Berlin - Die Hauptstadt hat für Elektroautos nach Angaben der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz ein dichtes Angebot an Ladesäulen, das jedoch nur gering ausgenutzt werde. Alleine der Anbieter Be-Emobil betreibe zur Zeit 260 Ladestationen mit 490 Ladepunkten in Berlin, teilte die Behörde der Deutschen Presse-Agentur mit.

Bis zum dritten Quartal 2020 sollen es insgesamt bis zu 1140 Ladepunkte sein. Darunter seien 11 Schnellladesäulen mit 22 Ladepunkten. Die Ladesäulen wurden nach einem Auftrag der Senatsverwaltung aufgestellt. Auch die Anbieter Innogy und RWE betreiben zahlreiche Ladestationen in Berlin.

Ladenetz in Deutschland wächst

Die Zahl der öffentlich zugänglichen Ladepunkte für Elektrofahrzeuge in Deutschland hat sich zu Jahresbeginn deutlich erhöht. In den ersten drei Monaten kamen 1300 solcher Stromtankplätze hinzu, Ende März waren es etwa 17 400, wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) am Montag in Berlin mitteilte. Davon seien etwa 12 Prozent Schnelllader. Mehr als drei Viertel der Ladesäulen werden laut der Angaben von Energieunternehmen betrieben.

Für die Kommunen ist es oft schwierig, Flächen für die Ladepunkte zu finden, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Zudem sollte die Bundesregierung die Förderung der Stromladenetze vereinfachen, hieß es.

Ausgebautes Netz von Ladestationen ist Voraussetzung für Nutzung von Elektroautos

Ein dichtes Netz von Ladestationen gilt als Voraussetzung dafür, dass mehr Elektroautos benutzt und gekauft werden. Nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) lag 2018 der Bestand an Elektro-Pkw lediglich bei rund 83.000 Fahrzeugen. Hinzu kamen 341.000 Hybrid-Pkw - bei einem Gesamtbestand von 57,3 Millionen Kraftfahrzeugen.

„Angesichts der noch geringen Anzahl an E-Autos wird der heutige Bedarf damit bei weitem gedeckt“, stellte BDEW-Hauptgeschäftsführer Stefan Kapferer zum bestehenden Ladenetz fest. Um das Klimaziel für 2030 im Verkehrssektor zu erreiche, müssten allerdings sieben bis zehn Millionen E-Autos auf die Straße gebracht werden.

Errichtung von Ladestationen soll per Gesetz erleichtert werden

Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) hat angekündigt, Eigentümern und Mietern die Errichtung von Ladestationen per Gesetz zu erleichtern. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatte für ein entsprechendes Förderprogramm für den Haushalt 2020 eine Milliarde Euro zusätzlich gefordert.

In Hamburg hat die Verkehrsbehörde Ende Februar das Modellprojekt „Elbe“ mit einer Förderung von 21 Millionen Euro für bis zu 7400 weitere Ladepunkte für Elektroautos gestartet. Das Interesse an Elektro-Ladestationen für Wohn- und Gewerbe-Gebäude, auf Betriebsgeländen und in Parkhäusern sei hoch. In Berlin gab es im vergangenen Herbst nach Angaben des Senats rund 400 öffentliche zugängliche Ladepunkte. München hat 350 Ladesäulen mit 700 Ladepunkten.

Im öffentlichen Raum sei das Hauptproblem, passende Orte für die Ladestationen zu finden. Bei den Schnelladern mit Gleichstrom gebe es Schwierigkeiten mit der Netzkapazität und die Kosten für Anschluss und Tiefbau seien höher. Bei Förderaufrufen der Bundesregierung seien die Fristen zu kurz. Der Ausbau auf privaten Flächen komme nur verzögert voran, stellte ein Sprecher der Stadt fest. (dpa)