Donnerstagabend nach dem Beschluss im Senat mit. Demnach werden 25 bis 500 Euro Bußgeld fällig, wenn sich Menschen in Gruppen von mehr als zwei Personen zusammenstellen und sich womöglich den Aufforderungen der Polizei widersetzen. „Wer seine Wohnung ohne triftigen Grund verlässt, muss zwischen 10 und 100 Euro an Bußgeld bezahlen“, erläuterte Müller. Veranstalter größerer Zusammenkünfte müssen sogar bis zu 2500 Euro zahlen. Gewerbetreibenden, die trotz Verbots Bars, Gaststätten, Hotels oder Friseurläden öffnen, droht bis zu 10.000 Euro Bußgeld. 

Laut einer Verordnung zu sogenannten Kontaktsperren, die der Senat nun bis 19. April verlängerte, müssen sich alle Berliner „ständig in ihrer Wohnung oder gewöhnlichen Unterkunft“ aufhalten, um Kontakte zu beschränken und so eine Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen. Es gibt aber etliche Ausnahmen, die Arztbesuche, den Einkauf, das Gassi-Gehen mit dem Hund oder Sport und Spaziergänge an der frischen Luft ermöglichen sollen. Dazu muss aber ein Mindestabstand von 1,5 Metern sichergestellt sein, Ansammlungen von mehr als zwei Personen im Freien sind verboten. Bei Familien darf die Gruppe größer sein. (dpa)

Berliner Senat verlängert Kontaktverbot bis 19. April 

Die Menschen in Berlin müssen wegen der Ausbreitung des Coronavirus auch in den kommenden zwei Wochen mit deutlichen Einschränkungen ihrer Bewegungsfreiheit leben. Der Senat verlängerte das seit 23. März geltende sogenannte Kontaktverbot am Donnerstag wie angekündigt bis zum 19. April, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr. Zunächst war die Verordnung bis zu diesem Sonntag befristet. 

Um Verstöße gegen die Regeln besser ahnden zu können, beschloss der Senat zudem einen Bußgeldkatalog. Zwar waren Bußgelder etwa nach dem Infektionsschutzgesetz auch jetzt schon möglich, nunmehr wurden Details aber präziser gefasst. Laut Verordnung müssen sich alle Berliner „ständig in ihrer Wohnung oder gewöhnlichen Unterkunft“ aufhalten, um Kontakte zu beschränken und so eine Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen. Es gibt aber etliche Ausnahmen. 

Nunmehr soll auch explizit erlaubt sein, sich im kleinen Kreis - also maximal zwei Personen oder Familien - auf einer Bank oder Wiese für eine Erholungspause niederzulassen. Zu anderen Menschen muss dann ein Mindestabstand von fünf Metern herrschen. Eine zentrale Ergänzung der Verordnung ist ein Grillverbot. Ebenfalls neu: Wer mit dem Flugzeug aus dem Ausland zurück nach Berlin kommt, muss zwei Wochen in häusliche Quarantäne. (dpa)

Coronavirus: Elf Todesfälle in Brandenburg

Die Zahl der Menschen, die nach einer Coronavirus-Infektion gestorben sind, ist in Brandenburg auf elf gestiegen. Durch eine Mitteilung der Stadt Potsdam am Donnerstagabend erhöhte sich die zuvor vom Gesundheitsministerium veröffentlichte Angabe von bislang zehn Toten. In Potsdam wurden demnach vier Todesfälle im zusammenhang mit Covid-19-Erkrankungen registriert, im Landkreis Potsdam Mittelmark drei. Jeweils ein Toter wurde aus dem Landkreis Oberhavel, dem Kreis Elbe-Elster und dem Landkreis Dahme-Spreewald gemeldet. Auch im Landkreis Uckermark wurde ein Todesfall registriert.

Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen erhöhte sich laut Ministerium innerhalb von 24 Stunden um 86 auf insgesamt 1124 (Stand: 16.00 Uhr). 91 Menschen werden demnach im Krankenhaus behandelt, davon werden 19 intensivmedizinisch betreut. Die höchste Zahl an Infektionen mit Sars-CoV-2 ist nach Angaben des Ministeriums in der Stadt Potsdam registriert worden. Dort wurden nach Angaben des Ministeriums 149 Menschen positiv auf den Erreger getestet. Der Landkreis Potsdam Mittelmark verzeichnete 137 Fälle, gefolgt vom Landkreis Oberhavel mit 115 nachweislich Infizierten. Die geringste Zahl an Fällen meldete der Landkreis Prignitz mit 9 Fällen. (dpa)

Deutsche Bank spendet 100.000 Schutzmasken an Berlin

Die Deutsche Bank spendet dem Land Berlin 100.000 Operations-Masken für die medizinische Versorgung in der Corona-Krise. „Mit der Spende der OP-Masken aus unseren Beständen wollen wir die gemeinsamen Anstrengungen unbürokratisch unterstützen“, teilte Harald Eisenach, Sprecher der Geschäftsleitung für die Region Ost, am Donnerstag mit. Schon wenige Tage zuvor hatte die Bank rund 375 000 solcher Masken der Stadt Frankfurt zur Verfügung gestellt. Das Land Berlin werde die Ausrüstung nun an Kliniken, Pflege- und Sozialeinrichtungen sowie Behörden zuteilen. Die Masken stammen demnach aus den Beständen, den die Deutsche Bank im Rahmen der Sars-Epidemie angeschafft hatte. Schutzmasken gelten nicht nur in Berlin als Mangelware, obwohl Experten davon ausgehen, dass sie in der Öffentlichkeit zwar einen Fremd- aber keinen Eigenschutz vor dem Virus Sars-CoV-2 bieten. Für den medizinischen Einsatz sind sie aber wichtig. Wie groß der Bedarf genau ist, ist nicht bekannt. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) prognostizierte am Donnerstag für den Kampf gegen das Coronavirus in Deutschland auf lange Sicht einen Bedarf von Milliarden Masken. (dpa)

Abiturprüfungen in Brandenburg mit strengen Hygieneregeln 

Die Abiturprüfungen in Brandenburg starten wie geplant am 20. April - allerdings mit strengen Hygiene- und Abstandsregeln. Falls der normale Schulbetrieb bis dahin nicht wieder aufgenommen sei, würden die Schüler gestaffelt in die Prüfungsgebäude gelassen, teilte das Bildungsministerium am Donnerstag mit. So soll eine Gruppenbildung vermieden werden. Während der Prüfungen muss demnach ein Mindestabstand eingehalten werden, außerdem sollen Lehrer bei der kontaktlosen Übergabe und Sichtung der Prüfungsunterlagen Handschuhe tragen. Jede fünfte Schule in Brandenburg hätte sich entschieden, statt der regulären Prüfungstermine die feststehenden Nachschreibetermine ab dem 13. Mai zu nutzen, hieß es weiter. An den schriftlichen Prüfungen halte man fest, damit die Schüler ein „gleichwertiges Abitur haben“, sagte Bildungsministerin Britta Ernst laut Mitteilung. Die Prüfungen machen demnach ein Drittel der Abiturleistung aus. (dpa)

Polizei erhält Desinfektionsmittel, Handschuhe und Schutzanzüge

Die Berliner Polizei erhält in Kürze größere Mengen Desinfektionsmittel und Schutzkleidung. Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) twitterte am Donnerstag ein Foto, auf dem zahlreiche Kartons zu sehen sind mit der Aufschrift „Spende PSA und Desinfektion“. Dazu hieß es: „Liebe @polizeiberlin, danke, dass Ihr gut auf uns aufpasst! Damit Ihr Euch in #Corona-Zeiten schützen könnt, schicken wir morgen Desinfektionsmittel, Einmalhandschuhe & Schutzanzüge an Euch.“ Alles sei schon vorbereitet. (dpa)

Coronavirus: Potsdamer Bergmann-Klinikum erwartet RKI-Experten

Die Stadt Potsdam hofft auf die schnellstmögliche und vollständige Wiederaufnahme des normalen Betriebs am Klinikum Ernst von Bergmann nach einer Häufung von Coronavirus-Infektionen. Am Freitag werde ein Team vom Robert Koch-Institut (RKI) erwartet, sagte ein Sprecher der Stadt am Donnerstag. Dann würden Abläufe überprüft, unter anderem wie infizierte und nichtinfizierte Patienten voneinander getrennt werden. Das Haus ist derzeit nicht geschlossen, nimmt aber nur noch unabweisbare Notfälle auf. Aktuell werden im Klinikum 65 positiv auf Sars-CoV-2 getestete Personen versorgt. 14 Covid-19-Patienten sind nach den Angaben auf der Intensivstation untergebracht, 11 davon werden beatmet. Bislang 6 Patienten gesund nach Hause entlassen werden, zwei weitere sollen noch am Donnerstag dazu kommen. (dpa)

Weitere Hilfen für Berliner Studierende in Not in Sicht

Die Mittel des Studierendenwerkes für Berliner Studenten in akuter finanzieller Not sollen weiter aufgestockt werden. Der Verwaltungsrat müsse der Umwidmung von weiteren rund 450.000 Euro, die eigentlich für andere Zwecke vorgesehen waren, noch zustimmen, sagte die Sprecherin des Studierendenwerkes, Jana Judisch, am Donnerstag. Anfang der Woche waren 120.000 Euro aus einem Notfonds bereitgestellt worden, aus dem Studenten eine einmalige Hilfe von 500 Euro erhalten konnten. Allein in einer Nacht seien 350 Anträge per Mail eingegangen, berichtete Judisch. Das Geld habe jedoch nur für 240 Anträge gereicht. Insgesamt lägen jetzt 1100 Anträge vor. Damit sei absehbar, dass auch das neue Geld rasch verbraucht sein werde. „Dann brauchen wir Unterstützung von anderer Seite“, sagte Judisch. Aufgrund der Corona-Krise hätten viele Studenten ihre Nebenjobs verloren, sagte Judisch. Die Studenten müssten nachweisen, dass sie in einer akuten Notlage seien, aber die Voraussetzungen für einen weiteren erfolgreichen Studienverlauf mitbringen. Rund 71 Prozent der Berliner Studierenden arbeiten laut Judisch nebenbei, um sich das Studium zu finanzieren. (dpa)

Gesundheitssenatorin Kalayci: Auf Intensivstationen in Berlin noch 50 Prozent Leerstand

In Berliner Krankenhäusern gibt es noch genügend freie Intensivbetten. Die Kapazitäten sind noch nicht erschöpft. Die Intensivstationen seien erst zu 50 Prozent ausgelastet. Das sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci am Donnerstag im Abgeordnetenhaus. Bis Ende April solle die Zahl der Intensivbetten in der Hauptstadt auf 2200 aufgestockt werden, gestartet sei man vor der Corona-Krise mit 1045. (BLZ)

Geisel gegen Sperrung von Parks und Plätzen wegen Coronavirus 

Innensenator Andreas Geisel lehnt die Forderung der Gewerkschaft der Polizei (GdP) ab, Parks und größere Plätze in der Stadt zu schließen, um Menschenansammlungen gerade bei schönem Wetter zu verhindern. «Natürlich ist das schöne Wetter, dass uns bevorsteht, eine Herausforderung», sagte der SPD-Politiker am Donnerstag im Abgeordnetenhaus. Aber zuletzt hätten sich die allermeisten Berliner verantwortungsbewusst verhalten. «Deshalb bin ich jedenfalls der Auffassung, dass wir die Verordnungen nicht ständig verschärfen können, solange die Akzeptanz in der Bevölkerung so hoch ist.» Gleichwohl werde der Senat über die GdP-Forderung reden.

Nach der geltenden Verordnung zur Eindämmung des Coronavirus dürfen Gruppen von Menschen im Freien nicht zusammenkommen, Restaurants, Kinos und viele Geschäfte müssen geschlossen sein. Die Berliner GdP hatte am Mittwoch mitgeteilt, sie halte eine «temporäre Sperrung von Parks und Plätzen» für alternativlos. (dpa)

Wirtschaftssenatorin Pop: Corona-Krise trifft Berlin mit voller Härte

Berlins Wirtschaft wird durch die Corona-Krise nach Einschätzung von Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) erheblich beeinträchtigt. Das gelte für alle Bereiche. Bei Startups werde die Finanzierung knapp, auch in der Industrie komme die Krise an, sagte die Wirtschaftssenatorin am Donnerstag bei der Plenarsitzung des Abgeordnetenhauses. Es sei alles zu tun, damit Wirtschaft und Arbeitsplätze die Talfahrt möglichst gut überstünden. Mittel- und langfristig sei auch darüber nachzudenken, ein Konjunkturprogramm aufzulegen, damit die Wirtschaft nach der Corona-Krise wieder in Gang komme. (dpa)

1,3 Milliarden Euro von Bund und Land für Kleinstfirmen und Freie 

Das Land Berlin sowie der Bund haben inzwischen rund 1,3 Milliarden Euro Soforthilfe an Selbstständige, Freiberufler und kleine Unternehmen ausgezahlt. Rund 140 000 Anträge seien eingereicht worden von Unternehmern mit insgesamt mehr als 210 000 Beschäftigten, sagte Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) am Donnerstag im Berliner Abgeordnetenhaus. «Wir erreichen folglich rund 360 000 Menschen mit diesen Soforthilfen.»

Seit Mittwochmittag werden vorübergehend keine weiteren Anträge bearbeitet, weil die Soforthilfe in ein einheitliches Bundesprogramm überführt werden soll. Das dauere bis Montag, hieß es aus der Senatsverwaltung. Der Bund hat für das dann anlaufende neue Programm rund zwei Milliarden Euro zugesagt.

Das bisherige Soforthilfe-Programm lief seit dem 27. März und umfasste zum einen Mittel des Landes, auf die Solo-Selbstständige sowie Unternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten Anspruch hatten. Zum anderen waren auch Bundesmittel enthalten, die sich an Unternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitern richteten.

Für größere Firmen wurden zunächst Kreditmittel zur Verfügung gestellt, die inzwischen mehrfach überzeichnet sind. Derzeit bespricht der Senat für diese Betroffenen weitere Hilfen mit dem Bund. (dpa)

Senatsverwaltung: Standesämter sind trotz Corona-Krise arbeitsfähig 

In Berlin sind die Standesämter nach Einschätzung der Senatsinnenverwaltung auch in der Corona-Krise arbeitsfähig und kommen ihren gesetzlichen Aufgaben nach. Allen Standesämtern sei bewusst, dass mit den vorhandenen Ressourcen insbesondere Geburtsbeurkundungen und Sterbefallbeurkundungen bearbeitet werden müssten, teilte die Senatsverwaltung für Inneres auf Anfrage mit.

Die Arbeitsfähigkeit Berliner Standesämter sei außerdem auch dann gegeben, wenn ein oder zwei Standesbeamte ausfallen sollten. In Brandenburg seien in kleineren Kommunen im Standesamt dagegen oft nur zwei Standesbeamte tätig. Kommt es dort etwa wegen eines Corona-Falls zu Personalausfällen, sei das gesamte Standesamt nicht mehr arbeitsfähig.

In Brandenburg soll die Arbeitsfähigkeit der Standesämter deshalb mit Hilfe einer Eilverordnung sichergestellt werden, wie das Innenministerium am Dienstag mitteilte. Laut der Verordnung dürfen Gemeinden und Städte flexibler Standesbeamte aus anderen Kommunen einsetzen. Solche Maßnahmen sind aus Sicht der Innenverwaltung in Berlin nicht erforderlich. (dpa)

Abgeordnetenhaus debattiert über Wirtschaft in der Coronakrise 

Das Abgeordnetenhaus beschäftigt sich am Donnerstag erneut mit den Auswirkungen der Coronakrise. Das Landesparlament tagt allerdings verkürzt, die Plenumssitzung soll bereits am Nachmittag enden, wie der Ältestenrat entschieden hat. Die Aktuelle Stunde zu Beginn des Plenums widmet sich den Wirtschafts- und Finanzhilfen für Unternehmen in der Coronakrise. Dazu soll Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) Stellung nehmen.

Anschließend ist die gewohnte Fragestunde geplant, bei der die Abgeordneten die Vertreter des Senats befragen können. Außerdem soll über Themen wie das Landesmindestlohngesetz, Kurzarbeitergeld für Geringverdiener und das Ausschreibe- und Vergabegesetz gesprochen werden. Die CDU hat einen Dringlichkeitsantrag zum Schulbau gestellt. (dpa)

Brandenburger Bußgeldkatalog für Verstöße gegen Corona-Regeln tritt in Kraft

Wer in Brandenburg gegen die Einschränkungen zum Schutz vor dem Coronavirus verstößt, muss ab diesem Donnerstag mit empfindlichen Strafen rechnen. Der Bußgeldkatalog, den das Kabinett am Dienstag beschloss, ermöglicht Strafen von bis zu 25.000 Euro. Wer trotz des Verbots an einer öffentlichen Veranstaltung teilnimmt, dem droht ein Bußgeld zwischen 50 und 500 Euro. Die Veranstalter müssen mit 500 bis 2500 Euro rechnen. Wer den Mindestabstand von 1,5 Metern nicht einhält, der muss mit einer Strafe zwischen 50 und 500 Euro rechnen. Die Kommunen können die Höhe des Bußgelds festlegen. Innenminister Michael Stübgen (CDU) hatte am Dienstag aber betont, die Polizei wolle die Menschen zunächst aufklären. (dpa)

+++ 1. April +++

Fast 3000 Corona-Fälle in Berlin gemeldet

In Berlin gibt es derzeit 2993  bestätigte Fälle des neuartigen Coronavirus, wie die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung am Mittwochabend mitteilte. Das sind 216 mehr als am Vortag.

Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden aktuell 479 Personen, 104 davon intensivmedizinisch. Alle anderen Personen sind häuslich isoliert. 17 an dem neuartigen Coronavirus erkrankte Patienten seien bislang verstorben, heißt es weiter. (BLZ)

Auswertung von Coronavirus-Tests: Landeslabor erhöht Kapazitäten 

Das Landeslabor Berlin-Brandenburg (LLBB) baut seine Kapazitäten für Coronavirus-Testanalysen aus. Hilfe dafür kommt von der Bayer AG: Das Unternehmen stellt 40 benötigte Geräte und Personal für die COVID-19-Analyse zur Verfügung, wie das Brandenburger Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte. Am Bayer-Standort in Berlin-Wedding entsteht demnach auf zwei Etagen ein Testlabor, so dass dort künftig jeden Tag bis zu 1000 zusätzliche SARS-CoV-2-Tests durchgeführt werden können. Im Landeslabor am Standort Frankfurt (Oder) werden bis zu 200 Testanalysen am Tag durchgeführt.

Der Konzern hatte am Montag mitgeteilt, medizinische Mitarbeiter aus dem Bereich «Pharmaceuticals» dürften sich bis zu vier Wochen bezahlt freistellen lassen, um sich an der Virus-Bekämpfung zu beteiligen. 140 Mitarbeiter hätten sich bereits gemeldet, um in einem Testlabor mitzuarbeiten, das Bayer in Berlin aufbauen will.

Damit könnten die Analysemöglichkeiten deutlich erhöht werden, erklärte der Leiter des Landeslabors, Frank Wissmann, am Mittwoch. Der Senator für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung in Berlin, Dirk Behrendt, lobte die schnelle unbürokratische Lösung. Das sei wichtig, um die Lage besser bewerten und den Anstieg der Neuinfektionen spürbar verlangsamen zu können, ergänzte Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) «Wir müssen in den kommenden Wochen noch mehr testen, um unser Gesundheitswesen funktionstüchtig zu halten.»

Ein Standort des Landeslabors in Berlin-Adlershof soll bei der Kooperation zwischen der Bayer AG und dem Landeslabor Berlin-Brandenburg als Logistikzentrale für beide Analyselabore fungieren. Dort sollen die Proben eingehen und aufbereitet werden. Anschließend werden sie an die beiden Analyselabore nach Frankfurt (Oder) und Berlin-Wedding geschickt. (dpa)

Kontaktbeschränkungen in Berlin sollen verlängert werden

Die bereits geltenden weitgehenden Kontaktsperren sollen auch über Ostern gelten. Das haben Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderchefs, darunter Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), am Mittwoch in einer Schaltkonferenz vereinbart. Das Ziel dabei ist, die Ausbreitung des Coronavirus weiter zu verlangsamen. Wie Bund und Länder am Mittwoch in Berlin beschlossen, sollen die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstandes auf ein Minimum reduziert bleiben. Die in Berlin geltenden Kontaktbeschränkungen sollen entsprechend verlängert werden, sagte eine Sprecherin des Senats am Mittwochabend.

Der Senat will sich mit den Ergebnissen der Schaltkonferenz am Donnerstag in einer Sondersitzung ausgiebig befassen und dann auch die entsprechenden Beschlüsse fällen. Dabei geht es auch um einen Bußgeldkatalog für Verstöße, den es in Berlin bisher noch nicht gibt. (dpa)

Häufung von Corona-Infizierten: Aufnahmestopp für Potsdamer Bergmann-Klinikum

Das Ernst von Bergmann-Klinikum, das größte Potsdamer Krankenhaus, wird wegen einer Häufung von Corona-Infizierten für neue Aufnahmen geschlossen. Das teilte Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) am Mittwoch mit. Am Freitag solle das Robert Koch-Institut gemeinsam mit der Stadt die Lage neu bewerten, das eingeschaltet wurde.

Wie lange die Maßnahmen gelten, war zunächst offen. Nur unabweisbare Notfälle und Frauen, die ein Kind bekommen, sollen noch in die Klinik dürfen. Das Klinikum ist laut Stadt nicht geschlossen.

