Berlin - Tareq Alaows wollte für die Grünen als erster syrischer Flüchtling in den Bundestag einziehen, sich in Berlin für die Interessen Geflüchteter einsetzen. Dann aber verzichtete der 32-Jährige Ende März überraschend auf seine Kandidatur. Der Grund: Bedrohungen, Anfeindungen – Hass aus dem Internet, digitale Gewalt. Alaows hatte Angst um seine Familie. Ines Karl kennt den Fall des Syrers, und sie nennt ihn exemplarisch für Hasskriminalität.

Karl ist Oberstaatsanwältin in Berlin. Seit Anfang September vergangenen Jahres leitet die 56-Jährige die neu eingerichtete und bundesweit einmalige Zentralstelle Hasskriminalität der Staatsanwaltschaft Berlin, zu der zwei Abteilungen mit je sechs Staatsanwältinnen und Staatsanwälten gehören. Vor allem im Internet habe Hasskriminalität stark zugenommen, sagt Karl. Es seien oftmals Beleidigungen, Bedrohungen, Hassbotschaften, mit denen Menschen wie beispielsweise Tareq Alaows daran gehindert werden sollen, sich demokratisch zu betätigen, an politischen Debatten teilzuhaben. Die Berliner Staatsanwaltschaft wolle diesem Trend mit der Zentralstelle entgegenwirken.

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