Ein Berliner Ehepaar soll einen schwunghaften Drogenhandel über das sogenannte Darknet betrieben und dabei mehr als 320.000 Euro eingenommen haben. Rund sieben Monate nach ihrer Festnahme haben der 30-jährige Mann und die 35 Jahre alte Frau zu Prozessbeginn am Mittwoch vor dem Landgericht Aussagen zu einem späteren Zeitpunkt angekündigt. Laut Anklage sollen sie seit etwa 2014 verschiedene Betäubungsmittel – darunter Kokain, Ecstasy und Amphetamin – sowie verschreibungspflichtige Medikamente über das Internet verkauft und in der Regel per Post verschickt haben.

Die Eheleute aus Berlin-Hohenschönhausen sollen auf verschiedenen Plattformen in versteckten Bereichen des Internets, dem Darknet, Verkäufer-Accounts eingerichtet haben. Von Dritten hätten sie illegal Betäubungsmittel erworben. Allein in der Zeit von November 2015 bis September 2016 hätten sie mehr als 1200 Verkäufe getätigt und einen Umsatz von 105.000 Euro erzielt, so die Anklage.

Mehr als 3000 Ecstasy-Tabletten und 90 Gramm Kokain

Bei der Festnahme der wegen Drogendelikten vorbelasteten Eheleute im September stellten Fahnder den Angaben zufolge unter anderem mehr als 3000 Ecstasy-Tabletten und 90 Gramm Kokain in der Wohnung der Verdächtigen sicher.

Die Richter erklärten nach Verlesung der Anklage, nach vorläufiger Einschätzung könnte der 30-Jährige im Falle eines umfassenden Geständnisses mit einer Haftstrafe zwischen fünfeinhalb und sechs Jahren rechnen. Im Falle der Frau würde bei einem glaubhaften Geständnis die Strafe bei etwa vier Jahren liegen. Der Prozess wird am 9. Mai fortgesetzt. (dpa)