Das Ernst-von-Bergmann-Klinikum in Potsdam.
Foto: dpa/Paul Zinken

In der Nacht zum Samstag war es nach Angaben des Klinikums zu einer auffälligen Anzahl positiver Tests auf das neuartige Coronavirus gekommen. Daraufhin sollten alle stationären Patienten getestet werden. Von 530 Patienten am Samstag seien 33 weitere positiv getestet worden, sagte die medizinische Geschäftsführerin Dorothea Fischer. Danach habe sich das Klinikum entschlossen, alle Patienten zu testen, um ganz klar separieren zu können. (dpa)

Bezirksbürgermeister von Dassel: „Ich habe mich fast schon bewusst infiziert“

Der Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte, Stephan von Dassel (Grüne), war mit dem Coronavirus angesteckt, will aber noch in dieser Woche die Arbeit im Rathaus Tiergarten wieder aufnehmen. In einem Interview mit dem rbb-Inforadio hatte er am Mittwochmorgen mit Blick auf die gemeinsame Quarantäne mit seiner infizierten Partnerin gesagt: «Ich habe mich fast schon bewusst infiziert.»

Nachdem seine Lebenspartnerin positiv getestet worden war, habe er sich ebenfalls in eine 14-tägige häusliche Quarantäne begeben müssen, erklärte der Grünen-Politiker am Mittwoch in einer Mitteilung. Weil er als möglicherweise schon Infizierter nicht in ein Hotel oder zu Freunden habe ziehen können, habe es zur gemeinsamen Quarantäne mit der Partnerin keine Alternative gegeben.

«Da eine gemeinsame häusliche Quarantäne für 14 Tage ohne Ansteckung trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kaum vermeidbar ist, habe ich dann aber bewusst in Kauf genommen, mich schnell bei ihr anzustecken, um die Quarantäne nicht im Zweifel sogar auf bis zu vier Wochen – bei einer Ansteckung am Ende ihrer Quarantäne – ausdehnen zu müssen», erklärte von Dassel.

Nach Angaben des Bezirksamts Mitte arbeitet der Bezirksbürgermeister während seiner häuslichen Quarantäne per Telefon und E-Mail. Abhängig von den erforderlichen Testergebnissen werde seine Rückkehr ins Rathaus voraussichtlich noch in dieser Woche erwartet. (dpa)

Corona im Frühling: GdP fordert Schließung von Parks

Die Berliner Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat gefordert, Parks und größere Plätze in Berlin zu schließen, um Menschenansammlungen in der Corona-Krise zu verhindern. Nötig seien effektive Lösungen gegen das Versammeln vieler Menschen bei wärmeren Temperaturen, teilte die GdP am Mittwoch mit. «Parkanlagen und Plätze komplett für Publikumsverkehr zu schließen, ist nahezu alternativlos.» Wenn der Senat es mit seinen Schutzmaßnahmen ernst meine, müsse er das durchsetzen.

Leider hätten die letzten Tage gezeigt, dass die Gefahren noch nicht von allen Menschen erkannt worden seien, argumentierte die GdP. Am vergangenen Wochenende habe es zum Beispiel am Kottbusser Tor, am Boxhagener Platz und auf dem Tempelhofer Feld nicht geklappt mit der Anordnung, dass die Menschen zu Hause bleiben sollten. An den Orten habe die Polizei eingreifen müssen, weil sich zu viele Menschen versammelt hätten. «Die Bußgelder werden nicht sofort Wirkung entfalten.» Daher seien jetzt schnelle effektivere Maßnahmen nötig. (dpa)

Schon 900 Millionen Euro Soforthilfe, keine weiteren Anträge bis 6. April

Innerhalb weniger Tage haben der Bund und das Land Berlin in der Corona-Krise mehr als 900 Millionen Euro Soforthilfe an Kleinstunternehmen, Freiberufler und Selbstständige ausgezahlt. Seit Mittwochmittag würden aber bis zum 6. April keine weiteren Anträge mehr angenommen, teilte die Senatsverwaltung für Wirtschaft am Mittwoch mit. Solange werde es dauern, um das Soforthilfe-Programm des Landes in ein einheitliches Bundesprogramm zu überführen. Der Bund hat dafür weitere zwei Milliarden Euro zugesagt.

Das Soforthilfe-Programm lief seit dem 27. März und umfasste zum einen Mittel des Landes, auf die Soloselbstständige sowie Unternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten Anspruch hatten. Zum anderen waren auch Bundesmittel enthalten, die sich an Unternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitern richteten. In der bislang ausgezahlten Summe stecken laut Senatsverwaltung etwa zur Hälfte Landesgelder. Nach der Überführung in das neue Programm sollen alle Mittel vom Bund kommen.

«Damit hat der Senat auf die besondere Wirtschaftsstruktur mit vielen Kleinstunternehmen und Solo-Selbstständigen reagiert», teilte Oberbürgermeister Michael Müller (SPD) am Mittwoch mit. Von Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) hieß es: «Wir werden die Berliner Wirtschaft auch zukünftig nicht alleine lassen. Gut, dass nun auch der Bund einsteigt.»

Kritik und Hilferufe kamen in den vergangenen Tagen von der Berliner Industrie- und Handelskammer sowie von Unternehmen mit mehr als zehn Beschäftigten. Das Land hatte für diese Betroffenen Geld aus demselben Topf in Form von Krediten zur Verfügung gestellt. Die verfügbaren Mittel seien inzwischen aber um das dreifache überzeichnet, sagte eine Sprecherin der Senatsverwaltung. Das Programm sei daher derzeit ausgesetzt. Unter Hochdruck würden weitere Hilfen mit dem Bund besprochen, von denen auch die größere Unternehmen profitieren sollen. (dpa)

Verfassungsgericht: Berliner scheitert mit Klage gegen Corona-Verordnung der Stadt

Ein Mann aus Berlin ist mit einer Verfassungsbeschwerde gegen die dortigen Verbote und Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie gescheitert. Das Bundesverfassungsgericht nahm die mit einem Eilantrag verbundene Klage aus formalen Gründen nicht zur Entscheidung an. Der Beschluss wurde am Mittwoch in Karlsruhe veröffentlicht. (Az. 1 BvR 712/20)

Der Mann hatte sich insbesondere gegen die Versammlungsverbote und Kontaktbeschränkungen gewandt. Durch die soziale Isolierung entstünden ihm schwere und unabwendbare Nachteile. Auch das Verbot religiöser Veranstaltungen und die faktische Aufhebung der Versammlungsfreiheit hält er für unverhältnismäßig. Zur Entlastung des Gesundheitssystems stünden mildere, genauso geeignete Maßnahmen zur Verfügung. So könnten Kranke und Menschen mit Corona-Verdacht isoliert sowie Risikogruppen geschützt werden, argumentierte er.

Nach Auffassung der Verfassungsrichter hätte sich der Mann damit zunächst an die Verwaltungsgerichte wenden müssen. Dafür müsse er nicht - wie er behauptet hatte - erst selbst gegen die Verbote verstoßen. Es gebe durchaus einen Klageweg. Da es um eine Verordnung und nicht um ein Gesetz gehe, sei es möglich, auch ohne Anrufung des Bundesverfassungsgerichts Rechtsschutz zu erlangen.

Die Richter betonen, dass sie auf eine vorherige fachgerichtliche Aufbereitung sogar angewiesen seien: Die Entwicklung der Pandemie und deren Einschätzung durch Experten seien für die Beantwortung der verfassungsrechtlichen Fragen von wesentlicher Bedeutung. Der Kläger hätte außerdem viel genauer darlegen müssen, warum mildere Maßnahmen angeblich genauso geeignet sind. Die bloße Behauptung reiche nicht. (dpa)

Brandenburger Landtag beschließt Corona-Rettungsschirm von zwei Milliarden Euro 

Der Rettungsschirm für die Corona-Krise in Brandenburg von bis zu zwei Milliarden Euro ist beschlossene Sache. Der Landtag entschied am Mittwoch in Potsdam einstimmig darüber bei Enthaltungen von Linken und Freien Wählern. Das Geld aus Krediten soll kleinen Unternehmen, Kita-Eltern ohne Betreuungsmöglichkeit und Krankenhäusern Hilfe bieten. Dafür stellte der Landtag eine außergewöhnliche Notsituation fest, damit Kredite trotz der Schuldenbremse möglich sind. Für Ausgaben aus der zweiten Milliarde Euro muss der Haushaltsausschuss des Landtags zustimmen.

Der Schutzschirm, der Bundeshilfen ergänzen soll, ist Teil des Nachtragshaushaltes für 2020 - es ist ein Rekordhaushalt mit einem Volumen von rund 15,2 Milliarden Euro Einnahmen und Ausgaben. Die Gesamtverschuldung steigt auf 20,8 Milliarden Euro. Erst Ende vergangenen Jahres hatte Brandenburg einen Kredit von einer Milliarde Euro für Zukunftsinvestitionen auf den Weg gebracht. (dpa)

Gefälschtes Polizeiplakat zu Corona-Verstößen im Internet 

Die Berliner Polizei hat vor gefälschten Fahndungsaufrufen in der Corona-Krise gewarnt. Dabei ging es am Mittwoch um das Foto eines angebliches Plakats der Polizei, das im Internet kursiert. In dem Text werden die Menschen gebeten, Verstöße gegen die Corona-Verordnungen bei der Polizei zu melden, versprochen werden Belohnungen bis 500 Euro. Die Polizei twitterte: «Das wäre nicht nur ein schlechter #Aprilscherz, sondern es ist schlicht ein gefälschtes Plakat!» Ein Sprecher sagte, man prüfe jetzt, ob eine Straftat vorliege (dpa).

Landwirte können ab Donnerstag Agrarförderung beantragen

Landwirte in Brandenburg können ab Donnerstag (2. April) Agrarförderung beantragen. Die Anträge können bis zum 15. Mail auf der Seite www.agrarantrag-bb.de gestellt werden, wie das Landwirtschaftsministerium am Mittwoch mitteilte. Die Agrarbeihilfen sollen bis zum Jahresende bei den Betrieben ankommen.

Die EU-Agrarhilfen sind an die Flächen der Landwirte gekoppelt und werden unabhängig von der Produktionsleistung gezahlt. Damit sollen Leistungen der Landwirtschaft entlohnt werden, die dem Allgemeinwohl dienen und nicht über den Markt honoriert werden.

Die im weltweiten Vergleich besonders hohen EU-Standards in den Bereichen Umwelt-, Tier- und Verbraucherschutz sollen so ausgeglichen werden. Im vergangenen Jahr zahlte das Ministerium nach eigenen Angaben Direkthilfen in Höhe von knapp 350 Millionen Euro aus. (dpa)

Brandenburgs Ministerpräsident Woidke fordert in Corona-Krise: Leben retten!

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat eindringlich an alle appelliert, die Kontakte zum Schutz vor dem Coronavirus einzuschränken. «Die Botschaft sollte mittlerweile bei jedem und bei jeder angekommen sein: Abstand halten heißt Leben retten», sagte Woidke in einer Regierungserklärung am Mittwoch im Landtag. Eines wolle er «den wenigen Ignoranten» sagen, die sich nicht an die Regeln hielten: «Sie gefährden Menschenleben - und zwar nicht nur Ihr eigenes, sondern auch das Leben von anderen! (...) Das geht gar nicht.» Er rief zu Besonnenheit auf. Die Besorgnis bei vielen sei groß, es gebe aber Hoffnung. Die Infektionszahlen vervielfachten sich nicht mehr so schnell wie vor wenigen Tagen.

Woidke hat sich deutlich gegen Grenzschließungen in der Region Berlin-Brandenburg wegen der Corona-Krise ausgesprochen. Berlin und Brandenburg seien auch eine gemeinsame Gesundheitsregion, betonte Woidke am Mittwoch in seiner Regierungserklärung im Landtag. «Wer jetzt Grenzen dichtmachen will, vergisst, dass Berlin eine hervorragende Gesundheitsversorgung bietet», sagte der Regierungschef. «Eine Gesundheitsversorgung, die in der Vergangenheit schon vielen Brandenburgern geholfen hat und diese Hilfe wird auch in Zukunft nötig sein.» Zudem seien Zehntausende Pendler täglich zwischen beiden Ländern unterwegs, und auch die Versorgung beider Länder hänge voneinander ab.

«Auch deshalb halte ich nichts von geschlossenen Kreisgrenzen», sagte Woidke mit Blick auf die Kreisverwaltung von Ostprignitz-Ruppin, die vergangene Woche Einreisen aus touristischem Anlass untersagt hatte. Die Verordnung des Landes biete genügend Handhabe zur Eindämmung des Coronavirus, betonte er. Woidke appellierte aber an die Bürger: «Es ist jetzt nicht die Zeit für Ausflüge. Bleiben Sie möglichst in Ihrem direkten Umfeld.» (dpa)

Hochschulen in Brandenburg wollen Semester wie geplant starten 

Die Hochschulen in Brandenburg wollen die bislang vorgesehenen Semestertermine beibehalten. An den Fachhochschulen habe der Vorlesungsbetrieb bereits begonnen, erklärte Oliver Günther, Vorsitzender der Brandenburger Landesrektorenkonferenz, am Mittwoch. Die Universitäten wollen demnach am 20. April ins Sommersemester starten - durchweg mit digitalen Lehr- und Prüfungsformaten. Für Praktika oder andere Leistungen, die eine Präsenz der Studierenden erfordern, würde «pragmatisch nach alternativen Lösungen gesucht».

Zuvor hatte sich der Präsident der bundesweiten Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Peter-André Alt, für eine Verschiebung des Sommersemesters ausgesprochen. Er forderte die Länder außerdem auf, deutschlandweit einheitlich vorzugehen. In Brandenburg gibt es neun staatlich finanzierte Hochschulen, darunter sind vier Universitäten. (dpa)

Sieben Corona-Todesfälle in Brandenburg

In Brandenburg sind bislang sieben Menschen an einer Coronavirus-Infektion gestorben. Das teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch nach Vorlage der aktuellen Statistik mit. In Potsdam wurden demnach drei Todesfälle registriert, einer wurde aus dem Landkreis Oberhavel gemeldet, einer aus dem Kreis Elbe-Elster und zwei aus Potsdam-Mittelmark. Die Zahl der nachgewiesenen Fälle von Infiziertem erhöhte sich demnach innerhalb von 24 Stunden um 84 auf insgesamt 979 (Stand: 8 Uhr). 68 Menschen werden im Krankenhaus behandelt, davon 20 intensivmedizinisch betreut.

Die meisten Infektionen mit Sars-CoV-2 sind nach Angaben des Ministeriums in der Stadt Potsdam registriert. Dort wurden 139 Menschen positiv auf den Erreger getestet. Der Landkreis Oberhavel verzeichnete 107 Fälle, gefolgt vom Landkreis Potsdam-Mittelmark mit 98 nachweislich Infizierten. Die geringste Zahl an Fällen meldete die Stadt Frankfurt (Oder) mit sechs Fällen, gefolgt vom Landkreis Prignitz mit neun. (dpa)

Berliner Altenpflegern fehlt es bald an Schutzmaterial

Auch in Berliner Pflegeheimen werden wie bundesweit die Schutzmaterialien immer knapper. Patientenschützer fordern die Politik deshalb zum sofortigen Handeln auf. «Wenn es brennt, reicht es nicht, Geld zu überweisen. Es müssen auch Personal und Material geschickt werden», sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. «Die ganze Exekutive muss endlich handeln, angefangen bei den Bezirken», betonte er.

«Wir wissen, dass es an jeder Ecke kneift. Wir haben bereits Material ausgeliefert, es kommt noch mehr», sagte der Sprecher der Gesundheitsverwaltung, Moritz Quiske.

In Berlin berichten verschiedene Betreiber von Pflegeheimen, dass sie zwar Pandemiepläne haben und Hygieneregeln einhalten. Doch Engpässe gibt es beim Material. «Die Schutzmittel werden in Kürze an vielen Stellen ausgehen», warnte etwa Diakonie-Sprecherin Susanne Gonswa. Eine kleine Menge sollten die Einrichtungen am Dienstag über das Land Berlin erhalten. «Das ist aber ein Tropfen auf den heißen Stein», sagte Gonswa. (dpa)

Tanzen im Homeoffice - Staatsballett stattet Ensemble mit Boden aus 

Staatsballett im Homeoffice? Das noch bis zum Sommer von den Intendanten Sasha Waltz und Johannes Öhman geleitete Berliner Ensemble trainiert in Zeiten der Corona-Krise in vielen Privatwohnungen über die Stadt verteilt. Damit die tänzerische Qualität des jüngst zur Kompanie des Jahres gewählten Balletts nicht leidet, wurden fast 70 Tänzerinnen und Tänzern in den vergangenen Tagen je drei Quadratmeter Tanzboden von den Werkstätten nach Hause gebracht.

Die Stücke von jeweils 1,50 Meter mal 2 Meter Größe wurden nach Angaben des Staatsballetts zugeschnitten aus einem gerade nicht verwendeten großen Tanzteppich. Darauf können die Ensemblemitglieder ihre Übungen machen. Jeweils vormittags wird ein Training mit Ballettmeister Yannick Sempey live gestreamt in die vielen kleinen Tanzsäle. (dpa)


+++ 31. März +++

Berlin bekommt einen Bußgeldkatalog - Beschluss am Donnerstag

Der Senat will am kommenden Donnerstag einen Bußgeldkatalog zu den Ausgangsbeschränkungen beschließen. Bereits jetzt wurden erste Zahlen bekannt. Dabei handelt es sich jedoch lediglich um Vorschläge, hieß es am Dienstag aus Senatskreisen. Einen bindenden Beschluss gebe es noch nicht.

Nach den Vorschlägen der Gesundheitsverwaltung sollen diejenigen, die etwa eine Spielhalle, ein Theater oder ein Kino öffnen, zwischen 1000 bis 10.000 Euro Bußgeld bezahlen. Für das Vorhalten touristischer Übernachtungsangebote wäre, wenn die Vorlage beschlossen wird, genau so viel Geld fällig. Wer seinen Ausweis nicht mit sich führt, müsste demnach bald 25 bis 75 Euro Bußgeld zahlen. Auch die Nichteinhaltung des Mindestabstands  von 1,50 Metern   sollen mit 50 bis 500 Euro Bußgeld bestraft werden. Wer seine Oma im Altersheim besucht und dabei jünger als 16 Jahre alt ist oder länger als eine Stunde pro Tag bleibt, dem drohen 100 bis  1000 Euro Geldzahlung. Und wer sich in einer anderen Wohnung als der eigenen aufhält, kann mit bis zu 500 Euro Bußgeld belegt werden.

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Wer Veranstaltungen, Versammlungen oder Zusammenkünfte von mehr als drei Menschen initiiert oder an ihnen teilnimmt würde dann eine Straftat begehen. Ebenso, wer Schwimmbäder öffnet, Bildungseinrichtungen oder Angebote zur Kindertagespflege. Die meisten anderen Verstöße wären Ordnungswidrigkeiten. Für die jedoch im Wiederholungsfalle Geldbußen von bis zu 25.000 Euro aufgerufen werden können. Belangt werden könnten sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen als juristische Personen. Teils sogar beide, wenn sie sich durch den Verstoß bereichert haben. 

Wer in Brandenburg bewusst gegen die Beschränkungen in der Corona-Krise verstößt, muss bereits ab Mittwoch  mit deutlichen Strafen rechnen. Die Verordnung sei mit Berlin abgestimmt, damit es einheitliche Regeln im Wirtschaftsraum gebe, so die SPD-Landtagsfraktion. (BLZ)

Ein junger Mann in Berlin trägt eine Packung Klopapier, während er am Spreeufer entlanggeht.
Foto: dpa/Britta Pedersen/dpa-Zentralbild

2777 Corona-Fälle in Berlin gemeldet, 15 Tote

In Berlin gibt es derzeit 2777 bestätigte Fälle des neuartigen Coronavirus, wie die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung am Dienstagabend mitteilte. Das sind 196 mehr als am Vortag. Montag stieg die Zahl der Neuinfektionen um 125 Fälle.

Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden aktuell 380 Personen, 92 davon intensivmedizinisch. Alle anderen Personen sind häuslich isoliert. Fünfzehn an dem neuartigen Coronavirus erkrankte Patienten seien bislang verstorben, heißt es weiter. 

