Die Kriminalität im und am Görlitzer Park hat im vergangenen Jahr sprunghaft zugenommen, und der Trend scheint sich 2015 zum Teil fortzusetzen. Das betrifft nicht nur die für den Park und sein Umfeld typischen Drogendelikte, sondern auch kleinere und kapitale Straftaten, wie aus der Antwort der Senatsinnenverwaltung auf eine parlamentarische Anfrage des SPD-Abgeordneten Björn Eggert hervorgeht.

So weist die Statistik für 2014 vier Tötungsversuche und 178 Fälle gefährlicher Körperverletzung aus; in den beiden Jahren zuvor waren es zusammen drei Tötungsversuche und 184 Fälle gefährlicher Körperverletzung. Dazu kamen im vergangenen Jahr sechs Vergewaltigungen; 2013 waren es vier und ein Jahr zuvor drei.

172 Raubtaten im vergangenen Jahr stehen 143 solcher Delikte 2013 und 99 im Jahr davor gegenüber. Im Fall von Diebstahl stieg die Zahl der registrierten Taten von 684 (2012) auf 1015 (2013) und schließlich 1254 im vergangenen Jahr; in den ersten sechs Monaten dieses Jahres waren es schon 662. Machte der Handel mit Betäubungsmitteln 2012 erst 119 Fälle aus, so waren es im folgenden Jahr 181, 390 im Jahr 2014 und schon 356 in der ersten Hälfte 2015. Diese Entwicklung spiegelt laut Polizei aber auch die intensiveren Kontrollen wider.

In den ersten beiden Quartalen 2015 registrierte die Polizei 70 Fälle von gefährlicher Körperverletzung, zwei Vergewaltigungen, 55 Raub- und 662 Diebstahlstaten. Ein „solide Bewertung“ des laufenden Jahres sei auf dieser Grundlage noch nicht möglich, heißt es in der Antwort der Senatsinnenverwaltung. Immerhin seien bei Raub und gefährlicher Körperverletzung „positive Tendenzen“ zu erkennen. Für die Auswertung der Kriminalitätsentwicklung werden den Angaben zufolge neben dem „Görli“ die Bereiche U-Bahnhof Görlitzer Bahnhof und Lausitzer Platz einbezogen.

Den explosionsartigen Anstieg der Straftaten am Görlitzer Bahnhof - von 229 (2013) auf 1097 (2014) - führt die Verwaltung vor allem auf ertappte Schwarzfahrer zurück, die die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) nachgemeldet hätten. (dpa)