Zwei gute Nachrichten für den Tierpark: Der Senat wird die beliebte Anlage in Friedrichsfelde nicht in die Pleite gehen lassen. Zudem ist die illegale Bauschuttdeponie auf dem Gelände nach den bisherigen Untersuchungen des Umweltamtes in Lichtenberg nicht so verseucht wie befürchtet. Das sagte Bausenator Andreas Geisel (SPD) am Sonntag. „Der Schutt ist nur mit geringen Schadstoffklassen Z 0, Z 1 und Z 2 belastet“, berichtete Geisel. Demnach bestehe kein akuter Räumungszwang, da keine giftigen Stoffe in den Boden sickerten oder Dämpfe austräten. Das heißt: Tierpark-Chef Andreas Knieriem muss bis auf weiteres die 100 000 Tonnen Bauschutt nicht entsorgen lassen. Damit ist er erst einmal das Problem los, 2,4 Millionen Euro für die Beseitigung aufzubringen.

Geisel hat am 23. Dezember in einer Runde mit Knieriem sowie Vertretern des Bezirksamtes und der Senatsbauverwaltung ein zweistufiges Vorgehen vereinbart: Danach schließt das Umweltamt bis Ende Februar seine vom Senat finanzierte Untersuchung des Bauschutts ab. Knieriem hat dann noch einen weiteren Monat, um einen Zeitplan zur Beseitigung des Abfalls vorzulegen. „Wenn das endgültige Ergebnis ergibt, dass der Schutt nur geringfügig belastet ist, kann er für Modellierungen beim Bau von Anlagen oder Wegen verwendet werden“, sagte Geisel, der frühere Bezirksbürgermeister von Lichtenberg. „Sollten jedoch die hohen Schadstoffklassen Z 3 oder Z 4 festgestellt werden, hätten wir ein Problem.“ Dann müsste sofort geräumt werden.

Ob der Senat die Kosten hierfür übernähme, müsse dann aktuell entschieden werden. Sicher ist: „Wir werden den Tierpark nicht in die Insolvenz gehen lassen“, sagte Geisel. Denn in diesem Fall würde der Tierpark, der einen Erbbaupachtvertrag hat, an das Land zurückfallen. „Dann stünden wir mit tausenden Tieren da, hätten keinen Betreiber mehr und das Schadstoffproblem dennoch am Hals“, erläuterte der Bausenator.

Der Bauschutt stammt aus der Amtszeit von Knieriems Vorgänger, Bernhard Blaszkiewitz. Bis heute ist nicht klar, wie die Stoffe offenbar unbemerkt mit Lastern gebracht und auf das Gelände geschüttet werden konnten. Der Tierpark hat Klage gegen eine Firma in Charlottenburg eingereicht und geht auch gegen Blaszkiewitz juristisch vor.

Unabhängig davon muss Knieriem die finanzielle Lage des Tierparks verbessern, der über keine Rücklagen mehr verfügt. Knieriem, der im April Chef des Tierparks und des Zoologischen Gartens wurde, überlegt daher, Teile des Wirtschaftshofs der fast 60 Jahre alten Anlage für Wohnungsbau an das Land abzugeben. Die Rede ist von 20 Hektar.

Bausenator Geisel hält das für eine gute Idee. „Perspektivisch braucht der Tierpark Eigenkapital“, sagte er. Zudem seien bereits jetzt nur zwei Drittel der 160 Hektar umfassenden Parkanlage zugänglich. „So viel Fläche ist auf Dauer nicht notwendig.“ Eine Entscheidung werde jedoch nicht überstürzt, versichert er.