Drei der verstorbenen Personen fallen in die Altersgruppe 40 bis 60 Jahre, zwei in die Altersgruppe 60 bis 80, elf Verstorbene waren über 80 Jahre alt. Das Durchschnittsalter der Verstorbenen beträgt 81,5 Jahre. (BLZ)

Ausgangsbeschränkungen in Berlin werden verlängert

Die zunächst bis Sonntag befristeten Ausgangsbeschränkungen in Berlin wegen der Corona-Krise werden verlängert. Das kündigte Vize-Bürgermeister Klaus Lederer (Linke) am Dienstag nach der Senatssitzung an. Im Senat bestehe Einigkeit darüber. Beschließen wolle das der Senat voraussichtlich an diesem Donnerstag. Seit 23. März müssen sich alle Berliner „ständig in ihrer Wohnung oder gewöhnlichen Unterkunft“ aufhalten, um eine Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen. Es gibt aber zahlreiche Ausnahmen, die Arztbesuche, den Einkauf, das Gassi-Gehen mit dem Hund oder Sport und Spaziergänge an der frischen Luft ermöglichen sollen - solange sich im Freien keine Ansammlungen von mehr als zwei Personen bilden. (dpa)

Bauarbeiten auf Tesla-Gelände gehen auch in Corona-Krise weiter

Die Bauarbeiten auf dem Gelände der geplanten Fabrik des US-Elektroautobauers Tesla bei Berlin gehen trotz der Beschränkungen infolge der Corona-Krise weiter. Derzeit erfolgten Planierungsarbeiten, sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums am Dienstag. Die Rodung des Waldes auf dem Grundstück sei bereits beendet. Zuvor hatte das „Handelsblatt“ berichtet. (dpa)

Umbau von Messehalle in Covid-19-Zentrum beginnt

Der Umbau einer Berliner Messehalle in ein Covid-19-Behandlungszentrum soll an diesem Mittwoch beginnen. Das Behandlungszentrum mit bis zu 1000 Betten ist als Ergänzung gedacht, falls die Berliner Krankenhäuser ausgelastet sind. Schwer erkrankte Patienten sollen aber weiter in Kliniken intensivmedizinisch versorgt werden. Bislang reichen die Kapazitäten der Kliniken aus. (dpa)

Wegen Corona: Brandenburg lockert Bestimmungen für Standesbeamte

Mit einer Eilverordnung soll die Arbeitsfähigkeit der Standesämter in Brandenburg während der Corona-Krise gesichert werden. Damit will das Land gewährleisten, dass beispielsweise Geburten und Todesfälle weiterhin zeitnah beurkundet sowie Ehen geschlossen werden können, wie das Innenministerium am Dienstag mitteilte. Als Beispiel führte das Ministerium an, dass Standesämter einen Sterbefall zunächst beurkunden müssten, bevor der Verstorbene bestattet werden darf. Laut der Eilverordnung dürfen Gemeinden und Städte nun flexibler Standesbeamte aus anderen Kommunen einsetzen. (dpa)

Polizei Brandenburg spielt «Baby Elephant Walk» auf Twitter

Konzertvorführungen gibt es derzeit im Internet viele - nun hat auch die Polizei Brandenburg mit einem kleinen Musikstück zur Unterhaltung während der Corona-Krise beigetragen. Mit sichtlich guter Laune präsentierten eine Polizistin und ein Polizist auf Twitter - natürlich in Uniform - den «Baby Elephant Walk» auf ihren Klarinetten. Das bekannte Stück hatte ursprünglich der US-amerikanische Komponist Henry Mancini für eine Filmkomödie aus dem Jahr 1962 geschrieben. (dpa)

Lederer: Es geht nicht um 1500 Flüchtlinge für Berlin

Vizebürgermeister Klaus Lederer (Linke) hält es für unrealistisch, derzeit 1500 Flüchtlinge aus Lesbos nach Berlin zu holen. Er widersprach damit am Dienstag nach der Senatssitzung dem grünen Justizsenator Dirk Behrendt, der das zuvor ins Spiel gebracht hatte. Lederer sagte: «Es geht nicht um 1500 für Berlin, sondern es geht um 1500 gemeinsam mit anderen Städten.» Zur Begründung erklärte der Kultursenator: «Denn wir haben die Verantwortung dafür, dass wir den Menschen, denen wir in dieser Situation helfen, auch hier adäquat gerecht werden können.»

Mit Blick auf die Flüchtlingsunterkünfte ergänzte Lederer: «Wenn die eine nach der anderen in Quarantäne gesetzt werden, und man hat noch nicht die ausreichende Ausstattung, dann ergeben sich Folgeprobleme.» Justizsenator Behrendt drängt auf schnelles Handeln bei der Hilfe für unbegleitete Minderjährige auf der griechischen Insel Lesbos. In einem Interview mit dem «Tagesspiegel» vom Dienstag sagte er, wenn auf Bundesebene nicht schnell etwas passiere, sei Berlin bereit, eigene Schritte zu gehen und Menschen aus Lesbos auszufliegen: «Diskutiert wird - was die Rolle Berlins angeht - über Zahlen zwischen 500 und 1500 oder auch noch mehr.» (dpa)

Viele Tausend Berliner und Brandenburger in Kurzarbeit

Ob am Flughafen oder im Zoo, beim Chemiekonzern oder im Theater: In der Corona-Krise bricht für viele Beschäftigte die tägliche Arbeit weg - die Firmenleitung schicken sie in Kurzarbeit. Bis zum Wochenende haben in Berlin 22.600 Unternehmen Kurzarbeit angezeigt, in Brandenburg 14.400. Das teilte die Bundesagentur für Arbeit am Dienstag mit. Wie viele Menschen nun auf Kurzarbeit sind, kann die Agentur erst in einigen Wochen sagen. Die dürfte ein Vielfaches der Anzeigen betragen. Die Agentur rechnet damit, dass dennoch in den nächsten Wochen viele Menschen ihre Arbeit verlieren werden. (dpa)

Schutzmaskenpflicht ist für den Senat zurzeit kein Thema

Die Frage, ob das Tragen von Schutzmasken in Berlin verpflichtend werden sollte, ist für den Senat kein Thema. Bei seiner Sitzung am Dienstag sei darüber nicht gesprochen worden, sagte Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) anschließend vor Journalisten. „Ich würde frank und frei sagen, solange es nicht ausreichend Schutzmasken überhaupt für das Pflegepersonal gibt, für diejenigen, die mit potenziellen Corona-Infizierten zu tun haben, solange das nicht gesichert ist, halte ich eine Schutzmaskenpflicht für eine schwierige Angelegenheit.“

Kultursenator Klaus Lederer (Linke) ergänzte, er fände es gut, wenn jeder und jede genau überlege, was er oder sie selbst dafür tun könne, um andere Menschen zu schützen. „Aber im Augenblick gilt unser ganzes Trachten, ausreichend Ausstattung, ausreichend Instrumentarium da zu haben, um in den neuralgischen Feldern gewappnet zu sein, in den Pflegeeinrichtungen, in den Flüchtlingsunterkünften und dergleichen mehr. Das steht im Augenblick im Vordergrund.“ (dpa)

Brandenburg legt Strafen für Verstöße gegen Corona-Regeln fest

Ab Donnerstag gelten in Brandenburg deutliche Strafen für Verstöße gegen die Regeln zum Schutz vor dem Coronavirus. Das Kabinett beschloss am Dienstag einen Bußgeldkatalog. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sprach von Strafen von bis zu 25.000 Euro. Wer trotz des Verbots an einer öffentlichen Veranstaltung teilnimmt, dem droht ein Bußgeld zwischen 50 und 500 Euro, kündigte Innenminister Michael Stübgen (CDU) an. Wer den Mindestabstand von 1,5 Metern nicht einhält, dem drohen ebenfalls zwischen 50 und 500 Euro. Aber: „Wir wollen die Menschen zunächst aufklären.“ Seit vergangener Woche gelten Ausgangsbeschränkungen und Ladenschließungen mit Ausnahmen. (dpa)

Forderungen nach Mundschutzpflicht in Berlin 

Angesichts der Ausbreitung des Coronavirus wird in Berlin über eine Pflicht zum Tragen von Mundschutz nach dem Vorbild Österreichs diskutiert. In einem Antrag für das Abgeordnetenhaus fordert die AfD-Fraktion eine solche Vorschrift zum «Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in den öffentlichen Räumen», um die Bevölkerung besser zu schützen. Auch der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Thomas Isenberg, hält das für sinnvoll. «Ich verstehe sehr gut, dass Österreich oder aber Kommunen wie Jena mit einer Maskenpflicht vorpreschen. Das kann auch ein Vorbild für Berlin sein», sagte er am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Die Linke positionierte sich gegen eine Maskenpflicht. Die FDP hält diese im Moment für schlecht umsetzbar, weil Masken Mangelware sind. (dpa)

RKI: Selbstgebauter Mund-Nasen-Schutz kann für andere hilfreich sein

Das Robert Koch-Institut hält auch selbstgebastelten Mund- und Nasenschutz zum Schutz anderer Menschen für hilfreich. «Es hängt vom Material ab», schränkte Präsident Lothar Wieler am Dienstag ein. Doch auch ein selbstgebauter Schutz halte Tröpfchen zurück, wenn man huste und niese. «Deswegen ist er für den Schutz von anderen von Relevanz.» Deutlich zu unterscheiden sei aber ein einfacher Mund-Nasen-Schutz von den virenabhaltenden Profi-Masken, die im medizinischem Bereich eingesetzt würden. Sie können auch die Träger selbst vor Infektionen schützen. (dpa)

Zahl der Todesfälle durch Corona- Erkrankung steigt in Brandenburg auf sieben 

In Brandenburg sind drei weitere an einer Coronavirus-Infektion erkrankte Menschen gestorben. Damit erhöht sich die Zahl der Covid-19-Todesfälle auf insgesamt sieben, wie das Gesundheitsministerium am Dienstag mitteilte. In Potsdam wurden demnach sechs Todesfälle registriert, einer wurde aus dem Landkreis Oberhavel gemeldet. Die Zahl der nachgewiesenen Fälle erhöhte sich demnach innerhalb von 24 Stunden um 87 auf insgesamt 933 Infizierte (Stand: 8.00 Uhr). 66 Menschen werden im Krankenhaus behandelt, davon werden 18 künstlich beatmet.

Die meisten Infektionen mit Sars-CoV-2 sind nach Angaben des Ministeriums in der Stadt Potsdam registriert. Dort wurden 139 Menschen positiv auf den Erreger getestet. Der Landkreis Oberhavel verzeichnete 101 Fälle, gefolgt vom Landkreis Potsdam-Mittelmark mit 98 nachweislich Infizierten. Die geringste Zahl an Fällen meldete die Stadt Frankfurt (Oder) mit sechs Fällen, gefolgt vom Landkreis Prignitz mit neun. (dpa)

Senat berät über Bußgeldkatalog für die Coronakrise

Die Coronakrise nimmt bei der Sitzung des Berliner Senats am Dienstag (13.00 Uhr) ein weiteres Mal breiten Raum ein. Unter anderem wollen die Senatsmitglieder darüber beraten, wie sinnvoll ein Bußgeldkatalog für Verstöße gegen die Corona-Regeln ist. Ob darüber auch beschlossen wird, ist noch offen. Senatsgesundheitsverwaltung und Innenressort haben den Katalog gemeinsam erarbeitet.

In Nordrhein-Westfalen gibt es einen solchen Bußgeldkatalog schon. So werden dort zum Beispiel 200 Euro bei unerlaubten Zusammenkünften von mehr als zwei Personen in der Öffentlichkeit fällig. In Berlin sind ebenfalls Bußgelder möglich. Es gibt verschiedene Regelungen für das Ahnden von Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz und die entsprechenden Verordnungen. Aus Sicht von Innensenator Andreas Geisel (SPD) wäre es aber wünschenswert, Details noch präziser zu regeln.

Ein weiteres Thema der Senatssitzung könnte die Frage werden, ob Berlin schon bald unbegleitete Flüchtlinge aus dem Lager Moria auf der griechischen Insel Lesbos aufnehmen soll. Das ist seit Wochen ein Thema. Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) drängte am Montag, dabei endlich voranzukommen. Behrendt zufolge ist Berlin bereit, eigene Schritte zu gehen und Menschen aus Lesbos auszufliegen, falls auf Bundesebene nicht schnell genug etwas unternommen werde. (dpa)

Tägliche Bilanz der Polizei-Kontrollen wegen Coronamaßnahmen

Rund 280 Polizeikräfte führten am Montag zwischen 6 und 18 Uhr Kontrollen durch. Die Beamtinnen und Beamten überprüften 18 Objekte sowie 39 Personen im Freien. Insgesamt leiteten die Einsatzkräfte acht Straf- und 16 Ordnungswidrigkeitenverfahren aufgrund von Verstößen gegen die Verordnung zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus ein.

Gegen 9.50 Uhr teilten Mitarbeitende Essen an circa 100-150 Obdachlose vor einem Café am Boxhagener Platz in Friedrichshain aus. Ein Ordnerdienst achtete auf die Einhaltung der Verordnung, sodass ein Einschreiten der eingesetzten Polizeikräfte nicht notwendig wurde.

Zwischen 18 und 6 Uhr überprüften rund 150 Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte die Einhaltung der Verordnung. Die Kräfte kontrollierten vier Objekte und 17 Personen im Freien und leiteten drei Straf- und neun Ordnungswidrigkeitenverfahren ein.

Gegen 20.20 Uhr überprüften Einsatzkräfte des Landeskriminalamts mit Unterstützungskräften einer Einsatzhundertschaft ein Café in der Windscheidstraße in Charlottenburg. In diesem befanden sich zugriffsbereite Wasserpfeifen und vier Personen, die an einer Spielekonsole spielten und den vorgeschriebenen Mindestabstand unterschritten. Die Einsatzkräfte stellten im Verlauf der Maßnahmen circa 20 Kilogramm unversteuerten Wasserpfeifentabak fest und beschlagnahmten diesen. Das Café wurde geschlossen.

Seit dem 14. März 2020, 18 Uhr führte die Polizei Berlin damit insgesamt 1.907 objektbezogene Überprüfungen sowie 1.176 Überprüfungen im Freien durch. In 820 Fällen wurden sofortige Schließungen der Objekte angeordnet. Insgesamt stellten die Polizeikräfte bisher 825 Verstöße fest.

Gerangel vor Supermarkt wegen Corona-Regeln - Kunde erhält Hausverbot

Vor einem Supermarkt in Brieselang (Landkreis Havelland) ist ein Streit über die Corona-Regeln des Geschäfts eskaliert. Eine Frau wies einen 39-Jährigen am Freitagnachmittag darauf hin, dass er den Supermarkt nur mit einem Einkaufswagen betreten dürfe, wie die Polizei am Montag mitteilte. Der Mann entgegnete, er habe keinen Chip für den Einkaufswagen dabei, und beschimpfte die Frau.

Als ein Security-Mitarbeiter dazwischenging, wollte der 39-Jährige von dem 22-jährigen Sicherheitsmann ein Foto machen, was dieser wiederum verhindern wollte. Dabei sei das Handy des Verdächtigen zu Boden gefallen, teilte die Polizei weiter mit. Es kam zum Gerangel, verletzt wurde niemand. Der 39-Jährige bekam Hausverbot und eine Anzeige. Der Security-Mitarbeiter wurde wegen Sachbeschädigung angezeigt. (dpa)

Brandenburg entscheidet über längere Ausgehbeschränkung

Seit Montag vergangener Woche gelten in Brandenburg wegen der Ausbreitung des Coronavirus weitgehende Beschränkungen für das öffentliche Leben. Diese Ausgehbeschränkung soll nun erstmal bis zum Ende der Osterferien verlängert werden. Das Kabinett berät am Dienstag in Potsdam darüber. Draußen darf man nur allein, mit Angehörigen aus dem eigenen Haushalt oder einer Person außerhalb des Haushalts unterwegs sein und muss 1,5 Meter Abstand einhalten.

Die Zahl der Infizierten in Brandenburg ist bisher weiter gestiegen. Deshalb sieht Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) nach Angaben von Regierungssprecher Florian Engels keinen Grund, in den Bemühungen zum Schutz vor dem Virus nachzulassen. Das Kabinett will auch einen neuen Bußgeldkatalog für Verstöße festschreiben. Außerdem soll eine Vereinbarung von Bund und Ländern über Soforthilfen des Bundes für Überbrückungshilfen beschlossen werden.

Die Beschränkungen für die Öffnung von Läden ist ohnehin vorerst bis zum 19. April geplant. Es gibt Ausnahmen für Supermärkte, Lieferdienste, Banken, Poststellen und Tankstellen. Für kleinere Unternehmen hat das Land ein Soforthilfeprogramm gestartet - dafür ist die Nachfrage groß. Der Landtag entscheidet am Mittwoch über einen vergrößerten Rettungsschirm von bis zu zwei Milliarden Euro, in dem die Hilfen enthalten sein sollen. (dpa)

+++ 30. März +++

Coronavirus: Derzeit 2581 bestätigte Fälle in Berlin - 119 mehr als am Vortag

In Berlin gibt es derzeit 2581 bestätigte Fälle des neuartigen Coronavirus. Das teilte die Senatsgesundheitsverwaltung am Abend mit. 1370 Personen sind demnach männlich, 1204 weiblich. Bei sieben Personen wurde das Geschlecht nicht übermittelt.

Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 381 Personen, davon werden 84 intensivmedizinisch behandelt. Alle anderen Personen sind häuslich isoliert. 13 an dem neuartigen Coronavirus erkrankte Personen seien bislang verstorben. Das Durchschnittsalter der Verstorbenen beträgt 82 Jahre. (BLZ)

Lederer: Bis zu 300.000 Soforthilfe-Anträge im Bereich des Möglichen

Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) erwartet in der Hauptstadt bis zu 300.000 Anträge auf Soforthilfe in der Corona-Krise von Solo-Selbständigen und Freiberuflern - viele davon aus der Kulturbranche. Im Gespräch auf rbbKultur sagte der Senator: „Also der Andrang ist riesig, aber das hat wahrscheinlich auch mit der spezifischen Situation hier zu tun.“ Anders als der Bund verweise Berlin nicht auf die Grundsicherung. „Die erste Welle sind sechsstellige Zahlen. Ich rechne schon damit, dass wir hier bei 250.000 bis 300.000 Anträgen am Ende landen. Das ist durchaus im Bereich des Möglichen.“ 

In der Kultur drohten monatlich 70 Millionen Euro an Einnahmeverlusten und damit in einigen Bereichen Insolvenzen, etwa bei Traditionskulturbetrieben oder auch Clubs. Der Kultursenator gab der Befürchtung recht, dass das, was jetzt zumache, womöglich nie wieder aufmache: „Also die Kulturlandschaft aufzubauen ist ja nichts gewesen, was man durch Umlegen eines Schalters zustande gebracht hat, sondern da ist viel Wissen, zum Teil über Generationen, weitergetragen worden. Das seien Familienbetriebe oder auch selbstorganisierte Gruppen der freien Szene. „Und ich glaube, es gilt vielleicht nicht für jeden, dass das, was einmal kaputt ist, nie wieder aufmacht. Aber ich glaube schon im Großen und Ganzen, dass die Schäden, wenn wir jetzt nicht handeln, beträchtlich werden.“

Wann der Kulturbetrieb wieder hochgefahren könne, könne er nicht sagen, betonte Lederer: „Und wenn Sie mich jetzt fragen, wie lange das noch dauert, dann sage ich Ihnen, ich bin weder Virologe, aber selbst die kapitulieren im Augenblick bei Voraussagen zu dieser Frage. Aber letztlich ist es derzeit so für uns alle: Wir fahren auf Sicht.“ Es sei klar, dass keine Maßnahmen länger aufrechterhalten sollen, als es unbedingt nötig sei. „Aber ich rechne durchaus auch damit, dass das ein schrittweises Wiederhochfahren des gesellschaftlichen Lebens wird. Das heißt, wir werden vermutlich erst einmal die ganz großen Theatersäle nicht als allererstes öffnen.“  (dpa)

Flüchtlinge in Berlin erhalten Quarantäne-Unterkunft

Berlin richtet eine Quarantäne-Unterkunft für Flüchtlinge ein, die sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben. Dafür wird in wenigen Tagen die Container-Unterkunft an der Buchholzer Straße in Pankow wieder in Betrieb genommen, wie die Sozialverwaltung am Montag mitteilte.

Bis zu 300 infizierte Menschen können demnach dort untergebracht werden. Die Bewohner dürfen das Gelände in Französisch-Buchholz während der Quarantäne nicht verlassen. Schwer Erkrankte sollen aber in Krankenhäuser gebracht werden.

„Menschen in Quarantäne können sich in der neuen Unterkunft besser bewegen“, sagte Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke). „Sie sind dort räumlich besser voneinander getrennt als in Gemeinschaftsunterkünften.“ In den Wohncontainern gibt es separate Wohneinheiten mit eigenen Sanitärbereichen und Kochgelegenheiten.

Die Unterkunft an der Buchholzer Straße ist seit dem vergangenen Sommer geschlossen. Zuletzt war sie als Standort im Gespräch, an dem Berlin neue Flüchtlinge aufnehmen könnte. (dpa)

Corona-Infektionen in Brandenburg steigen auf 894 

In Brandenburg hat sich die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen bis zum Montagnachmittag auf 894 erhöht (Stand: 16.00 Uhr). Innerhalb von 24 Stunden kamen 61 neue Fälle hinzu, wie das Gesundheitsministerium in Potsdam mitteilte. 65 Covid-19-Patienten werden im Krankenhaus behandelt, 18 von ihnen werden künstlich beatmet.

Im Zusammenhang mit der Viruserkrankung sind laut der aktuellsten Statistik des Gesundheitsministeriums vier Todesfälle in Brandenburg gemeldet. Noch nicht erfasst waren darin drei Todesfälle in Potsdam, von denen ein Stadtsprecher am Abend berichtete. Demnach sind am Montag zwei Männer und eine Frau - alle mit Vorerkrankungen - gestorben, die auch mit dem Coronavirus infiziert waren. (dpa)

Corona-Krise: 500 Euro für Berliner Studenten in Not

Berliner Studenten in einer akuten finanziellen Notlage können eine einmalige Hilfe von 500 Euro beim Studierendenwerk beantragen. Aufgrund der Corona-Krise hätten viele Studenten ihre Nebenjobs verloren, begründete Sprecherin Jana Judisch am Montag in Berlin. Das Geld werde aus dem Notfonds gezahlt. 120.000 Euro stehen bereit. Die Studenten müssten nachweisen, dass sie in einer akuten Notlage sind, aber die Voraussetzungen für einen weiteren erfolgreichen Studienverlauf mitbringen. Die Anträge werden chronologisch nach Eingang abgearbeitet.

Rund 71 Prozent der Berliner Studierenden arbeiten laut Judisch nebenbei, um sich das Studium zu finanzieren. Das Studierendenwerk bewilligt aus diesem Notfonds jedes Jahr Mittel für Studenten in Not. 2018 stellten 54 von ihnen einen Antrag, 2019 waren es 64 Studenten. (dpa)

Neue Webseiten für digitale Kulturevents in Berlin

In der Corona-Krise will eine neue Plattform aktuelle Angebote des Berliner Kulturlebens online verbreiten. «One Heart Berlin» wolle, «eine Tür aufmachen, wo viele sie schließen müssen», wie es auf der Internetseite der Initiative heißt. Mehrere Künstler hatten sie ins Leben gerufen. Auf der Webseite www.oneheart-berlin.de können User mal Kunstwerke aus geschlossenen Ausstellungen sehen, mal Musik von abgesagten Konzerten hören. Das Angebot wechselt täglich. Neben Beiträgen aus dem Roten Salon und der Akademie der Künste stellt die Plattform Angebote der Berliner Clubs bereit.

