Berlin - Tierpark-Direktor Andreas Knieriem sagte, alle Rücklagen seien aufgebraucht, es sei kein Geld mehr für dringend notwendige Investitionen mehr vorhanden. Torsten Schneider, haushaltspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus, sagte: „Der Tierpark ist ein Dauerthema. Wir werden uns die Zahlen ganz genau ansehen.“

Alexander J. Herrmann, tierschutzpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, sagte, das Land Berlin müsse nun weitere Investitionsmittel bereitstellen. „Wir positionieren uns klar zum Tierpark. Der neue Direktor hat eine Wende vollzogen nach dem Stillstand der vergangenen Jahre. Wir sind auf einem guten Weg und lassen den Tierpark nicht im Regen stehen.“

Das Geld für neue Investitionen wird knapp

Das Land Berlin unterstützt den Tierpark Friedrichsfelde mit jährlich 6,2 Millionen Euro. Die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern betragen etwa 5 Millionen Euro. Doch diese Summe reicht lediglich, um den Betrieb der Anlage aufrecht zu erhalten und die Löhne der Mitarbeiter zu bezahlen. Für Investitionen und notwendige Umbauten, die in anderen Zoos längst Standard sind, fehlt das Geld.

Der Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses hat deshalb im Oktober 2014 dem Tierpark 5 Millionen Euro zugesprochen, damit der neue Direktor die Anlagen möglichst schnell attraktiver gestalten kann. So plant Knieriem etwa neue und umgebaute Spielplätze sowie eine Elektro-Eisenbahn durch das weitläufige Gelände, damit mehr Familien in den Tierpark kommen und ihre Freizeit dort verbringen.

Die finanziell bedrohliche Situation der 1955 eröffneten Anlage hat sich in den vergangenen Wochen erneut zugespitzt, als bekanntwurde, dass etwa 100.000 Tonnen verunreinigter Bauschutt auf dem Tierpark-Gelände liegen. Bisher ist nicht geklärt, wie es passieren konnte,

Umbaupläne bis 2015 fertig

Dass mehrere tausend Laster mit Bauschutt durch den Tierpark fahren konnten. Die Schuttberge enthalten zudem Schadstoffe, deren Werte höher sind, als bisher angenommen. Die umweltgerechte Entsorgung kostet nach Angaben des Tierparks mindestens 2,4 Millionen Euro. Diese Summe kann der Tierpark derzeit gar nicht bezahlen.

Zurzeit verhandeln leitende Senatsmitarbeiter dieser Abteilung mit Knieriem und Vertretern der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft Howoge darüber, ob Flächen am Rande des Tierparks, wie etwa auf dem Wirtschaftshof, für Wohnbauten genutzt werden könnten. Der Tierpark könnte diese landeseigenen Flächen abgeben und würde einen Großteil des Verkaufserlöses für dringend notwendige Umbauten nutzen können.

Die Lichtenberger CDU-Abgeordneten Alexander J. Herrmann und Danny Freymark haben am Mittwoch in einem Brief an die Senatoren Andreas Geisel (Stadtentwicklung) und Matthias Kollatz-Ahnen (Finanzen) „umfassende Transparenz“ gefordert. Es gehe darum, „keine vollendeten Tatsachen hinter verschlossenen Türen zu schaffen.“ Im Februar 2015 will Knieriem seine Umbaupläne vorstellen. (BLZ)