Hoppegarten - Am frühen Sonnabendnachmittag türmten sich die Wolken über Hoppegarten. Aber die verzogen sich rechtzeitig, bevor sie jemanden vom Besuch des DuMont Sommer-Lesertages auf der Rennbahn Hoppegarten abhalten konnten. Karin und Dietrich Beese kamen extra früh und hatten deshalb noch die volle Auswahl, was Plätze direkt an der Rennbahn anbelangte. Die beiden Rentner aus Marzahn, die ihre Tickets bei der Berliner Zeitung gewonnen hatten, entschieden sich für Liegestühle, in denen sie einen gemütlichen Nachmittag verbrachten.

Er schien zu bereuen: „Wir waren bestimmt schon 30 oder 40 Jahre nicht hier.“ Die Frage, ob sie denn auch auf Pferde wetten werden, beantwortet der Ingenieur im Ruhestand nüchtern: „Wir sind keine Spielertypen.“ Seine Frau entscheidet sich für die maximal romantische Variante einer Antwort und verweist auf ihren Mann: „Ich habe doch schon den Hauptgewinn!“ (Herr Beese, wenn Sie das hier lesen, ist mindestens ein hübscher Blumenstrauß für die Gattin fällig.)

Rennbahn-Inhaber Gerhard Schöningh ermuntert die Gäste zum Wetten

Volker Senk und Rolf-Peter Plenert, beide Leser vom Berliner Kurier, berieten mit Hilfe des Programmheftes des Renntages ausführlich, auf welche Pferde in den einzelnen Rennen (insgesamt waren es sieben) zu setzen sei. Plenert erklärt geduldig: „Wir wetten immer! Aber bis jetzt haben wir nur verloren.“ Senk hat damit kein Problem. Er sieht das große Ganze: „Wir kümmern uns um das Futter für die Pferde, die müssen schließlich auch fressen.“

Gerhard Schöningh hört so etwas gern. Der Inhaber ermuntert die Gäste auf seiner Rennbahn fleißig zu wetten, um eine emotionale Bindung zum Geschehen aufzubauen: „Sonst sind es nur Pferde, die im Kreis herumlaufen.“ Er will wirklich nicht klagen: „Ich bin seit elf Jahren Inhaber der Rennbahn. Das ist harte Arbeit, macht aber auch viel Spaß. Was mich an Hoppegarten total gereizt hat, ist die Geschichte, denn die Rennbahn gibt es schon seit 151 Jahren.“ Gerade in Sachen Denkmalschutz hat er viel geschafft und ist noch viel geplant.

André Puchta, der neue Regionalleiter Unternehmenskommunikation der Sana Kliniken, hatte am Sonnabend mehrere Verabredungen. Er nahm trotzdem den Umweg nach Hoppegarten auf sich. Und zwar aus Neugierde: „Hier auf der Rennbahn war ich noch nie.“ Er kam mit der S-Bahn, was Peter Buchner besonders freuen dürfte, denn Buchner ist ein alter Eisenbahner und Geschäftsführer der S-Bahn. Wenn er mal auf der Rennbahn ist, dann wird gewettet: „Aber so, dass man nicht arm wird, denn reich kann man beim Wetten ja auch nicht werden.“

Thomas Stäpke, Geschäftsführer von Union Berlin, bewies glückliches Händchen

Die Tipps für seine Wettscheine schnappt er an seinem Tisch in der Lounge auf: „Die kommen von Leuten, die irgendwie kompetent wirken.“ Wenn Buchner über Hoppegarten redet, gerät er ins Schwärmen: „Das ganze Gelände ist ein Traum. Die Kombination aus Landschaft und denkmalgerecht hergerichteten Gebäuden ist einmalig.“ Für ihn steht fest: „Ein Besuch hier gehört zu den Höhepunkten des Sommers.“

Veit Knöfler, Geschäftsführer der Traditionsfirma Stern und Kreisschiffahrt, hatte keine Probleme seine Töchter auf die Rennbahn zu locken. Und das hatte einen ganz einfachen Grund: „Sie reiten…“ Knöfler freut sich bei jedem Besuch auf der Rennbahn über deren Entwicklung: „Toll zu sehen, was Gerhard Schöningh mit großem Enthusiasmus hier geschafft hat.“

Thomas Stäpke, der Geschäftsführer von Union Berlin, bewies sein glückliches Händchen für finanzielle Belange schon beim ersten Rennen: „Aus 20 Euro Einsatz wurden 78 Euro Gewinn.“ Für seine Mannschaft, die in der nächste Woche startenden Saison zum ersten Mal in der ersten Bundesliga spielt, beginnt jetzt eine spannende Zeit. Stäpke klingt selbstbewusst: „Auch für die, die jetzt in den Alte Försterei kommen, wird es eine Herausforderung. Und ich meine nicht die Zuschauer…“

Im 4. Rennen um den Preis des DuMont Berliner Verlag siegte Jockey Andrasch Starke auf Power Euro und bekam seinen Gewinn von Arno Schupp, Teamleiter Regio Berliner Zeitung/Berliner Kurier, überreicht. Starke und Power Euro hatten Nerven bewiesen, denn ein anderes Pferd wollte sich zuvor ewig nicht in die Startmaschine bugsieren lassen, während alle anderen Pferde und Reiter auf den Start warten mussten.