Eine Webseite für Live-Streams der Hauptstadt ging zudem vor ein paar Tagen online. «Berlin (a)live» listet alle aktuellen Konzerte, Lesungen und Theaterperformances mit entsprechenden Links auf.

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Keine Osterfeuer in Brandenburg – Schutz vor Corona

Osterfeuer sind in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie in einigen Gegenden Brandenburgs bereits untersagt worden. Die sonst üblichen Ausnahmegenehmigungen für die großen, meist privaten Aktionen unter freiem Himmel gibt es nach Angaben der Stadtverwaltung Frankfurt (Oder) dieses Jahr nicht. Ziel sei es, die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus zu vermeiden. Der Gesundheitsschutz stehe hier vor der Traditionskultur, hieß es. Mit dem beliebten Brauch wird normalerweise das Osterfest und das Ende des Winters gefeiert.

Im Landkreis Dahme-Spreewald und der Stadt Brandenburg an der Havel sind Osterfeuer ebenfalls nicht erlaubt. «Wir werden Ostern dieses Jahr zu Hause feiern», sagte eine Sprecherin des Regionalverbandes der Domowina in der Niederlausitz. Das traditionelle Osterreiten und die Osterfeuer finden nicht statt. Alternative Aktionen seien nicht vorgesehen. (dpa)

Woidke will längere Ausgehbeschränkung in Brandenburg

Eine Woche nach dem Beginn der drastischen Ausgehbeschränkungen zum Schutz vor dem Coronavirus hat Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) eine Verlängerung über Ostern angekündigt. «Die bisher gültigen Festlegungen unter anderem zum Aufenthalt im öffentlichen Raum werden vom 6. bis 19. April verlängert», teilte die Staatskanzlei am Montag mit. Das Kabinett berät an diesem Dienstag darüber und über einen Bußgeldkatalog für Verstöße. Woidke appellierte an die Bürger, nicht nachzulassen: «Alle Menschen sind weiter dazu aufgerufen, die physischen und Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren», erklärte er. (dpa)

Senat plant eigenen Bußgeldkatalog zu Corona-Regeln

Der Berliner Senat will am Dienstag über einen Bußgeldkatalog für Verstöße gegen die Corona-Regeln diskutieren. Möglicherweise solle er auch beschlossen werden, kündigte Innensenator Andreas Geisel (SPD) am Montag im Innenausschuss an. Die Senatsgesundheitsverwaltung und sein Innenressort hätten den Katalog gemeinsam erarbeitet.

Bisher gebe es verschiedene Regelungen für die Ahndung von Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz und die entsprechenden Verordnungen, sagte Geisel. Dabei gehe es auch um die Frage des Vorsatzes und andere Details. Das sei nicht ganz unkompliziert, daher wolle man das genauer regeln.

Viele illegal geöffnete Geschäfte und Kneipen kassierten von der Polizei bereits Strafanzeigen, bei denen strafrechtlich ermittelt wird. Für geringere Verstöße, etwa gegen die Pflicht zu Hause zu bleiben und das Verbot, größere Gruppen zu bilden, können Ordnungswidrigkeitsanzeigen fällig werden.

Nordrhein-Westfalen hatte einen solchen Bußgeldkatalog erlassen. Demnach werden zum Beispiel 200 Euro bei unerlaubten Zusammenkünften von mehr als zwei Personen in der Öffentlichkeit fällig. (dpa)

Pharmakonzern Bayer will Testlabor in Berlin aufbauen

Im Kampf gegen die Corona-Krise stellt der Pharmakonzern Bayer Geräte und Personal für die Diagnostik zur Verfügung. Medizinische Mitarbeiter aus dem Bereich «Pharmaceuticals» dürften sich bis zu vier Wochen bezahlt freistellen lassen, um sich an der Virus-Bekämpfung zu beteiligen, teilte der Leverkusener Konzern am Montag mit. 140 Mitarbeiter hätten sich bereits gemeldet, um in einem Testlabor mitzuarbeiten, das Bayer in Berlin aufbauen will. Außerdem will das Unternehmen 40 Geräte bereitstellen, mit denen Corona-Tests ausgewertet werden können. Damit sollen in Berlin pro Tag bis zu 1000 Tests auf das Coronavirus durchgeführt werden. (dpa)

Regierungskreise: Flughafen Tegel soll erst mal in Betrieb bleiben

Über eine mögliche vorübergehende Schließung des Berliner Flughafens Tegel soll nun erst in der zweiten April-Hälfte entschieden werden. Am Montag sollte noch kein entsprechender Antrag gestellt werden, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen erfuhr. Auch die «B.Z.» und der «Tagesspiegel» hatten berichtet, dass der Flughafen zunächst in Betrieb bleiben soll, obwohl die Passagierzahlen in der Corona-Krise eingebrochen sind. Berlin wollte den Luftverkehr deshalb vorübergehend am Standort Schönefeld konzentrieren, um Kosten zu vermeiden.

Vertreter des Bundes und der Länder Berlin und Brandenburg als Gesellschafter der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg berieten am Montag über die Lage. Thema der Gesellschafterversammlung dürften auch mögliche Finanzhilfen für die Flughafengesellschaft sein. Der Aufsichtsrat hat schon zugestimmt, Hilfen zu beantragen. (dpa)

Berliner Flughäfen: Bis zu 300 Millionen Euro Staatshilfe 

Die Berlin-Brandenburger Flughafengesellschaft bekommt in der Coronakrise nach eigenen Angaben bis zu 300 Millionen Euro vom Bund und den beiden Ländern. Die Eigenkapitalerhöhung soll dem Staatsunternehmen helfen, den Einbruch der Passagierzahlen finanziell zu bewältigen, wie die Flughafengesellschaft am Montag nach einer Gesellschafterversammlung mitteilte. An den Flughäfen Tegel und Schönfeld gibt es momentan nur wenige Tausend Fluggäste pro Tag, üblich sind durchschnittlich insgesamt rund 100.000.

Nach Ostern soll entschieden werden, ob der Flughafen Tegel vorübergehend geschlossen wird. Der Aufsichtsrat des Unternehmens wollte den Flughafen eigentlich sofort vom Netz nehmen, um Kosten zu sparen. Dem folgten die Gesellschafter am Montag aber nicht. (dpa)

Einzelner Widerstand gegen Corona-Maßnahmen: Berliner Polizisten werden angehustet 

Die Berliner Polizei hat beklagt, dass es bei den Kontrollen zu den Coronaregeln vereinzelte Übergriffe mit Anspucken und Anhusten gegen Polizisten komme. Die Bevölkerung verhalte sich in weiten Teilen vorbildlich, sagte Polizeipräsidentin Barbara Slowik am Montag. „Wir haben aber einzelne Ausnahmen, wo wir angespuckt oder angehustet werden. Das entzieht sich absolut meinem Verständnis. Das finde ich unglaublich. Wir werden das auch ahnden als gefährliche Körperverletzung.“ (dpa)

Kliniken verzeichnen erste Erfolge bei Personalsuche - doch Suche geht weiter

Auf der Suche nach Verstärkung in der Corona-Krise sind manche Krankenhäuser und Pflegeheime laut der Berliner Krankenhausgesellschaft (BKG) fündig geworden. Eine systematische Übersicht und Zahlen lägen zwar nicht vor, aber einzelne Einrichtungen hätten von einer guten Resonanz berichtet, teilte eine BKG-Sprecherin am Montag auf Anfrage mit. Pflegekräfte, aber auch teilweise Anästhesisten konnten demnach eingestellt werden. Insgesamt sei es für die BKG jedoch schwer zu bewerten, wie der Aufruf von vor anderthalb Wochen angenommen wurde, da sich Interessenten direkt an Kliniken und Pflegeheime wenden sollten. Dazu seien Menschen mit medizinischer Ausbildung auch weiter aufgerufen, hieß es. Hintergrund des Gesuchs sind die erwarteten hohen Patientenzahlen wegen des Coronavirus. (dpa)

Müller: Noch zu früh für Lockerung der Ausgangsbeschränkungen

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hält eine Lockerung der Ausgangsbeschränkungen in der Corona-Krise noch nicht für angezeigt. „Es ist zu früh, etwas anzukündigen“, sagte der SPD-Politiker im Interview der Berliner Zeitung. „Aber wir besprechen das jetzt schon mit Gewerkschaftern, Unternehmern und Medizinern.“ Er sei fest überzeugt, so Müller: „Es gibt keinen Stichtag, an dem alles wieder ist wie zuvor. Wir werden den Alltag schrittweise wieder hochfahren. Und wir werden auch danach mit Regeln leben müssen - zum Beispiel in Büros, Unternehmen und Verwaltungen, wo viele Menschen zusammenarbeiten.“

Lesen Sie hier das ganze Interview mit Michael Müller >>

Umbau von Messehalle in Corona-Zentrum soll Mittwoch beginnen

Der Umbau einer Berliner Messehalle in ein Covid-19-Behandlungszentrum soll an diesem Mittwoch beginnen. Das sagte ein Sprecher der Senatsverwaltung für Gesundheit der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Demnach plant Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Mittwochmittag (13.30 Uhr) eine Ortsbegehung mit Projektleiter Albrecht Broemme. Dem Sprecher zufolge handelt es sich um den offiziellen Startschuss für das Projekt.

Das Behandlungszentrum mit bis zu 1000 Betten ist als Ergänzung gedacht, falls die Berliner Krankenhäuser ausgelastet sind. Schwer erkrankte Patienten sollen weiter in Kliniken intensivmedizinisch versorgt werden. Kalayci sagte am Sonntagabend im RBB, sie rechne damit, dass das Zentrum in der Jafféstraße im April oder Mai eröffnet werden könne. (dpa)

Gesundheitssenatorin Kalayci zu Schutzkleidung: «Die Not ist groß» 

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci hat Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Schutzkleidung für Klinikpersonal eingeräumt. «Der Markt ist leer gefegt und höchst schwierig, weil Schutzkleidung international Mangelware ist und die Lieferketten nicht funktionieren», sagte die SPD-Politikerin in einem Interview mit dem «Tagesspiegel» (Montag). «Es gibt auf der Bundesebene und auf der Landesebene zentrale Beschaffung. In den nächsten Tagen und Wochen hoffe ich auf Lieferungen. Die Not ist groß.»

Die Lieferengpässe ließen sich überwinden, wenn mehr Schutzausrüstung produziert werde, so die Senatorin. «Am Besten im Inland. Der Bedarf ist international weit größer, als es die Produktionskapazitäten hergeben.» Die Ausstattung von Praxen und Krankenhäusern mit Schutzkleidung sei nicht nur in Berlin, sondern in ganz Deutschland schlecht. «Nicht alle Bereiche haben für eine eventuelle Pandemie Vorräte gehalten», sagte Kalayci. «Die Krankenhäuser: für einige Wochen bis einige Monate. Im Bereich der niedergelassenen Ärzte: gar keine Bevorratung. Für die Gesundheitsämter gibt es Vorrat. Nun sind alle kalt erwischt.» (dpa)

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Innensenator zu Coronakrise: Verbote werden zunehmend akzeptiert 

Die Berliner Bevölkerung verhält sich in der Coronakrise nach Einschätzung von Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) zunehmend vernünftiger. Es habe mit der Akzeptanz und Durchsetzung der zahlreichen Verbote anfangs Anlaufschwierigkeiten gegeben, sagte Geisel am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. «Polizei und Ordnungsämter mussten in nicht unerheblichen Umfang tätig werden.» Es seien viele Strafverfahren etwa gegen Geschäftsbetreiber eingeleitet worden.

In der vergangenen Woche habe sich die Lage aber deutlich beruhigt, sagte Geisel. Abgesehen von Einzelfällen habe es auch am Wochenende nicht die befürchteten Konflikte gegeben. «Diese Botschaft ist bei den Berlinern angekommen.» Die Akzeptanz sei insgesamt sehr hoch. Bei Ermahnungen durch Polizisten hätten die Menschen größtenteils mit Verständnis reagiert. «Wir beobachten sehr verantwortungsbewusstes und solidarisches Verhalten.» (dpa)

Der Berliner Fernsehturm spiegelt sich in einer elektronischen Werbetafel auf der eine Illustration des Coronavirus zu sehen ist.
Foto: dpa/oto: Christoph Soeder

Corona-Infektionen in Brandenburg steigen auf 846 - 104 neue Fälle 

In Brandenburg hat sich die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen auf 846 erhöht (Stand: 8.00 Uhr). Innerhalb von 24 Stunden kamen 104 neue Fälle hinzu, teilte das Gesundheitsministerium in Potsdam mit. 65 Covid-19-Patienten werden im Krankenhaus behandelt, 16 von ihnen werden künstlich beatmet. Im Zusammenhang mit der Viruserkrankung sind vier Todesfälle in Brandenburg gemeldet.

Die meisten Infektionen mit Sars-CoV-2 sind nach Angaben des Ministerium in der Stadt Potsdam registriert. Dort wurden 109 Menschen positiv auf den Erreger getestet. Der Landkreis Potsdam-Mittelmark verzeichnete 98 Fälle, gefolgt vom Landkreis Oberhavel mit 91 nachweislich Infizierten. Die geringste Zahl an Fällen meldete die Stadt Frankfurt (Oder) mit sechs Fällen, gefolgt vom Landkreis Prignitz mit neun. (dpa)

Kurzarbeit in der Berliner Schaubühne

Die Stilllegung des Kulturbetriebs wegen des Coronavirus trifft auch die Berliner Schaubühne hart. «Was uns im Moment am meisten umtreibt, ist die Frage: Wie lange wird es dauern?», sagte der künstlerische Leiter Thomas Ostermeier (51) der dpa. «Wenn dieser Zustand möglicherweise wirklich ein Jahr anhält, dann sieht die Welt danach nicht mehr so aus wie vorher.» Der Theaterbetrieb sei heruntergefahren und für fast alle Mitarbeiter Kurzarbeitergeld beantragt worden. «Wir haben momentan eine Videokonferenz nach der anderen», sagte Ostermeier. «Was können wir für die Mitarbeiter tun? Und wie schaffen wir es, nicht gleichzeitig in eine Totalkatastrophe der Verschuldung hineinzulaufen?»

Weil die Vorstellungen ausfallen, zeigt die Schaubühne online ältere Aufzeichnungen. Am ersten Abend hätten sie 20 000 Aufrufe gehabt «und damit mehr Zuschauer als mancher deutscher Arthouse-Film im Kino». «Das wird auch international sehr gut angenommen», sagte Ostermeier. Am Mittwoch soll «Hamlet» mit Lars Eidinger laufen.


+++ 29. März +++

Kalayci rechnet mit Start des Corona-Krankenhauses im April/Mai

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) rechnet mit einer Eröffnung des neu geplanten Corona-Krankenhauses auf dem Messegelände im April oder Mai. «Da laufen die Vorbereitungen zur Zeit ganz gut», sagte sie in der Sendung «Rbb-Spezial» am Sonntagabend. «Ich denke mal, dass wir April/Mai dann auch starten können.» Auf dem Berliner Messegelände soll ein provisorisches Corona-Krankenhaus mit bis zu 1000 Betten entstehen.

Das Behandlungszentrum ist dann als eine Art Überlauf gedacht, falls die Krankenhäuser ausgelastet sind. Schwer Erkrankte sollen weiter in Kliniken intensivmedizinisch versorgt werden. Projektleiter für den Aufbau des neuen Behandlungszentrums ist der Ex-Chef des Technischen Hilfswerks, Albrecht Broemme.

Auf dem Gelände der Messe Berlin stehen vor Halle 26 erste Aufsteller mit der Aufschrift "Corona-Behandlungszentrum Jaffestrasse" bereit. 
Foto: imago images/Andreas Gora

Coronavirus in Berlin: Bestätigte Fälle steigen auf 2462

In Berlin gibt es derzeit 2462 bestätigte Fälle des neuartigen Coronavirus, wie die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung am Sonntagabend mitteilte. Das sind 125 mehr als am Vortag. Samstag stieg die Zahl der Neuinfektionen um 185 Fälle.

Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden aktuell 312 Personen, 70 davon intensivmedizinisch. Alle anderen Personen sind häuslich isoliert. Elf an dem neuartigen Coronavirus erkrankte Patienten seien bislang verstorben. (BLZ)

Charité mahnt Herzpatienten zu Untersuchungen

Krankenwagen der Berliner Feuerwehr

Die Berliner Universitätsklinik Charité hat Herzinfarkt- und Schlaganfallpatienten gemahnt, beim Auftreten von Symptomen den Notruf zu wählen oder ein Krankenhaus aufzusuchen. Seit Beginn der Corona-Krise sei die Zahl dieser Patienten deutlich zurückgegangen, teilte die Charité am Sonntag in Berlin mit. Dies gelte offensichtlich bundesweit. Die Klinik befürchtet, dass der Grund dafür Angst vor einer Infektion mit dem Coronavirus sei.

"Die Vermutung liegt nahe, dass bei den betroffenen Personen eine Verunsicherung herrscht, ob sie in der aktuellen Situation eine Klinik aufsuchen sollten", erklärte die Klinik. Dies gelte gerade für Angehörige von Corona-Risikogruppen. Bei Herzinfarkten und Schlaganfällen zähle jedoch oft jede Minute und unbehandelte Erkrankungen könnten zu schweren Folgen wie Lähmungen oder Herzrhythmusstörungen führen, im schlimmsten Fall zum Tod.

Die Charité versicherte vor diesem Hintergrund, dass ungeachtet der Corona-Pandemie auch die Versorgung von Notfall-Patienten mit anderen Krankheitsbildern in den Krankenhäusern sichergestellt sei. Auch würden diese sowie Corona-Patienten auf getrennten Stationen behandelt. (AFP)

Stefanie Hertel gibt Kurzkonzert vor Berliner Altenheim

Stefanie Hertel.
Foto: Ingo Meyer

Schlagersängerin Stefanie Hertel hat am Sonnabend ein Kurzkonzert für die Bewohner des Altenheims „Residenz Ambiente“ in Prenzlauer Berg gegeben. Die 40-Jährige hielt dabei die Abstandsregeln ein: Sie sang vom Dach ihres Tourbusses vor dem Haus. Hertel spielte unter anderem „Que sera“ und „Kopf hoch, Krone auf und weiter“.

Sechs Corona-Patienten aus Frankreich in Berlin angekommen 

Sechs schwerkranke Corona-Patienten aus Frankreich werden nun in der Berliner Charité intensivmedizinisch behandelt. Sie seien am Samstag mit zwei Flugzeugen aus Straßburg nach Berlin geflogen worden, teilten Senatskanzlei und Charité am Sonntag mit. Kurz vor Mitternacht kam demnach der letzte Patient an. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte die Hilfsaktion am Samstagmorgen angekündigt. «Solidarität hört nicht an der Stadtgrenze auf», hatte er erklärt. Berlin will auch noch fünf Corona-Patienten aus Italien aufnehmen. (dpa)

Investitionsbank Brandenburg: Rund 45.000 Anträge auf Corona-Soforthilfe 

Bei der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) sind bislang rund 45.000 Anträge auf Soforthilfe in der Corona-Krise eingegangen. «So viele wie noch bei keinem Programm in der Geschichte unserer Bank», teilte der ILB-Vorstandsvorsitzende Tillmann Stenger am Sonntag auf Anfrage in Potsdam mit.

Rund 150 Mitarbeiter arbeiteten seit Mittwoch von 6 bis 22 Uhr die Anträge ab, auch am Samstag, berichtete Stenger. «Inzwischen haben die ersten Antragsteller ihr Geld auf dem Konto», sagte er. «Ausgezahlt sind inzwischen rund 7,5 Millionen Euro.»

Alle noch Wartenden bat der ILB-Chef um Geduld und darum, von telefonischen Nachfragen abzusehen, «damit die Antragsbearbeitung weiter zügig vonstatten gehen kann». Zu Fragen rund um die Antragstellung bietet die Bank auf ihrer Internetseite Webinare an, die bislang rund 2500 Menschen genutzt hätten.

Einen Antrag auf Soforthilfe können Klein-und Kleinstbetriebe mit bis zu 100 Mitarbeitern oder Freiberufler stellen. (dpa)

Mehr Familien erhalten Anspruch auf Kindernotbetreuung 

In Brandenburg sollen in der Corona-Krise mehr Eltern Anspruch auf eine Notbetreuung für ihre Kinder in Schulen und Kitas bekommen. Das Sozialministerium teilte am Samstag mit, dass von nun an zum Beispiel auch Kinder in die Betreuung könnten, bei denen nur ein Elternteil im Gesundheits- oder Pflegebereich arbeitet. Bislang hatten nur Familien ein Anrecht auf die Betreuung, wenn beide Eltern in den Bereichen arbeiten.

«Wir brauchen in dieser Situation alle verfügbaren Beschäftigten im medizinischen und pflegerischen Bereich», erklärte Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne). Deshalb habe die Landesregierung die bestehenden Regeln noch einmal verändert. Die neuen Regeln gelten unter anderem für Menschen, die im medizinischen oder gesundheitstechnischen Bereich arbeiten, aber etwa auch für Berufstätige, die sich um die Versorgung psychisch Erkrankter kümmern. (dpa)

Tegel schließen? Flughafen-Eigentümer beraten über Corona-Folgen

Eine Entscheidung über eine mögliche vorübergehende Schließung des Berliner Flughafens Tegel könnte an diesem Montag fallen. Der starke Passagierrückgang in der Corona-Krise ist nach Regierungsangaben ein Thema der Gesellschafterversammlung der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg. Um den Flughafen zeitweise vom Netz zu nehmen, müssten die Flughafen-Eigentümer einen Antrag bei der Luftfahrtbehörde stellen.

Bei der Telefonkonferenz mit Vertretern Berlins, Brandenburgs und des Bundes dürfte es daher auch um mögliche Finanzhilfen für die Flughafengesellschaft gehen. Sie hat erhebliche Einnahmeausfälle, weil kaum noch geflogen wird. Der Aufsichtsrat hat schon zugestimmt, Hilfen zu beantragen. (dpa)

Hotline für einsame Senioren in Corona-Krise nachgefragt 

In der Corona-Krise hat sich die Nachfrage bei einer Berliner Hotline für einsame Senioren erhöht. Das Anrufaufkommen sei zuletzt stark angewachsen, sagte die Initiatorin des sogenannten Silbertelefons, Elke Schilling, der Deutschen Presse-Agentur. An einzelnen Tagen hätten fünfmal mehr Menschen angerufen als zuvor, mehr als 160 statt 36. Man sei dabei, die Kapazitäten aufzustocken.

Im Vergleich zur Zeit vor der Krise riefen nun etwas jüngere Menschen an, die noch keine lange Zeit der Einsamkeit hinter sich haben, so Schilling. Es handle sich um eigentlich noch fitte und bewegliche Senioren. Angesichts der Einschränkungen im öffentlichen Leben und der Aufrufe, soziale Kontakte einzuschränken, machten sie nun aber die Erfahrung, allein zu sein. Hinzu komme die Unberechenbarkeit der weiteren Entwicklung. Es gebe bei Anrufern auch Ängste, selbst mit dem Coronavirus infiziert zu sein, so Schilling. «Haben Sie Fieber?», fragten die Hotline-Mitarbeiter dann sicherheitshalber.

Schilling bemerkt auch, dass nun mehr Männer anrufen als bisher. Die Krise mache sie offenbar zugänglicher dafür, sich mit der eigenen Besorgnis auseinanderzusetzen. Es gebe aber genauso Männer, bei denen sie ein Bedürfnis nach Rückkehr zur Normalität sehe: Diese Anrufer sperrten sich, über die Corona-Krise zu sprechen. «Die sagen dann, sie wollen bitte mal über was anderes reden.»

Das Silbertelefon-Team schlägt je nach Situation auch Brücken zu Hilfsnetzwerken, um zum Beispiel Unterstützung fürs Einkaufen zu organisieren. Man arbeite mit den Portalen nebenan.de und gemeinschaft.online, so Schilling. Dort bieten jüngere Leute, die nicht zur Risikogruppe für schwere Verläufe von Covid-19 zählen, Hilfe für ältere Nachbarn an. Auch das Silbertelefon erfahre viel Unterstützung, etwa durch Spenden. «Es ist eine Zeit der Geschenke.»

Seit rund eineinhalb Wochen ist das kostenlose Angebot für Menschen, die einfach mal reden wollen, auch bundesweit erreichbar. Förderer hatten angesichts der besonderen Situation die Ausweitung der Hotline ermöglicht. Die Nummer ist: 0800 4708090. Die Hotline ist den Angaben zufolge zwischen 8  und 22 Uhr erreichbar. Dahinter stehen der Verein Silbernetz und der Humanistische Verband Berlin-Brandenburg. (dpa)

+++ 28. März +++

Lebensgefährte von Berlins Ex-Bürgermeister Klaus Wowereit gestorben

Klaus Wowereit (links) und Jörn Kubicki (Archivbild, 2017).
Foto: Imago Images/APP Ühoto

Jörn Kubicki, der Lebensgefährte von Berlins ehemaligem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit, ist tot. Das bestätigte Wowereits Anwalt Christian Schertz am Samstagabend der Deutschen Presse-Agentur. «Ich kann Ihnen als Anwalt von Klaus Wowereit bestätigen, dass Jörn Kubicki heute verstorben ist», sagte Anwalt Christian Schertz am Samstagabend der Deutschen Presse-Agentur. «Weitere Erklärungen werden hierzu nicht erfolgen und wir bitten, die Privatsphäre von Herrn Wowereit zu respektieren.»

Die «Bild am Sonntag» berichtet, Kubicki sei nach einer langjährigen Lungenkrankheit und einer Infektion mit Coronaviren an Herzversagen gestorben.

Der Neurologe Kubicki (geboren 1965) und Wowereit (66) waren laut «Bild am Sonntag» fast 30 Jahre lang ein Paar. Wowereit war von 2001 bis 2014 Regierender Bürgermeister von Berlin und von 2009 bis 2013 einer der stellvertretenden Bundesvorsitzenden der SPD. Mit seiner Homosexualität ging er offen um. 2001 sagte er vor seiner Nominierung zum Kandidaten als Regierender Bürgermeister: «Ich bin schwul und das ist auch gut so.»

Zahl steigt: 2337 Corona-Infizierte in Berlin

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen in Berlin ist am Samstag auf 2337 gestiegen. Damit sind 185 Fälle mehr bekannt als am Vortag. Das geht aus der jüngsten Statistik der Senatsgesundheitsverwaltung hervor. Die meisten Infizierten gibt es in der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen. Hier wurden 602 Fälle registriert. Neun Patienten sind nach der durch das Virus ausgelösten Krankheit Covid-19 gestorben.

300 Patienten werden im Krankenhaus behandelt. Davon werden 64 Menschen auf der Intensivstation betreut. Von den Infizierten sind 1243 männlich, 1088 weiblich. Bei sechs Personen wurde das Geschlecht nicht übermittelt. Den höchsten Anteil an Corona-Infizierten hat der Bezirk Mitte mit 367 registrierten Fällen. Dahinter folgt Charlottenburg-Wilmersdorf mit 300 Fällen. Im Bezirk Marzahn-Hellersdorf haben sich bislang die wenigsten Menschen angesteckt. Dort liegt die Zahl bei 78. (dpa)

Amtsarzt: Berlins Infektionszahlen sind unterschätzt

Der Reinickendorfer Amtsarzt Patrick Larscheid hält die aktuellen Infektionszahlen in der Coronavirus-Pandemie für die Hauptstadt für unterschätzt. «Der Fallzahlanstieg kann ja nur so groß sein wie die Testkapazität ist», sagte er am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. «Das ist der Knackpunkt. Die Tests in Berlin sind weiter auf 2000 am Tag limitiert. Der Bedarf geht aber darüber hinaus.» Für eine Abschätzung, ob Schutzmaßnahmen wie Ausgangsbeschränkungen wirkten, ist es nach Larscheids Meinung allein wegen dieser unsicheren Datenlage noch viel zu früh.

In Berlin waren mit Stand vom Freitagabend offiziell 2152 bestätigte Coronavirus-Infektionen registriert - darunter acht Todesfälle. 261 Covid-19-Patienten wurden im Krankenhaus behandelt, davon 53 Menschen auf einer Intensivstation. 645 Erkrankte seien wieder genesen. (dpa)

Berliner Senat rechnet mit längerer Gültigkeit der Corona-Regeln

Der Berliner Senat erwartet, dass die Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie auch noch nach Ostern gelten werden. «Ob weitere Maßnahmen nötig sind und wann und ob welche Regeln gelockert werden können oder angepasst werden müssen, ist aktuell nicht abzusehen», teilte eine Senatssprecherin am Samstag auf Anfrage mit. «Man muss allerdings damit rechnen, dass die Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie bis nach Ostern andauern werden.» Der Senat überprüfe die Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung fortlaufend und sei dazu im ständigen Austausch mit Experten, den Bundesländern und der Bundesregierung. (dpa)

Covid-19-Patient stirbt in Potsdam - Vierter Todesfall in Brandenburg

In Potsdam ist in der Nacht zu Samstag ein weiterer Patient nach einer Coronavirus-Infektion gestorben. Der Mann sei 78 Jahre alt und vorerkrankt gewesen, teilte die Stadtverwaltung mit. Die Zahl der Covid-19-Todesfälle erhöhte sich damit in Brandenburg auf vier.

Den ersten Toten in Brandenburg hatte der Landkreis Oberhavel am Freitag der vergangenen Woche gemeldet: Dort starb ein 81 Jahre alter Mann nach einer Infektion mit dem neuartigen Virus. Zwei weitere Todesfälle folgten in Potsdam, wo am Donnerstag ein 88 Jahre alter Mann und am Freitag ein 80-Jähriger starben.

Der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt, Mike Schubert (SPD), appellierte, die Regelungen zur Eindämmung ernstzunehmen. «Dieses Virus ist gefährlich und wir sind weit von einer Entwarnung entfernt», sagte er. «Höchste Priorität muss weiterhin die Reduzierung der persönlichen sozialen Kontakte haben sowie der Schutz der vorerkrankten und älteren Menschen.» (dpa)

Polizei kontrolliert Aufenthaltsbeschränkung im Freien

Die Menschen in der Hauptstadt müssen sich an diesem Wochenende darauf einstellen, dass die Polizei angesichts des Sonnenscheins verstärkt die Ausgangsbeschränkungen in der Corona-Krise kontrolliert. Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) kündigte an, Polizisten seien weiterhin unterwegs, um die Menschen an die Regeln zu erinnern. Gegen hartnäckige Verweigerer werde man konsequent vorgehen.

Geisel forderte die Menschen auf, sich auch bei schönem Wetter an die Abstandsregeln zu halten und auf längere Aufenthalte draußen zu verzichten. Auch die Polizei hatte am Freitag gewittert, dass die Berliner bei ihren kurzen Spaziergängen oder sportlichen Aktivitäten bereits gefüllte Parks und Grünflächen meiden sollen. In Berlin war es unter anderem in Parks zu Verstößen gegen die Kontaktverbote gekommen.

Angesichts des Ausflugswetters kontrollieren auch Polizei und Ordnungsamt in Brandenburg verstärkt Picknickplätze auf die Einhaltung der Kontaktregeln.

Wegen der Corona-Krise gilt ein Abstandsgebot: Bei jedem Aufenthalt außerhalb der eigenen Wohnung ist ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Menschen einzuhalten. Man darf zudem nur allein oder zu zweit unterwegs sein. Ausnahmen gelten für Familien und Bewohner gemeinsamer Wohnungen.

Die Polizei will wegen der Ansteckungsgefahr gut gefüllte Parks verhindern. Sie verweist darauf, dass zwar Bewegung und Sport draußen erlaubt seien, ebenso ein kurzes Ausruhen und Verweilen an einer Stelle. Aber das Niederlassen auf Decken, das Sonnen und längere Sitzen an einer Stelle draußen seien verboten, hatte Polizeipräsidentin Barbara Slowik gesagt. (dpa)

Berlin nimmt sechs Corona-Patienten aus Frankreich auf

Berlin nimmt sechs schwerkranke Corona-Patienten aus Frankreich auf. Sie sollen an diesem Samstag in die Charité kommen, teilte eine Sprecherin des Senats am Samstag mit. Die Infizierten werden den Angaben zufolge per Flugzeug von der Uniklinik Straßburg nach Berlin gebracht, um im Krankenhaus intensivmedizinisch behandelt zu werden. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte sich am Mittwoch mit dem Chef der Charité, Professor Heyo K. Kroemer, darauf verständigt, Corona-Patienten aufzunehmen.

Auch aus Italien werde aktuell ein Transport vorbereitet. Die Charité hat angeboten, in ausgewählten Einzelfällen zu helfen und schwererkrankte Corona-Patienten aus anderen Ländern aufnehmen zu können. Müller sagte dazu: „Solidarität hört nicht an der Stadtgrenze auf. Wir haben die Kapazitäten und können und wollen in Einzelfällen auch helfen und Unterstützung anbieten.“ In dieser akuten Krisensituation sei das selbstverständlich.

Der Senat hatte am Mittwoch angekündigt, dem Beispiel anderer Bundesländer folgen und schwer kranke Corona-Patienten aufnehmen zu wollen. Zunächst war dabei von Erkrankten aus Italien die Rede gewesen. (dpa)

Gewaltschutzambulanz befürchtet mehr Kindesmisshandlungen in Familien

Die Berliner Gewaltschutzambulanz befürchtet durch die Coronakrise einen starken Anstieg von Kindesmisshandlungen. «Die soziale Kontrolle ist derzeit nicht da - der Bereich, in dem sonst häusliche Gewalt gegen Kinder auffällt, also in Schulen, Kitas oder bei Tagesmüttern, ist ja gerade weggefallen», sagte die Vizechefin der Ambulanz, Saskia Etzold, der Deutschen Presse-Agentur. Bei eingeschränkter Öffentlichkeit würden Verletzungen jetzt weniger bemerkt. «Wir müssen wohl davon ausgehen, dass innerfamiliäre Gewalt in den nächsten Wochen deutlich ansteigt.»

Die vor sechs Jahren gegründete Ambulanz gehört zur Berliner Charité. Opfer - sowohl Kinder als auch Erwachsene - können ihre Verletzungen dort von Rechtsmedizinern vertraulich und kostenlos dokumentieren lassen. Sie müssen nicht sofort entscheiden, ob sie den Täter anzeigen. Die Dokumentation zählt auch später bei einer Verhandlung vor Gericht. Rund 6500 Gewaltfälle wurden bislang untersucht.

Drei Viertel der erwachsenen Gewaltopfer in der Ambulanz sind Frauen, rund ein Fünftel aller Betroffenen Kinder. Gefördert wird die Ambulanz in diesem Jahr mit knapp 1,2 Millionen Euro aus dem Haushalt der Senatsjustizverwaltung. (dpa)

Handel: Supermarktkunden sollten Mundschutz tragen

In der Corona-Krise ruft der Einzelhandel in Berlin und Brandenburg die Kunden von Supermärkten dazu auf, beim Einkaufen einen Mundschutz zu tragen. «Je mehr Leute ihn freiwillig tragen, desto mehr schützen sie andere», sagte Verbands-Hauptgeschäftsführer Nils Busch-Petersen. «Wir freuen uns auch über ein Lächeln hinterm Mundschutz.»

Für immer mehr Verkäufer gebe es Plexiglas-Scheiben über den Kassen zum Schutz vor möglichen Infektionen, erklärte der Branchenvertreter. Zudem regelten Händler den Zugang zu ihren Geschäften, etwa über die Zahl der Einkaufswagen. Dann würden nur Kunden mit Wagen eingelassen. (dpa)

Finanzsenator: Corona-Hilfe für Unternehmen wird aufgestockt 

Der Berliner Senat stockt seine Millionenhilfen für mittlere und kleinere Unternehmen in der Coronakrise angesichts des riesigen Bedarfs auf. Wenn es nötig sei, könne das bisher geplante Volumen von 600 Millionen Euro auf bis zu einer Größenordnung von einer Milliarde Euro erhöht werden, sagte Finanzsenator Matthias Kollatz der Deutschen Presse-Agentur. «Die erste Welle werden wir abarbeiten, auch wenn es zu deutlich höheren Haushaltsbelastungen führt, als wir ursprünglich gedacht haben», versicherte der SPD- Politiker. «Weil wir den Unternehmen helfen wollen und wissen, dass es hier mitunter um Tage geht.»

Gleichzeitig machte Kollatz klar, dass Berlin für die Hilfen nicht endlos Geld zur Verfügung habe. Daher müssten früher oder später verstärkt Programme des Bundes in Anspruch genommen werden. Berlin hatte zwei Soforthilfe-Programme für Firmen aufgelegt, die wegen der Ausbreitung des Corona-Virus und den Gegenmaßnahmen in ihrer Existenz bedroht sind. (dpa)

Städtebundpräsident regt Hilfen für Kommunen in Corona-Krise an 

Der Präsident des Städte- und Gemeindebundes Brandenburg, Oliver Hermann, hat wegen der Corona-Krise mögliche Hilfen für Kommunen ins Spiel gebracht. «Viele Städte und Gemeinden kommen auch finanziell in eine schwierige Lage», sagte der parteilose Bürgermeister von Wittenberge der Deutschen Presse-Agentur. «Die Gewerbesteuer geht runter, die Zuweisungen von Bund und Land werden extrem sinken. Daher ist es auch notwendig, dass über eine Art "Rettungsschirm", insbesondere Liquiditätshilfen für Städte und Gemeinden, nachgedacht wird.» Die Kenia-Koalition plant im Kampf gegen die Folgen der Corona-Krise einen Rettungsschirm von bis zu zwei Milliarden Euro. Der Landtag entscheidet nächste Woche darüber. (dpa)

Corona-Krise: Brandenburgs Hochschulen stellen auf digitale Lehre um

Viele Hochschulen in Brandenburg starten wegen der Corona-Krise ohne echte Vorlesungen und Seminare ins neue Sommersemester. Stattdessen setzen sie verstärkt auf digitale Wissensvermittlung, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Die Studenten würden mit entsprechenden Online-Angeboten der Dozenten und Professoren versorgt, sagt Johanna Köhle, Sprecherin der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE). Dort begann das Sommersemester bereits am 16. März. Die Umstellung auf das Lehren im virtuellen Raum bedeute für viele Hochschullehrer aber auch Studenten eine Herausforderung.

An der Fachhochschule Potsdam richtet man sich derzeit darauf ein, dass das gesamte Sommersemester ohne Präsenzveranstaltungen mit allen Möglichkeiten eines Fernstudiums umgesetzt wird, wie Sprecherin Steffi Brune sagt. Die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) sieht laut einer Sprecherin die Krise als Chance zur digitalen Umstellung des Lehrbetriebs. (dpa)

+++ 27. März +++

Coronavirus: Derzeit 2152 bestätigte Fälle in Berlin

In Berlin gibt es derzeit 2152 bestätigte Fälle des neuartigen Coronavirus -215 mehr als noch am Vortag. Das teilte die Sematsverwaltung für Gesundheit am Abend mit. Die Kontaktpersonen werden weiterhin im Rahmen der Containmentstrategie ermittelt, kontaktiert und isoliert.

1156 Personen sind männlich, 991 weiblich. Bei fünf Personen wurde das Geschlecht nicht übermittelt. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 261 Personen, davon werden 53 intensivmedizinisch behandelt. Alle anderen Personen sind häuslich isoliert. Acht an dem neuartigen Coronavirus erkrankte Patient*innen sind bislang verstorben. (BLZ)

Große Nachfrage nach Corona-Soforthilfe für Unternehmen

Die Corona-Soforthilfen haben am Freitag einen Ansturm von Unternehmern ausgelöst. Nach Freischaltung der Online-Anträge steuerten mehrere Zehntausend Interessenten die Website der Investitionsbank Berlin an. Nutzer mussten mehr als eine Stunde warten, um die Formulare ausfüllen zu können. Am frühen Nachmittag waren mehr als 60.000 Nutzer in der Warteschlange. (dpa)

Corona-Rettungsschirm soll über 30 Jahre zurückgezahlt werden

Der geplante Brandenburger Corona-Rettungsschirm in Höhe von zwei Milliarden Euro könnte finanzielle Auswirkungen für die nächsten Jahrzehnte haben. Der Kredit solle «binnen der nächsten 30 Jahre zurückgezahlt werden», sagte CDU-Fraktionschef Jan Redmann am Freitag in Potsdam. «Das bedeutet für jedes Haushaltsjahr eine zusätzliche Belastung in Höhe von 66 Millionen Euro.»

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Erik Stohn betonte, das Land habe gerade eine Vollbremsung gemacht. «Wir wissen, dass wir jetzt stützen müssen.» Die Höhe des Schirms klinge nach einer schwindelerregenden Summe. Aber: «Wir müssen uns das leisten, um jetzt Beschäftigung, um jetzt Unternehmen, um jetzt Familien zu unterstützen», sagte Stohn. Der erneut verdoppelte Rettungsschirm ist nach Angaben von Grünen-Fraktionschefin Petra Budke nötig, etwa weil die Nachfrage nach Hilfen für kleine Unternehmen so groß sei. Krankenhäuser bräuchten mehr Beatmungsgeräte, und Eltern, die ihre Kinder nicht zur Kita bringen können, bräuchten keine Beiträge zahlen. (dpa)

Wegen Corona: Semesterticket bis Ende April als Fahrausweis gültig

Wegen der Corona-Krise können Studierende in Berlin und Brandenburg ihr aktuelles VBB-Semesterticket zunächst bis zum 30. April weiter als Fahrausweis im ÖPNV nutzen. Voraussetzung ist, dass eine Immatrikulationsbescheinigung für das Sommersemester 2020 im Original vorgelegt werden kann, wie der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg am Freitag mitteilte. Dies gelte auch für das Zusatzticket zum Semesterticket Berlin.

Für Studienanfänger im Sommersemester 2020, die noch kein Semesterticket haben, wird den Angaben zufolge die Immatrikulationsbescheinigung für das Sommersemester in Verbindung mit dem Personalausweis als Fahrtberechtigung anerkannt. Dies gelte ebenfalls befristet bis zum 30. April. Weil viele Hochschulen momentan geschlossen sind, können die Studierenden ihre Semestertickets nicht für das Sommersemester verlängern. Die Tickets für das Wintersemester laufen am 31. März aus. (dpa)

Coronakrise könnte Ausbildungsstart für viele Jugendliche erschweren

Der Start in die Ausbildung könnte für viele Schulabgänger in diesem Jahr schwieriger werden. Nach Einschätzung der Senatsverwaltung für Bildung stehen die Chancen gut, dass die Jugendlichen ihre Prüfungen trotz der Corona-Pandemie früh genug abschließen, um eine Ausbildung beginnen zu können. «Nach dem derzeitigen Stand werden die Prüfungen rechtzeitig abgenommen und das Schuljahr fristgerecht beendet», sagte ein Sprecher der Senatsverwaltung der dpa.

Allerdings bestehe angesichts der Corona-Krise die Sorge, dass einige Betriebe nicht in der Lage sein könnten, die in Aussicht gestellten Ausbildungsplätze tatsächlich anzubieten. Das schätzt die Berliner die Industrie- und Handelskammer (IHK) ähnlich ein:  «Viel schwerwiegender wird sein, dass viele der ausbildenden Unternehmen vor existentiellen Herausforderungen stehen. Nur wenn diese überwunden werden, werden sie überhaupt ausbilden können.» (dpa)

Polizei hat bei Corona-Kontrollen Picknickplätze verstärkt im Blick

Angesichts des Ausflugswetters kontrollieren Polizei und Ordnungsamt in Brandenburg auch verstärkt Picknickplätze auf Einhaltung der Kontaktregeln. «Natürlich haben die Kollegen die einschlägigen Orte im Blick und auch die versteckten, kleinen Plätze auf dem Schirm», sagte ein Polizeisprecher in Potsdam. Insgesamt lautete das Fazit der Polizei aber auch für die Kontrollen zur Eindämmung der Coronavirus-Infektionen am Freitag: «unaufgeregt».

Ähnliches berichtete die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, wo die Schlösser und die Pfaueninsel derzeit zwar geschlossen, die Schlossgärten aber geöffnet sind. Die Besucher hätten sich in den vergangenen Tagen weithin an die Vorgaben gehalten, teilte Stiftungssprecher Frank Kallensee mit. «Ein größerer Andrang war in den Potsdamer Anlagen nicht zu verzeichnen. Wir gehen davon aus, dass dies so bleibt und raten unseren Gästen dringend dazu, diesen Empfehlungen auch am Wochenende zu folgen.» (dpa)

Bäcker melden Brot-Hamsterkäufe, Kuchen geht schlechter

Brot ist in Berlins Bäckereifilialien in Zeiten der Coronakrise gefragt wie selten. Auch Brötchen würden deutlich mehr verkauft, sagte Johannes Kamm, Geschäftsführer der Bäcker-Innung Berlin der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. Beim Brot habe es zuletzt zum Teil regelrechte Hamsterkäufe gegeben, einzelne Kunden hätten gleich zehn Kilogramm gekauft - zum Einfrieren.

Das Einkaufsverhalten der Kunden habe sich insgesamt deutlich verändert, sagte Kamm. «Die Nachfrage bei Kuchen hat nachgelassen. Kuchen zu essen, ist immer etwas Geselliges, die Gelegenheit dazu fällt nun oft weg.» (dpa)

Verdi irritiert über Müller-Vorstoß für «Helden»-Bonus

Die Gewerkschaft Verdi hat den Vorstoß von Berlins Regierungschef Michael Müller (SPD), den «Helden des Alltags» in der Coronakrise einen Bonus zu zahlen, als unausgegoren kritisiert. «Geldgeschenke nach dem Füllhornprinzip zu verteilen, halten wir nicht für einen gangbaren Weg», sagte Verdi-Sprecher Andreas Splanemann der dpa. Neben dem von Müller als Adressaten der Zuwendung genannten Gesundheitswesen, der Polizei oder Feuerwehr gebe es auch andere Bereiche, in denen die Belastungen für die Beschäftigten hoch seien, die aber nicht so im Fokus stünden. «Hier Gerechtigkeit hinzubekommen, ist sehr schwer.»

Müller hatte am Donnerstag vorgeschlagen, die ab November geplante Berlin-Zulage von monatlich 150 Euro für alle Landesbedienstete noch einmal zu überarbeiten. (dpa)

Brandenburg will Corona-Rettungsschirm auf zwei Milliarden verdoppeln

Der Rettungsschirm in Brandenburg für die Folgen der Corona-Krise soll auf zwei Milliarden Euro verdoppelt werden. Darauf hätten sich die Landesregierung und die Koalitionsfraktionen verständigt, erklärte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Freitag. Der Landtag soll nächste Woche darüber entscheiden. (dpa)

Investitionsbank Brandenburg: Bereits fast 37.000 Anträge auf Soforthilfe

Bei der Investitionsbank Brandenburg sind bislang fast 37.000 Anträge auf Soforthilfe des Landes eingegangen. «Alle Antragsteller, die einen korrekten Antrag eingereicht haben und berechtigt sind, werden Soforthilfe erhalten», betone der Vorstandsvorsitzende der Investitionsbank Brandenburg, Tillman Stenger, am Freitag auf Anfrage. Die ersten Gelder seien bewilligt. Rund 2,5 Millionen Euro stünden zur Auszahlung an. Einen Antrag auf Soforthilfe können Klein-und Kleinstbetriebe mit bis zu 100 Mitarbeitern oder Freiberufler stellen. (dpa)

Dritter Toter nach Coronavirus-Infektion in Brandenburg

Nach zwei Covid-19-Todesfällen in Potsdam hat sich die Zahl der Toten mit nachgewiesener Coronavirus-Infektion in Brandenburg auf drei erhöht. In der Landeshauptstadt sei am Freitagmorgen ein 80 Jahre alter Mann daran gestorben, sagte Oberbürgermeister Mike Schubert auf einer Pressekonferenz. Am Vorabend war ebenfalls im Ernst-von-Bergmann-Klinikum der erste Todesfall in Potsdam gemeldet worden, dabei handelte es sich um einen 88-Jährigen. Der erste Brandenburger, der nachweislich nach einer Erkrankung an dem neuartigen Virus gestorben ist, war in der vergangen Woche aus dem Landkreis Oberhavel gemeldet worden. (dpa)

Berliner Programmkinos starten Spendenaufruf

Weil Kinos wegen der Coronakrise geschlossen sind, hoffen mehrere Häuser auf Spenden. Auf der Internetplattform Startnext haben Berliner Programmkinos einen entsprechenden Aufruf gestartet. Durch die aktuelle Kreativpause sei die Berliner Kinolandschaft in ihrer Existenz bedroht, schreiben die Initiatoren. «Wir möchten auch in Zukunft diese Vielfalt für Euch erhalten & dafür brauchen wir Eure Unterstützung.» Das Geld soll rund 30 Kinos zugute kommen, zum Beispiel dem Moviemento, Il Kino und Delphi Filmpalast. Einige setzen auch auf den Gutscheinverkauf zur Unterstützung. (dpa)

Bühnenverein fürchtet um private Theater

Wegen der Coronakrise stehen die Theater still. Nach Einschätzung des Deutschen Bühnenvereins trifft das vor allem private Häuser hart. Weil die Vorstellungen ausfallen, brechen Einnahmen weg. «Das macht in den Privattheatern einen maßgeblichen Anteil des Budgets aus», sagte der geschäftsführende Direktor Marc Grandmontagne der Deutschen Presse-Agentur.

Um nicht in die Insolvenz zu rutschen oder um Personalabbau vorzubeugen, sei die Einführung von Kurzarbeit eine Möglichkeit. Da würden sie Häuser beraten, sagte Grandmontagne. Für viele sei das eine Existenzfrage. Rechtlich möglich sei Kurzarbeit bei Privattheatern und privatrechtlich organisierten Häusern.

Sollte der Zustand länger gehen, könne dies dazu führen, dass man einen großen Teil der privaten Kulturlandschaft verliere, sagte Grandmontagne. Deswegen richteten sich Bemühungen von Politik und Verbänden darauf, diesen Häusern schnellstmöglich zu helfen. Kurzarbeit beantragt hat etwa die Berliner Komödie am Kurfürstendamm.

Manche Berufsgruppen am Theater würden nun an anderer Stelle mithelfen. «Wir haben von einigen Häusern gehört, dass die Kostümabteilungen sich jetzt aktiv am Nähen von Schutzausrüstung, von Schutzmasken auch betätigen», sagte Grandmontagne. Zum Teil würden Kommunikationsleute in Krisenstäben der Kommunen mitarbeiten. Das finde er toll, dass die Menschen etwas tun könnten um zu helfen. (dpa)

Aufruf: Unternehmen sollen Schutzausrüstung spenden

Wirtschaftsverbände und der Berliner Senat haben Unternehmen dazu aufgerufen, Schutzausrüstung für Krankenhäuser, Arztpraxen, Polizei und Feuerwehr zu spenden. Dazu gehören Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel und Atemschutzmasken. Mit Unterstützung der Polizei wurde für Spendenangebote die Hotline 030 4664 616161 eingerichtet, wie die Unternehmensverbände Berlin- Brandenburg am Freitag mitteilten. Sie ist werktags von 8 bis 16 Uhr zu erreichen. Für die Abgabe der Spende stehen nach telefonischer Absprache ab Montag zwei Lager zur Verfügung. Größere Bestände werden auch abgeholt.

Die Aktion läuft vorerst bis 3. April. Für die Verteilung der Spenden ist die Senatsverwaltung für Gesundheit zuständig. Schutzbekleidung ist derzeit selbst im medizinischen Bereich Mangelware, weil es Probleme bei der Beschaffung neuer Materialen gibt. (dpa)

Infiziertenzahl in Brandenburg erhöht sich auf 632 - 84 neue Fälle 

Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Brandenburger wächst weiter. Mit Stand Freitag (8.00 Uhr) wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums offiziell 632 Infizierte in Brandenburg gemeldet. Das sei ein Zuwachs von 84 Fällen innerhalb der vergangenen 24 Stunden. 47 Menschen sind demnach in Behandlung in Krankenhäusern, davon werden elf künstlich beatmet. Zudem ist eine zweite Person an COVID-19 gestorben. Es handelt sich um einen 88-Jährigen aus Potsdam. Der Mann hatte demnach schwere Vorerkrankungen.

Die meisten Infizierten gibt es in den Landkreisen Märkisch-Oderland und Oberhavel mit jeweils 69 Fällen, gefolgt von der Stadt Potsdam mit 63 Infizierten. Der Landkreis Barnim registrierte 60 Fälle. Die wenigsten Infizierten meldeten der Kreis Prignitz und die Stadt Frankfurt (Oder) mit jeweils sechs Fällen und der Kreis Uckermark mit acht Infizierten. (dpa)

Kleinunternehmer können jetzt Corona-Hilfen beantragen

Kleinunternehmer in Berlin können von heute (Freitag) an Bundes- und Landeshilfe gegen die Folgen der Coronavirus-Pandemie beantragen. Die Investitionsbank Berlin schaltet das Formular um 12.00 Uhr auf ihrer Website frei. Soloselbstständige, Freiberufler und Kleinstunternehmer mit höchstens fünf Mitarbeitern können 5000 Euro Soforthilfe vom Land bekommen, außerdem bis zu 9000 Euro vom Bund. Für Unternehmen mit bis zu 10 Beschäftigten gibt es aus Bundesmitteln bis zu 15.000 Euro.

Die Bundesmittel können nur für laufende Betriebskosten wie Mieten, Kredite für Betriebsräume, Leasingraten und Ähnliches beantragt werden, wie die Förderbank erklärte. Anträge, die schon vor Fristbeginn eingereicht wurden, werden nicht berücksichtigt.

Die IBB bietet außerdem zinslose Überbrückungskredite von bis zu 500.000 Euro mit einer Laufzeit von zwei Jahren, die Liquiditätshilfen Berlin. Die Nachfrage danach sei groß, hieß es bei der Bank. Unternehmer wurden gebeten, die Anträge auch früh morgens oder spät abends einzureichen, um das Kundenportal nicht zu überlasten.

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Unternehmer können auch von der Förderbank des Bundes, der KfW, Kredite erhalten. Diese werden über die Hausbanken beantragt. Über alle Programme informieren die IBB, die Fördergesellschaft Berlin Partner und die Berliner Tourismus- und Kongressgesellschaft (Visit Berlin) auch telefonisch. (dpa)

Landwirt vermittelt online Arbeitskräfte

Der Landwirt Frederik Henn aus Frankfurt (Oder) bietet jetzt eine Vermittlungsplattform für Arbeitskräfte und Landwirte an. Auf der Seite www.land-arbeit.com können Landwirte ihren Bedarf und Arbeitsuchende ihre Verfügbarkeit angeben. Bereits in den ersten Stunden nach dem Start habe es über 100 Meldungen von Arbeitsuchenden gegeben, berichtet Henn. Normalerweise bewältigen viele Landwirte die Ernte mit Hilfe von Helfern aus Osteuropa. Doch wegen der aktuellen Einreisebeschränkungen fehlen nun viele Helfer.

Auch der Bundesverband der Maschinenringe und das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft haben eine Online-Plattform gestartet. Die Plattform www.daslandhilft.de stellt ebenfalls den Kontakt zwischen Landwirten und Bürgern her, um sie für Pflanz- und Erntearbeiten in der Landwirtschaft zu vermitteln. (dpa)

Katrin Lange: Brandenburg bemüht um Ausnahmen für polnische Pendler

Die brandenburgische Landesregierung bemüht sich um eine Ausnahmeregelung mit Polen für Berufspendler. «Wir sind aber im ständigen Kontakt und hoffen natürlich, dass wir eine ähnliche Regelung, wie sie in Tschechien ja erlassen wurde, auch für Brandenburg erreichen können», sagte Finanz- und Europaministerin Katrin Lange (SPD) dem rbb-Inforadio am Freitagmorgen laut einer Mitteilung. (dpa)

Woidke kritisiert Touristenverbot in Ostprignitz-Ruppin

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat sich gegen das Einreiseverbot für Touristen im Kreis Ostprignitz-Ruppin ausgesprochen. «Ich halte es rechtlich für fragwürdig und ich halte auch den Alleingang nicht für gut», sagte Woidke am Donnerstagabend im rbb-Fernsehen. Er habe zwar ein gewisses Verständnis von Sorgen bei Bürgermeistern in der Region. Das Verbot sei aber nicht genug abgewogen worden. «Die Maßnahme selber halte ich erstens für schwer durchsetzbar und zweitens auch für eine Maßnahme, die uns nicht wirklich hilft, dieses Ziel zu erreichen.» Es gehe darum, Kontakte einzudämmen.

In dem Landkreis mit den Besuchermagneten Rheinsberg und Neuruppin sind seit Donnerstag touristische Reisen aus privatem Anlass verboten. Der Kreis reagierte nach eigenen Angaben mit dem Verbot vor allem auf viele Touristen, die seit den Autokontrollen an wichtigen Zufahrtsstraßen zum Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern in der Region gestrandet seien. Am Donnerstag ruderte der Kreis teilweise zurück und präzisierte: Denjenigen, die schon länger im Landkreis seien, solle ein Bleiberecht im Zweitwohnsitz möglich sein, Einreisen sollten entsprechend bis mindestens 19. April eingedämmt werden. «Dabei geht es vor allem um die Menschen, die hier im Zweitwohnsitz leben und arbeiten. Auch soll der Besuch von Familienmitgliedern weiterhin möglich sein.» (dpa)

Berlins Zootiere langweilen sich ohne Besucher

Im Berliner Zoo verstehen die Affen die Welt nicht mehr: Vor ihren Gehegen herrscht seit fast zwei Wochen Totenstille. «Manche Tiere vermissen die Besucher ein bisschen», sagt Sprecherin Philine Hachmeister. Weitaus schlimmer aber trifft die Coronakrise Zoo und Tierpark wirtschaftlich. «Besucher sind unsere Haupteinnahmequelle», ergänzt Hachmeister. Das Wirtschaftliche sei deshalb nun die größte Sorge und Herausforderung. In Zoo, Tierpark und Aquarium leben rund 30.000 Tiere. (dpa)


+++ 26. März +++

1937 bestätigte Coronavirus-Fälle in Berlin

In Berlin gibt es derzeit 1937 bestätigte Coronavirus-Fälle. Das teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit am Donnerstagabend mit. Die Zahl der Infizierten in der Hauptstadt ist somit um 292 gestiegen. 235 der infizierten Personen werden im Krankenhaus isoliert und behandelt, 46 davon intensivmedizinisch. Alle anderen Personen befinden sich in häuslicher Isolation. Acht Personen seien bislang am neuartigen Coronavirus verstorben, heißt es weiter. (BLZ)

88-jähriger Potsdamer nach Coronavirus-Infektion gestorben

In Potsdam ist ein 88 Jahre alter Mann, der mit dem Coronavirus infiziert war, nach Angaben eines Stadtsprechers am Donnerstagabend in einem Krankenhaus gestorben. Es handele sich um den ersten Toten in der Landeshauptstadt, der mit dem Virus infiziert war, wie es weiter hieß. Der Mann hatte demnach schwere Vorerkrankungen. Nach der offiziellen Statistik des Gesundheitsministeriums von Donnerstagnachmittag gab es bis dahin in Brandenburg erst einen Toten im Zusammenhang mit dem Coronavirus. (dpa)

Berlin: Längeres Verweilen in der Sonne nicht erlaubt

Kurz vor zwei weiteren sonnigen Tagen am Freitag und Samstag hat die Polizei mit Blick auf das Coronavirus vor zu viel Freizeitaktivitäten gewarnt. Man beobachte, dass das Wetter besser werde und es die Menschen in die Parks ziehe, sagte Polizeipräsidentin Barbara Slowik am Donnerstag. Die meisten seien regelkonform unterwegs, aber es seien eben sehr viele Menschen.

Die von Juristen als kompliziert bezeichnete 2780 Wörter lange Verordnung, die vorschreibt, dass man die Wohnung nicht verlassen darf, gestattet zwar Bewegung an frischer Luft. Sie erlaube auch ein kurzes Verweilen an einer Stelle, sagte Polizeipräsidentin Barbara Slowik am Donnerstag. „Alles was aber dem längeren Aufenthalt dienen soll, wie das Ausbreiten eines Handtuchs, ist nicht zulässig und wird von den Einsatzkräften angesprochen und als Ordnungswidrigkeit geahndet werden.“ Wegen der Ansteckungsgefahr will die Polizei auf diese Weise Menschenansammlungen in Parks verhindern.

Passanten genießen die tief stehende Sonne am späten Nachmittag im Park am Gleisdreieck.
Foto: imago images/Kay Nietfeld

Es gelte die Anordnung, die Menschen sollten sich zu Hause aufhalten. „Das ist sicher außerordentlich bedauerlich bei diesem wunderbaren Wetter, aber es entspricht so der Eindämmungsverordnung.“ Die Polizei werde auch in den nächsten Tagen wieder mit 300 zusätzlichen Polizisten, Zivilstreifen Fahrradstaffeln und den üblichen Streifenwagen unterwegs sein. (BLZ)

Berliner Clubs zufrieden mit Livestream - Ausweitung geplant

Der tägliche Livestream mit DJ-Sets aus den wegen der Corona-Krise geschlossenen Berliner Clubs soll angesichts des Erfolges über die Hauptstadt hinaus ausgeweitet werden. Von der kommenden Woche an wollen sich auch Clubs etwa aus Hamburg, München, Leipzig, Wien oder Amsterdam an #UnitedWeStream beteiligen, wie der Sprecher der Clubcommission, Lutz Leichsenring, der dpa am Donnerstag sagte.

Nach der ersten Woche der Streams sprach Leichsenring von mehr als drei Millionen Unique Usern auf der Seite. Das Feedback sei sehr groß gewesen, es gebe Nachrichten aus der ganzen Welt. An der Geldsammlung beteiligten sich bisher knapp zehntausend Menschen, die bisher mehr als eine viertel Million Euro für die Clubs spendeten. Ein Teil davon ist auch als Flüchtlingshilfe vorgesehen.

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An den ersten Tagen beteiligten sich zahlreiche DJs mit ihren Sets aus Clubs wie «Watergate», «Tresor», «Alte Münze», «Kater Blau», «Griesmühle» oder «Wilde Renate» an den Übertragungen, die täglich um 19.00 Uhr beginnen. Das international gefeierte Szene-Flaggschiff «Berghain» hat ebenfalls seine Mitwirkung angekündigt. (dpa)

Berlin: 22 Polizisten infiziert, 446 in Quarantäne

Bei der Berliner Polizei sind inzwischen 468 Beamte wegen einer möglichen Coronavirus-Ansteckung betroffen und können nicht arbeiten. 22 Polizisten sind infiziert, 80 in einer vom Amtsarzt angeordneten Quarantäne und 366 in einer freiwilligen Quarantäne. Das sagte Polizeipräsidentin Barbara Slowik am Donnerstag. An den vergangenen Tagen seien aber auch jeweils zwischen 30 und 65 Kollegen aus der Quarantäne zurückgekehrt.

Die Polizei hat inzwischen eine eigene Virus-Teststrecke eingerichtet. Bislang seien 60 Polizisten getestet worden, 3 davon seien infiziert. „Wir testen nur Kollegen mit Symptomen“, sagte Slowik. Für bis zu 40 Kollegen soll das künftig pro Tag möglich sein. Menschen ohne Symptome zu testen sei nicht sinnvoll, weil es zu viele falsche Ergebnisse gebe. (dpa)

Spargelbauer: Nur 50 Prozent der Erntehelfer da

Trotz fehlender Erntehelfer läuft auf den Beelitzer Spargelfeldern die Ernte an. Stangen werden gestochen und für den Verkauf vorbereitet. Doch es seien zu wenige Erntehelfer aufgrund von Reisebeschränkungen wegen der Gefahr vor Corona aus Polen und Rumänien angereist, sagte Spargelbauer Ernst-August Winkelmann, Geschäftsführer Spargelhof Klaistow (Potsdam-Mittelmark) am Donnerstag. In seinem Betrieb wie insgesamt bei den Spargelbauern in Beelitz fehlten etwa die Hälfte der Erntehelfer aus Osteuropa.

«Es ist schon derzeit genug zu tun», sagte Winkelmann. Da werde jede Hand gebraucht. «Wenn Mitte April der Spargel richtig gut wächst, dann wird es richtig schlimm», sagte er und fügte besorgt hinzu: «Wer soll ihn dann stechen?» (dpa)

Fünfter Corona-Toter in Berlin

Die Senatsverwaltung für Gesundheit teilte auf Nachfrage dieser Zeitung mit, dass inzwischen fünf Corona-Infizierte in Berlin gestorben sind. Am Mittwoch sei ein 81-jähriger Covid-19-Erkrankter verstorben. (ann.)

Corona-Fälle in Brandenburg steigen auf 579

Die Zahl der vom Land bestätigten Coronavirus-Infektionen ist in Brandenburg am Donnerstag (Stand: 15.00 Uhr) auf 579 gestiegen. Wie das Gesundheitsministerium in Potsdam mitteilte, kamen innerhalb von 24 Stunden 74 neue Fälle hinzu. 34 Patienten würden wegen des neuartigen Erregers stationär behandelt, fünf von ihnen erhielten eine künstliche Beatmung. Nach wie vor ist ein Todesfall im Zusammenhang mit der Viruserkrankung gemeldet. (dpa)

Post: Zustellung von Briefen und Paketen sichergestellt

Briefe und Pakete können nach Angaben der Deutschen Post in Berlin und Brandenburg trotz Corona-Krise ohne wesentliche Einschränkungen zugestellt werden. Die Post sei nach wie vor flächendeckend an sechs Tagen in der Woche im Einsatz, berichtete das Unternehmen am Donnerstag. Auch der überwiegende Teil der Partner-Filialen und DHL-Paketshops sei geöffnet. In Einzelfällen könne es aber aufgrund von Krankheit oder fehlender Kinderbetreuung zu geänderten Öffnungszeiten oder vorübergehenden Schließungen kommen. (dpa)

Corona-Eindämmung: Weniger Diebstähle, mehr Gewalt in Familien 

Seit Beginn der Coronakrise ist die Kriminalität in Berlin in einigen Bereichen deutlich zurückgegangen. Seit dem 1. März wurden bei der Polizei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum weniger Diebstähle, Einbrüche in Geschäfte, Sexualdelikte und Gewalttaten angezeigt. Das sagte Polizeipräsidentin Barbara Slowik am Donnerstag zu ganz aktuellen Zahlen. Gründe seien die geschlossenen Geschäfte und das weitgehend ruhig gestellte öffentliche Leben.

Gleichzeitig wurden mehr Einbrüche in Keller und mehr Gewalttaten in Familien registriert. Slowik betonte, das sei ein erster Trend vom 1. bis zum 24. März, der aber noch wenig belastbar und aussagekräftig sei, weil der Zeitraum sehr kurz sei.

Slowik sprach von einem Rückgang aller Straftaten von 5,4 Prozent. Die Zahl der angezeigten Diebstähle sei um 7,5 Prozent gesunken. Darunter sei ein Rückgang bei den Fahrraddiebstählen von knapp 28 Prozent und bei den Taschendiebstählen um knapp 10 Prozent. Es habe 23 Prozent weniger Geschäftseinbrüche gegeben, 19 Prozent weniger Sexualdelikte und knapp 4 Prozent weniger Gewaltdelikte.

Die Gewalttaten in Familien, oft von Männern gegen Frauen und Kinder gerichtet, stiegen demnach um knapp 11 Prozent. Auch bei den Einbrüchen in Keller und Dachböden gab es einen Zuwachs um knapp 30 Prozent. Hierzu meinte die Polizei allerdings, es könnte auch sein, dass ein Teil der Fälle erst jetzt entdeckt werde, weil die Menschen mehr Zeit hätten und nach Wochen oder Monaten mal wieder den Keller aufräumen wollten. (dpa)

Bund gegen vorübergehende Tegel-Schließung

Im Bundesverkehrsministerium gibt es starke Vorbehalte gegen eine vorübergehende Schließung des Flughafens Tegel. Wie die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus Regierungskreisen erfuhr, drängt der Bund darauf, beide Berliner Flughäfen offen zu halten. Grund sei, grundsätzlich die Infrastruktur funktionsfähig zu halten - vor allem auch für Frachtflüge und Urlaubsrückkehrer. Der Bund hält Anteile an der Flughafengesellschaft und ist im Aufsichtsrat vertreten.

Im Berliner Senat gibt es Überlegungen, den Flughafen Tegel vorübergehend zu schließen. Hintergrund sind die massiven Einbrüche bei den Passagierzahlen um mehr als 90 Prozent an den Berliner Flughäfen aufgrund von Sars-CoV-2.

Das Land Berlin ist zu mehr als einem Drittel an den Hauptstadt-Flughäfen Schönefeld und Tegel beteiligt. Der Flughafen Tegel soll mit der Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens BER Ende Oktober ohnehin komplett geschlossen werden. (dpa)

Vivantes-Kliniken: Dutzende Mediziner in Quarantäne

Bei den landeseigenen Berliner Vivantes-Kliniken müssen bereits am Anfang der Coronavirus-Pandemie mehrere Dutzend Ärztinnen und Ärzte in Quarantäne bleiben. An allen Standorten seien zusätzlich zu den Abklärungsstellen für Patienten Abstrichstellen für Mitarbeiter eingerichtet worden, berichtete Sprecherin Astrid Steuber. Bei den ersten Krankheitssymptomen erfolge dort ein Test zum Ausschluss von Covid-19 und je nach Ergebnis auch eine 14-tägige Quarantäne.

Aktuell gelte, dass Mitarbeiter nach Kontakt mit einem infizierten Menschen weiter arbeiteten, solange sie ohne Symptome seien - allerdings mit entsprechender Schutzausrüstung und engem Monitoring der eigenen Gesundheit. (dpa)

Bezirksbürgermeister Igel begibt sich in häusliche Quarantäne

Der Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick, Oliver Igel (SPD), wurde am Mittwochnachmittag darüber informiert, dass es in seinem engsten Familienkreis ein positiv auf das Coronavirus getestetes Familienmitglied gibt. Unmittelbar nach dieser Information hat sich der Bezirksbürgermeister in häusliche Quarantäne begeben. Igel wird auf das Coronavirus getestet. Er zeigt keinerlei Symptome. Seinen Dienstgeschäften wird er weiterhin aus der häuslichen Quarantäne heraus nachgehen. (BLZ)

Wegen Corona: 207 Demonstrationen in Berlin bis 19. April verboten

Wegen der Verbote zur Bekämpfung des Coronavirus sind insgesamt 207 bereits angemeldete Demonstrationen verboten worden. Das teilte die Polizei auf eine Anfrage mit. Das gelte für die Zeit für die Geltungsdauer der Verordnung zur Eindämmung des Virus vom 23. März bis zum 19. April 2020. Betroffen sind 45 Demonstrationen, die durch Teile der Stadt ziehen wollten, und 162 Kundgebungen an bestimmten Orten.

Wenn die Regelungen über den 19. April hinaus verlängert werden, sind auch die vielen Demonstrationen rund um den 1. Mai betroffen und dürften wohl nicht stattfinden. Die großen Kundgebungen der Gewerkschaften und auch die übliche linksradikale Demonstration am Abend in Kreuzberg oder zuletzt in Friedrichshain werden jährlich von so vielen tausend Teilnehmern besucht, dass ein wirksamer Gesundheitsschutz kaum möglich sein dürfte. Das große Straßenfest Myfest am 1. Mai in Kreuzberg hatte der Senat bereits abgesagt. (dpa)

Polizei: 582 Verstöße gegen Corona-Gesetze seit 14. März 

Seit dem 14. März hat die Berliner Polizei 582 Verstöße gegen die Coronaschutz-Gesetze festgestellt. Mehr als 1700 Geschäfte, Kneipen, Restaurants, Imbisse und Bäckereien seien überprüft und 774 davon geschlossen worden, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Außerdem gab es auch 255 Überprüfungen im Freien, also von Menschen, die sich nicht alle an die Abstandsgebote hielten.

Am Mittwoch war die Polizei wegen des Sonnenscheins besonders in Parks unterwegs. «Polizeikräfte sprachen Personen, die sich nicht an die Vorgaben hielten, gezielt an und sensibilisierten sie bezüglich der Einhaltung der Abstandsregeln.» Tagsüber gab es zudem 20 Anzeigen gegen Imbisse und Lokale, nachts weitere 19 Strafanzeigen sowie 44 Ordnungswidrigkeitsanzeigen. (dpa)

Scheeres: Abi-Prüfungen auch bei weiter geschlossenen Schulen machbar

Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) geht davon aus, dass Abiturprüfungen auch dann organisiert werden können, wenn die Schulen wegen der Corona-Pandemie weiter geschlossen bleiben. Die Entscheidung der Kultusministerkonferenz, die Prüfungen nicht ausfallen zu lassen, «ist der richtige Weg, damit unsere Schülerinnen und Schüler Planungssicherheit haben», sagte die Politikerin am Donnerstag im rbb-Inforadio.

Wegen der Anerkennung der Abschlüsse brauche es eine deutschlandweite Lösung. Angesichts der Coronavirus-Krise müssten aber besondere Vorkehrungen getroffen werden, um die Gesundheit von Schülern und Lehrern zu gewährleisten. Scheeres sprach sich im Inforadio auch dafür aus, die für kurz nach den Osterferien angesetzten Prüfungen nach hinten zu verschieben. (dpa)

Polizei bittet: Fragen zu Verboten nicht über Notruf 110 

Die Berliner Polizei hat dringend darum gebeten, mit Fragen zu den Verboten während der Corona-Krise nicht die Notrufnummer 110 zu wählen. Es sei zu verstehen, dass die Menschen viele Antworten bräuchten, twitterte die Polizei. «Aber das darf nicht dazu führen, dass Menschen in Not keine Chance mehr haben, in unserer Notrufzentrale durchzukommen.»

Ständig würden Menschen anrufen und Fragen stellen, die mit «Darf ich...» beginnen würden. Entsprechende Sätze «fluten derzeit unseren #Notruf». Als Beispiele nannte die Polizei unter anderem: «Darf ich mit meinen Kumpels zuhause chillen?» und «Darf ich mit meinen Freunden draußen abhängen?». Die Antworten jeweils: Nein.

Die Polizei empfahl den Anrufern, vor der Wahl der 110 zu überlegen, ob man die Informationen wirklich nicht woanders findet, ob das Vorhaben tatsächlich so dringend ist und ob man nicht eigentlich nur nach einem Schlupfloch sucht. (dpa)

Müller gibt im Abgeordnetenhaus Regierungserklärung zu Corona ab 

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) gibt an diesem Donnerstag (10 Uhr) im Abgeordnetenhaus eine Regierungserklärung zur Coronavirus-Krise ab. Mit Spannung wird erwartet, was Müller zur Lage in Krankenhäusern und Arztpraxen, zu den drastischen Ausgangsbeschränkungen, Hilfen für die Wirtschaft und anderen Aspekten der Krise sagt. Dazu sprechen auch Vertreter der Fraktionen. Zum Abschluss der stark verkürzten Plenarsitzung ist eine Fragestunde geplant, bei der Abgeordnete mehr oder weniger spontan Fragen an die anwesenden Senatoren stellen können.

Aus Gründen des Gesundheitsschutzes werden nicht alle Parlamentarier im Plenum vertreten sein. Die Beschlussfähigkeit des Abgeordnetenhauses sei aber sichergestellt, hieß es. (dpa)

Oppositionsführer Dregger fordert Zeichen der Führung von Müller 

Vor der Sitzung des Berliner Abgeordnetenhauses am Donnerstag fordert die CDU vom Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) Führungsstärke in der Coronakrise. «Ich erhoffe mir von Müllers Regierungserklärung, dass er Führungsstärke demonstriert, genau wie es Kanzlerin Angela Merkel zeigt», sagte CDU-Fraktionschef Burkard Dregger der Deutschen Presse-Agentur. Müller müsse den Menschen in der Stadt mit einem überzeugenden Auftritt das Gefühl geben, dass der Senat «die Dinge im Griff habe».

Zudem erwarte er die Botschaft: «Wir stehen in der Krise zusammen, wir lassen niemanden zurück», sagte Dregger. Oberstes Gebot gemeinsamen politischen Handelns müssen der Schutz der Menschen vor den Gefahren durch das Coronavirus sein. «Es ist jetzt nicht die Zeit für ideologische Auseinandersetzungen, das sollte Müller auch deutlich machen», sagte Dregger. «Vielleicht ist diese Krise auch eine Chance, den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft zu stärken.» (dpa)

Chebli appelliert in Coronakrise an Gemeinsinn

Die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli (SPD) hat in der Coronakrise zur Unterstützung von Schwächeren aufgerufen und die bisherige Hilfsbereitschaft gelobt. «Wichtig ist, dass Menschen spüren, da sind Mitmenschen, die sich kümmern, Menschen, die zuhören», sagte Chebli der Deutschen Presse-Agentur. Es gehe um Menschen in Not, um Einsame, Ältere, Menschen mit Behinderung, Betroffene, die finanziell am Limit lebten oder Obdachlose. «Sie alle brauchen jetzt unsere Solidarität», betonte die Staatssekretärin für Bürgerliches Engagement und Internationales. Und sie sei dankbar, dass es in Berlin, aber auch in ganz Deutschland, so viele Menschen gebe, die bereit seien, mit anzupacken. (dpa)

Gerichte arbeiten wegen Coronakrise eingeschränkt

In Brandenburg hemmt das Coronavirus auch die Justiz bei ihrer Arbeit. Ein Großteil der Verfahren am Oberlandesgericht sowie den Land- und Amtsgerichten sei mit Blick auf die Ansteckungsgefahr aufgehoben oder verlegt worden, teilte das Brandenburgische Oberlandesgericht (OLG) mit. Es gebe jedoch keinen Grund zur Besorgnis, dass die Gerichte ihre Aufgaben nicht mehr wahrnehmen und die Rechte der Bürger nicht mehr in ausreichender Weise schützen könnten. Auch am Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg ist man in den Notbetrieb gefahren. Eilverfahren finden statt, normale Verfahren sind erst einmal bis Ende April aufgehoben worden, wie das Gericht mitteilte. «Wir sind nach wie vor erreichbar», sagte Gerichtspräsidentin Ursula Hantl-Unthan. (dpa)


+++ 25. März +++

1645 bestätigte Coronavirus-Fälle in Berlin

In Berlin gibt es derzeit 1645 bestätigte Coronavirus-Fälle. Das teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit am Mittwochabend mit. Die Zahl der Infizierten in der Hauptstadt ist somit um 220 gestiegen. 208 der infizierten Personen werden im Krankenhaus isoliert und behandelt, 38 davon intensivmedizinisch. Alle anderen Personen befinden sich in häuslicher Isolation.

Am Mittwoch sei zudem ein vierter Corona-Patient in Berlin verstorben, heißt es weiter. Es handle sich hierbei um einen 83-jährigen Mann, der unter Vorerkrankungen litt. (BLZ)

Senat denkt über vorübergehende Tegel-Schließung nach 

Für den Flughafen Tegel zeichnet sich eine vorübergehende Schließung aufgrund des neuartigen Coronavirus ab. „Also ich werde hier nicht das Versprechen abgeben, dass zum Beispiel Tegel oder eine andere Betriebsstätte des Flughafens nicht temporär geschlossen wird“, sagte Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) am Mittwoch im Hauptausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses. Zuvor hatte der rbb berichtet. Aus Fraktionskreisen hieß es, derzeit werde geprüft, wie schnell die Flughafengesellschaft von der sogenannten Betreiberpflicht entbunden werden könne. Das Land Berlin ist zu mehr als einem Drittel an den Hauptstadt-Flughäfen Schönefeld und Tegel beteiligt.

Der restliche Flugverkehr würde im Falle einer Schließung auf den zweiten Standort Schönefeld umgeleitet werden. Unklar war zunächst, ob sich der Bund als weiterer Gesellschafter von einem Betriebsstopp in Tegel überzeugen lässt. Schließlich starten von dort die Regierungsflieger. Hintergrund sind die massiven Einbrüche bei den Passagierzahlen um mehr als 90 Prozent an den Berliner Flughäfen aufgrund von Sars-CoV-2. Kollatz sprach von zweistelligen Millionenverlusten, die derzeit eingefahren würden. (dpa)

Coronavirus: Berlin erweitert auf zwei Straßen vorübergehend Radwege

Zwei viel befahrene Berliner Straßen haben für die Dauer der Corona-Krise vorübergehend erweiterte Radwege bekommen. Das Pilotprojekt in Kreuzberg solle bei Interesse auch auf andere Bezirke ausgeweitet werden, teilten die Senatsverwaltung für Umwelt und Verkehr und das zuständige Bezirksamt am Mittwoch mit. „Mit dem Rad zu fahren, ist gerade in der Corona-Krise gut, um Ansteckungsrisiken zu vermeiden, zwingend nötige Wege zurückzulegen und sich an der frischen Luft sportlich zu betätigen“, hieß es. „Damit tragen die Maßnahmen auch dazu bei, den öffentlichen Personennahverkehr zu entlasten und in S- und U-Bahnen, Bussen und Straßenbahnen das Abstandsgebot leichter einzuhalten.“

Neu eingerichtet wurde zunächst ein Radfahrstreifen entlang des Halleschen Ufers vom Halleschen Tor bis zum Mendelssohn-Bartholdy-Park. Außerdem wurde an der Ecke Zossener Straße / Gitschiner Straße ein bestehender Streifen auf der Fahrbahn zu Lasten der Autospur verbreitert. (dpa)

Statt Bus oder Bahn: Das Fahrrad ist in Corona-Zeiten das bessere Fortbewegungsmittel.
Foto: dpa-Zentralbild/dpa-tmn/Paul Zinken

Brandenburg übernimmt Kita-Beiträge für Eltern ohne Notbetreuung

Die Eltern in Brandenburg, die ihre Kinder wegen der Schließung der Kitas nicht in eine Notbetreuung geben können, sollen ab April vorerst keine Beiträge zahlen müssen. Sie würden für die Dauer der Schließung der Kitas und Kinderpflegestellen von Beiträgen freigestellt, kündigte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) am Mittwoch in Potsdam nach Gesprächen mit den Kommunen an. Das Ministerium schätzt das voraussichtliche Fördervolumen auf rund 14 Millionen Euro pro Monat. Seit einer Woche sind Kitas geschlossen, es gibt aber eine Notbetreuung für Kinder von Eltern wichtiger Berufe, etwa im Gesundheitswesen, bei der Polizei oder im Einzelhandel.

In Brandenburg werden nach Ministeriumsangaben rund 187 000 Kinder in Kindertagesstätten und Kinderpflegestellen betreut, davon sind derzeit rund sieben Prozent in Notbetreuung. Das Geld soll an die Kreise und kreisfreien Städte fließen, die im Land für die Betreuung zuständig sind. Öffentliche und freie Träger von Kitas können bei den Kreisen und kreisfreien Städten die Zuwendung für den Ausfall von Elternbeiträgen ab 1. April beantragen. Pro Kind und Monat sollen 160 Euro für die Krippe, 125 Euro für den Kindergarten und 80 Euro für den Hort gezahlt werden. Wer Transferleistungen erhält, Geringverdiener ist und Kinder im letzten Jahr vor der Einschulung hat, braucht bereits keine Beiträge zahlen. (dpa)

Abgeordnetenhaussitzung findet trotz Coronafällen statt 

Trotz erster Coronafälle in den Reihen der Abgeordneten findet die Plenarsitzung des Berliner Landesparlaments am Donnerstag wie geplant statt. Das teilte die Verwaltung des Abgeordnetenhauses am Mittwoch nach einer Sitzung des Ältestenrates mit. Aus den Fraktionen hieß es, dass aus Gründen des Gesundheitsschutzes nicht alle Parlamentarier im Plenum vertreten sein werden. Die Beschlussfähigkeit des Abgeordnetenhauses sei aber sichergestellt.

In der wegen der aktuellen Lage verkürzten Sitzung will der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) eine Regierungserklärung zur Coronakrise abgeben. Dazu sprechen dann auch Vertreter der Fraktionen. Zudem ist eine Fragestunde geplant, bei der Abgeordnete mehr oder weniger spontan Fragen an die anwesenden Senatoren stellen können. (dpa)

505 bestätigte Corona-Fälle in Brandenburg - 62 neue Fälle 

Die Zahl der in Brandenburg nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen hat sich bis Mittwochnachmittag auf 505 erhöht (Stand: 15.00 Uhr). Das teilte das Gesundheitsministerium in Potsdam mit. Innerhalb der zurückliegenden 24 Stunden seien 62 neue Erkrankungen registriert worden. Derzeit liegen 40 Betroffene im Krankenhaus, drei davon werden künstlich beatmet. Weiterhin ist ein Todesfall im Zusammenhang mit der Viruserkrankung gemeldet. (dpa)

Berlin nimmt fünf Corona-Patienten aus Italien auf

Berlin nimmt in den kommenden Tagen fünf schwer kranke Corona-Patienten aus Italien auf. Sie sollen in der Charité intensivmedizinisch betreut werden, wie die Senatskanzlei am Mittwoch mitteilte. Dazu gehört auch eine Beatmung. Wann die Menschen in Berlin eintreffen, ist noch nicht klar. Die Charité habe mit der deutschen Botschaft in Rom Kontakt aufgenommen, hieß es.

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte die Hilfsaktion am Dienstagabend in einer TV-Talkshow angekündigt, aber noch keine Details genannt. „Solidarität macht nicht an der Stadtgrenze halt“, sagte er. „Wir wollen helfen und Patienten aus Italien aufnehmen.“ (dpa)

Profis vom 1. FC Union Berlin verzichten auf ihr Gehalt

Die Profis von Fußball-Bundesligist 1. FC Union Berlin verzichten wie das Trainerteam und Mitarbeiter im Zuge der Coronavirus-Krise auf Gehalt. Das teilten die Köpenicker am Mittwoch mit. „Diese Bereitschaft kann man allen Beteiligten gar nicht hoch genug anrechnen“, sagte Präsident Dirk Zingler. „Wir werden die Herausforderungen der nächsten Monate als Verein meistern und am besten gelingt das, wenn wir uns in der Unionfamilie solidarisch verhalten.“

Das Team der Lizenzspielerabteilung erklärte sich dabei zu einem Gehaltsverzicht bereit. Führungskräfte und Mitarbeiter stimmten Kurzarbeitsregelungen zu, was ebenfalls verminderte Einnahmen bedeutet. „Der Mannschaftsrat hatte vom ersten Tag an eine sehr gute Kommunikation mit dem Verein. Jeder ist bereit, dem Verein zu helfen. Anders geht es nicht“, sagte Kapitän Christopher Trimmel im Rahmen einer Skype-Videokonferenz mit Medienvertretern. (dpa)

Rafal Gikiewicz und Christopher Trimmel vom 1. FC Union Berlin.
Foto: imago images/Sportfoto Rudel

Drogenparty, geöffnete Bars: Etliche Corona-Verstöße in Berlin

Bei Kontrollen gegen die Ausbreitung des Coronavirus sind Berliner Polizisten in der Nacht zum Mittwoch wieder auf Zusammenkünfte im Freien gestoßen. Diese seien aufgelöst worden, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Stadtweit waren von 18.00 Uhr (Dienstag) bis 06.00 Uhr 230 Beamte in der ganzen Stadt unterwegs. Überprüft worden seien nicht nur Ansammlungen unter freiem Himmel, sondern auch 25 Objekte. Insgesamt seien 63 Verstöße gegen die Corona-Eindämmungs-Verordnung festgestellt worden.

In einer Wohnung wurde eine Drogenparty aufgelöst. Auch noch geöffnete Bars mussten dichtmachen. 38 Strafanzeigen wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz seien geschrieben worden. Am Dienstagabend hatte die Polizei im Kampf gegen Kontaktverstöße auch einen Hubschrauber eingesetzt. Beamte überflogen nach Hinweisen zu vollen Grünanlagen den Gleisdreieck-Park, die Hasenheide in Neukölln und den Volkspark Friedrichshain. Ob solche Übersichts-Flüge auch für die nächsten Tage vorgesehen sind, blieb zunächst offen. (dpa)

RKI räumt unberechtigte Verwendung seines Twitter-Accounts ein

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat eine unberechtigte Verwendung seines Twitter-Accounts eingeräumt. «Wir haben sehr schnell auf den Fake-Tweet reagiert, ihn gelöscht und das Passwort geändert», sagte Sprecherin Susanne Glasmacher am Mittwoch. Am Morgen hatten sich mehrere Twitter-Nutzer darüber empört, dass das RKI einen Tweet zum Streit um die politische Einordnung des AfD-Politikers Björn Höcke weiterverbreitet hatte. Kurze Zeit später twitterte das RKI: «Leider hat sich heute morgen 25.3. jemand unberechtigt kurzfristig Zugang zum RKI-Twitter-Account verschafft. Der Retweet stammt nicht vom RKI und wurde umgehend gelöscht.»

Für Nachfragen, ob es sich dabei um einen Hacker-Angriff gehandelt habe, war die Pressestelle zunächst nicht zu erreichen. Das RKI wurde auf Twitter dafür kritisiert, dass es im Tagesverlauf offen ließ, ob der Twitter-Account des Instituts von außen gekapert worden war oder ob die Weiterleitung des Tweets durch eigene Mitarbeiter erfolgte. (dpa)

Handwerkskammern sehen großen Hilfsbedarf - Anträge für Soforthilfe

Wegen der Corona-Krise können Unternehmen seit Mittwoch Soforthilfe beantragen - bei den Handwerksbetrieben ist der Bedarf bereits sehr hoch. «Das Interesse oder besser die Notwendigkeit der Nutzung des Soforthilfeprogramms ist groß», berichtete der Handwerkskammertag des Landes auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Wie viele Betriebe letztlich davon Gebrauch machen könnten, sei davon abhängig, wie lange die Mittel reichten. Die Bewilligung gehe nach der Reihenfolge der Anträge.

Klein- und Kleinstunternehmen, Solo-Selbstständige und Freiberufler können seit Mittwoch die Mittel aus dem Soforthilfeprogramm beantragen. Die Hilfen sollen kurzfristig ausgezahlt werden. Die Formulare für Anträge können über das Wirtschaftsministerium und die Investitionsbank im Internet bezogen werden, die Anträge bearbeitet die Investitionsbank. Das Land stellt zunächst 7,5 Millionen Euro sofort bereit, weitere Mittel sollen aus dem Nachtragshaushalt kommen, über den der Landtag kommende Woche abschließend entscheidet. (dpa)

Zahl der Infizierten in Brandeburg steigt auf 468 - 39 neue Fälle 

Die Zahl der in Brandenburg mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Menschen hat sich bis Mittwoch auf 468 erhöht (Stand: 8 Uhr). Das teilte das Gesundheitsministerium am Vormittag mit. Innerhalb der zurückliegenden 24 Stunden seien 39 neue Erkrankungen registriert worden. Derzeit liegen 39 Betroffene im Krankenhaus, drei davon werden künstlich beatmet. Weiterhin ist ein Todesfall im Zusammenhang mit der Viruserkrankung gemeldet.

Die meisten Infektionen mit dem neuartigen Virus wurden aus dem Landkreis Märkisch-Oderland gemeldet. Dort sind 53 Menschen infiziert. Der Landkreis Oder-Spree registrierte 51 Infizierte, Barnim meldete 50 Fälle. Die wenigsten Erkrankungen verzeichnet momentan der Landkreis Prignitz mit 4 Infizierten, gefolgt von der Stadt Frankfurt (Oder) und dem Landkreis Uckermark mit jeweils fünf. (dpa)

Brandenburg: Unternehmen können Anträge für Hilfen stellen - Bisher 8000 Anfragen

Fast 8000 Anfragen aus Unternehmen sind bisher zum Soforthilfeprogramm in Brandenburg eingegangen. Das teilte der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Brandenburg (WFBB), Steffen Kammradt, mit. Seit Mittwoch um 9 Uhr können Klein- und Kleinstunternehmen, Solo-Selbstständige und Freiberufler die Mittel beantragen. Sie sollen kurzfristig ausgezahlt werden. Anträge können über das Wirtschaftsministerium und die Investitionsbank gestellt werden. Mehr als 90 Prozent derjenigen, die bisher Anfragen stellten, haben laut WFBB weniger als 10 Beschäftigte.

Die Höhe der Hilfen richtet sich nach der Zahl der Beschäftigten: Für bis zu 5 Erwerbstätige sind maximal 9000 Euro möglich, für bis zu 15 Erwerbstätige maximal 15.000 Euro, für bis zu 50 Erwerbstätige höchstens 30.000 Euro und für bis zu 100 Erwerbstätige höchstens 60.000 Euro. Das Land stellt zunächst 7,5 Millionen Euro sofort bereit, weitere Mittel sollen aus dem geplanten Nachtragshaushalt kommen, über den der Landtag kommende Woche abschließend entscheidet. (dpa)


+++ 24. März +++

Müller: Einschränkungen wegen Coronakrise wohl auch nach Ostern

Die Coronakrise wird nach Einschätzung von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD) nicht schon bald wieder vorbei sein - und wohl auch nach Ostern mit Einschränkungen im Alltag verbunden sein. „Wir müssen damit rechnen, dass es auch länger gehen kann“, sagte Müller am Dienstagabend in der rbb-Talksendung „Wir müssen reden!“.

Mit Blick auf die verschärften Maßnahmen, die für die nächsten zwei Wochen befristet wurden, sagte er: „Die Länder waren sich da einig, wir wissen aber schon, dass viele der Maßnahmen mindestens bis Ostern aufrechtzuerhalten sind“, so der Regierende Bürgermeister. „Und leider müssen wir, wenn wir uns die Zahlen angucken der Infizierten, auch damit rechnen, dass über die Zeit nach Ostern über mehrere Wochen wir noch deutliche Einschränkungen des öffentlichen Lebens haben werden.“

Das bedeute, sich mit Regeln zu arrangieren, etwa dass Kinder zwar rausgehen dürfen mit ihren Eltern, dass aber Gruppenbildung nicht erlaubt sei und dass es für Jugendliche nicht möglich sei, sich zu treffen. (dpa)

Dritter Corona-Toter in Berlin - 42-jähriger Mann

In Berlin gibt es einen dritten Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Dabei handelt es sich um einen 42 Jahre alten Mann, wie die Senatsverwaltung für Soziales am Dienstagabend mitteilte. Weitere Details wurden nicht mitgeteilt. Zuvor waren zwei Menschen im Alter von 70 und 95 Jahren gestorben. Bis Dienstagnachmittag gab es demnach 1425 bestätigte Fälle des neuartigen Coronavirus (Stand 16.30 Uhr) in der Hauptstadt, 206 mehr als am Vortag.

Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 112 Personen, davon werden 26 intensivmedizinisch betreut. Alle anderen Personen sind häuslich isoliert. Unter den infizierten sind 791 Personen männlich, 632 weiblich. Bei zwei Menschen wurde das Geschlecht nicht übermittelt.

Die meisten Infizierten gibt es mit 1065 in den Altersgruppen 25-59 Jahre. 15 Infizierte sind laut Statistik bis vier Jahre alt, 20 über 80.

In der Statistik nach Bezirken gibt es die meisten Infizierten laut Senatsverwaltung in Mitte (223), gefolgt von Charlottenburg-Wilmersdorf (170), Tempelhof-Schöneberg (154) und Friedrichshain-Kreuzberg (151). Die wenigsten Infizierten hat der Bezirk Marzahn-Hellersdorf mit 46, gefolgt von Spandau (48) und Lichtenberg (66).

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat am Dienstag laut Senatsverwaltung die Falldefinition angepasst. Es wird demnach jetzt auch als Coronavirus-Fall gezählt, wenn jemand Kontaktperson eines bestätigten Falls ist und Symptome zeigt. Diese Fälle sind in der Meldung der Krankenhäuser inbegriffen. (dpa)

Erste Corona-Fälle im Berliner Abgeordnetenhaus

Im Berliner Abgeordnetenhaus haben sich die ersten Parlamentarier mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Es handelt sich um den SPD-Politiker Frank Zimmermann und um den AfD- Abgeordneten Martin Trefzer, wie die Fraktionen am Dienstag mitteilten. Beide Politiker seien nun in häuslicher Quarantäne, hieß es weiter. Zudem würden ihre Kontaktpersonen im Parlament ermittelt, die dann ebenfalls in Quarantäne müssen.

Die anderen Fraktionen meldeten auf dpa-Anfrage noch keinen Coronafall. Aus der Parlamentsverwaltung hieß es, dass die am Donnerstag geplante Sitzung des Abgeordnetenhauses nach einer ersten Einschätzung wohl trotz der Infektionsfälle stattfinden könne. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) will dabei eine Regierungserklärung zur Corona-Krise abgeben.

„Ich bin positiv auf Covid19 getestet worden“, erklärte Zimmermann, der zum Fraktionsvorstand gehört und innenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion ist. „Das Ergebnis habe ich heute erhalten. Mir geht es sehr gut, ich bin aber vorläufig in häuslicher Quarantäne.“ Trefzer ist wissenschaftspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion. (dpa)

Senat beschließt: Derzeit gibt ein Berlin keine Zwangsräumungen

Im Berliner Abgeordnetenhaus haben sich die ersten Parlamentarier mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Es handelt sich um den SPD-Politiker Frank Zimmermann und um den AfD- Abgeordneten Martin Trefzer, wie die Fraktionen am Dienstag mitteilten. Beide Politiker seien nun in häuslicher Quarantäne, hieß es weiter. Zudem würden ihre Kontaktpersonen im Parlament ermittelt, die dann ebenfalls in Quarantäne müssen. Die anderen Fraktionen meldeten auf dpa-Anfrage noch keinen Coronafall. Aus der Parlamentsverwaltung hieß es, dass die am Donnerstag geplante Sitzung des Abgeordnetenhauses nach einer ersten Einschätzung wohl trotz der Infektionsfälle stattfinden könne. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) will dabei eine Regierungserklärung zur Corona-Krise abgeben. „Ich bin positiv auf Covid19 getestet worden“, erklärte Zimmermann, der zum Fraktionsvorstand gehört und innenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion ist. „Das Ergebnis habe ich heute erhalten. Mir geht es sehr gut, ich bin aber vorläufig in häuslicher Quarantäne.“ Trefzer ist wissenschaftspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion. (dpa)

Senat schafft in Coronakrise Unterkünfte für Obdachlose

Berlin schafft in der Coronakrise Unterkünfte für Obdachlose, um diese besser vor dem Virus zu schützen. Zunächst soll Platz für 350 Menschen bereitstehen, wie Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) am Dienstag ankündigte. In einem ersten Schritt soll demnach eine Jugendherberge mit 200 Plätzen in der Kluckstraße in Tiergarten hergerichtet werden. Als zweiter Standort ist die bisherige Kältehilfeeinrichtung in der Storkower Straße in Pankow mit bis zu 150 Plätzen geplant. «Bei Bedarf wird es weitere Plätze in weiteren Unterkünften geben», ergänzte Breitenbach. (dpa)

Neues Kontaktverbot - Polizei geht gegen Verstöße vor

Eine ganze Reihe von Verstößen gegen die neuen Kontaktverbote sind von der Berliner Polizei festgestellt und angezeigt worden. In der Nacht zu Dienstag waren es zwölf Ordnungswidrigkeitenanzeigen wegen der Nichteinhaltung der Kontaktbeschränkung, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Außerdem gab es am Dienstag tagsüber und in der Nacht insgesamt 70 Strafanzeigen vor allem gegen Imbissbesitzer und Bäckereien, die Menschen in ihren Räumen essen ließen. 44 Läden wurden geschlossen.

Hintergrund der Kontrollen sind die zuletzt beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie. In Berlin gab es bis Montagnachmittag 1219 bestätigte Infektionen mit Sars-CoV-2. Das waren nach Angaben der Senatsverwaltung für Gesundheit 148 Fälle mehr als am Sonntag. 47 Menschen werden demnach zur Zeit in Krankenhäusern behandelt, 22 von ihnen wegen schwerer Verläufe auf Intensivstationen. Die Berliner Behörden zählen bislang insgesamt zwei Todesfälle von infizierten Patienten im Alter von 70 und 95 Jahren. (dpa)

Mehr Schutzmaßnahmen für Brandenburger Flüchtlingsunterkünfte in Corona-Zeiten

Wegen der Corona-Pandemie hat die Zentrale Ausländerbehörde (ZABH) des Landes Brandenburg den Gesundheitsschutz in den vier Erstaufnahmeeinrichtungen für Asylsuchende verstärkt. So wurden etwa in zwei Einrichtungen Unterbringungsmöglichkeiten geschaffen, die speziell auf eine Quarantäne nach dem Infektionsschutzgesetz ausgerichtet sind, wie das Innenministerium am Dienstag mitteilte. Zudem werden in allen Einrichtungen bei ankommenden Asylsuchenden Temperaturmessungen vorgenommen und Personen getestet, bei denen ein Infektionsverdacht besteht.

Ein Verdachtsfall in einer Erstaufnahmeeinrichtung vom Wochenende hat sich unterdessen nicht bestätigt. Der Test auf das neuartige Coronavirus fiel den Angaben zufolge negativ aus. Die Erstaufnahmeeinrichtung in Eisenhüttenstadt plant nach Angaben der Stadt noch in diesem Monat zusätzlich den Aufbau von zwei Quarantäne-Containern. Weitere drei sollen im Laufe des April folgen. Damit könnten weitere mögliche Corona-Verdachtsfälle oder mögliche Corona-Fälle in der Einrichtung für die ersten 14 Tage separat untergebracht werden. Auch das Städtische Krankenhaus werde entlastet werden, bekräftigte Bürgermeister Frank Balzer. (dpa)

Brandenburger Ärzten fehlen Schutzmasken

Die Ärzte in Brandenburg brauchen nach eigener Aussage mehr Schutzmaterial im Kampf gegen das neuartige Coronavirus. Der Vorstandschef der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), Peter Noack, bezeichnete die Lage als «höchst angespannt». «Das Schutzmaterial ist allgemein nicht mehr vorhanden. Es geht um Schutzbrillen, Masken und Kittel», sagte Noack der Zeitung «Der Prignitzer» (Dienstag). Die Lieferung von 50 000 Schutzmasken am vergangenen Wochenende reiche nicht, weil jeder nur 10 bis 15 Stück bekomme. «Wir brauchen Hunderttausende», sagte Noack. «Außerdem mangelt es an Desinfektionsmitteln und der allgemeine Praxisbedarf ist nur schwer lieferbar.»

Bei Hausärzten rufen nach Auskunft der KV unzählige Patienten an, die beraten werden wollen. «Die Anruferzahl nimmt exponentiell zu», sagte der KV-Vorstandschef. «Und die Haus- und Kinderärzte müssen irgendwie die Notwendigkeit einer Testung feststellen, das läuft im Großen und Ganzen auch.» Getestet werde, wenn jemand Symptome zeigt, Kontakt zu einem Risikopatienten hatte oder aus einem Risikogebiet zurückgekehrt ist. «Wir machen weiter keine Wunschtestungen – denn das ist von der Kapazität her nicht zu schaffen», sagte Noack. Bei der Versorgung durch die Ärzte gibt es nach seinen Angaben keine Probleme: «Wer ambulant behandelbar ist, wird gut versorgt.» (dpa)

Gericht weist Eilantrag gegen Corona-Maßnahmen ab

Ein Potsdamer wollte die seit Montag geltenden Einschränkungen aufgrund des Coronavirus nicht hinnehmen - vor Gericht ist er damit aber gescheitert. Seinen Eilantrag gegen die Maßnahmen wies das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg ab. Die in der Rechtsnorm bestimmten Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus verletzten den Antragssteller insbesondere nicht in seinem Recht auf Freizügigkeit, teilte das Gericht am Montagabend mit. Der Beschluss sei unanfechtbar.

Weiter hieß es: «Vor dem Hintergrund der Erfahrungen mit dem neuartigen Coronavirus auch in anderen Ländern und dessen Einstufung als Pandemie durch die WHO seien die angeordneten Schutzmaßnahmen geeignet, erforderlich und angemessen». Es sei nicht ersichtlich, dass die Maßnahmen über die am Sonntag von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Regierungschefs der Bundesländer vereinbarten Regelungen hinausgingen.

Die am Montag in Kraft getretene Verordnung regelt unter anderem, dass vorerst bis zum 5. April Brandenburger draußen nur noch allein oder höchstens mit Angehörigen aus dem eigenen Haushalt oder mit einer anderen Person bei 1,5 Meter Abstands unterwegs sein dürfen. (dpa)

Lederer fürchtet wegen Coronakrise um kulturelle Infrastruktur 

Berlins Kultursenator Klaus Lederer sorgt sich angesichts der Coronakrise um den Erhalt der kulturellen Infrastruktur. «Wir arbeiten dran, alles zu vermeiden, dass etwas wegbricht», sagte der Linke-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. «Die kulturelle Infrastruktur ist zentral für das Funktionieren einer demokratischen Gesellschaft.»

Lederer fordert für den Erhalt der Kulturszene ähnliche Anstrengungen wie bei der Bankenkrise. «2008 war es binnen weniger Tage möglich, mehrstellige Milliardenbeträge für die Rettung von Banken bereitzustellen. Wenn das damals möglich war, dann muss es jetzt möglich sein, diese existenzielle Kulturinfrastruktur zu sichern», sagte er. «Gerade im Kulturbereich leben Menschen in besonderer Weise in prekären Verhältnissen, daraus resultiert eben auch eine besondere Verpflichtung der öffentlichen Hand von Bund und Ländern, sich um diese Menschen zu kümmern.» (dpa)

Senator: Keine Wohnungen geräumt - Strom und Wasser nicht abgestellt

In Berlin werden wegen der Coronakrise nach Angaben von Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) derzeit keine Wohnungen geräumt. Auch Sperren wegen nicht gezahlter Rechnungen für Gas, Wasser oder Strom seien ausgesetzt, teilte der Grünen-Politiker am Dienstag mit. Wie mit Vollstreckungen umgegangen wird, entscheiden laut Justizverwaltung die Amtsgerichte. Sie können entweder Empfehlungen geben oder Anordnungen erlassen.

Wenn Menschen in der jetzigen Krisensituation auf der Straße landen würden oder ohne Heizung leben müssten, wäre das eine unzumutbare Härte, so Behrendt. Zudem wären Räumungen oder Sperrungen für Gerichtsvollzieher aus gesundheitlichen Gründen schwierig. Sie müssten den persönlichen Kontakt zu Betroffenen herstellen.

Das Amtsgericht Spandau hat laut Justizverwaltung beispielsweise den Gerichtsvollziehern in seinem Bereich empfohlen, nicht in den Außendienst zu gehen. Die Sperrung von Zählern sowie Räumungen sollen demnach vorerst bis zum 19. April nicht umgesetzt werden. (dpa)

+++ 23. März +++

Gesundheitssenatorin: Ältere Menschen sollten in Selbstquarantäne

Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci empfiehlt älteren Menschen, das Haus konsequent nicht mehr zu verlassen. Sie bitte alle Berlinerinnen und Berliner über 70, sich zu Hause in Selbstquarantäne zu begeben, sagte die SPD-Politikerin am Montag im Gesundheitsausschuss im Berliner Abgeordnetenhaus. «Abstand ist der sicherste Schutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus.»

Kalayci appellierte an die Solidarität der Berliner, Ältere zu unterstützen: «Freundinnen, Freunde, Angehörige und Nachbarn sind jetzt gefragt, bei der Versorgung zu helfen.» Sie sollten dabei allerdings streng auf den empfohlenen Abstand von 1,5 Metern achten. «Soziale Kontakte sind auch mit Abstand möglich», so die Senatorin. (dpa)