Berlin - Seit Sonnabend gehören sie zum Straßenbild: die E-Tretroller von Verleihern. Vier Anbieter erhielten bis Freitag eine Betriebserlaubnis vom Kraftfahrtbundesamt. Dafür müssen die Fahrzeuge Anforderungen einer Verordnung erfüllen, die Mitte Juni in Kraft getreten ist. Mehrere Tausend dieser Gefährte werden in den nächsten Tagen aufgestellt, die meisten vermutlich im Bezirk Mitte. Zu den Verleihern gehören die Berliner Firmen Circ und Tier sowie Voi aus Schweden und Lime aus den USA.

Die Scooter dürfen der Verordnung zufolge höchstens 20 Kilometer pro Stunde erreichen und müssen eine Lenk- oder Haltestange haben. Vorgeschrieben sind auch zwei Bremsen, Licht und eine „helltönende Glocke“. Erlaubt sind sie ab 14 Jahren, eine Helmpflicht gibt es nicht. Fahren müssen die E-Scooter auf Radwegen – gibt es keine, darf es die Fahrbahn sein.

Die Polizei plant in den nächsten Tagen auf ihrer Internetseite einige Ratschläge an Autofahrer und Rollernutzer zu veröffentlichen.

Entscheidend ist, dass alle am Verkehr teilnehmenden Gruppen rücksichtsvoll miteinander umgehen. „Da gibt es noch Reserven“, hieß es bei der Verkehrspolizei.

Polizei will Einhaltung der Promillegrenze kontrollieren 

Bereits am Sonnabend gab es die ersten Fahrer, die von Polizisten am Alex und in der Friedrichstraße zur Kasse gebeten wurden. Wer auf dem Gehweg rollerte, musste zwischen 15 und 30 Euro zahlen. Wer mit einem eigenen Roller ohne allgemeine Betriebserlaubnis im Verkehr fährt, riskiert ein Bußgeld von 70 Euro. Fehlen die erforderlichen technischen Teile wie das Licht, können 20 Euro Bußgeld folgen.

Und wer ohne den nötigen Aufkleber der Versicherung unterwegs ist, muss mit 40 Euro rechnen. Das werde regelmäßig stadtweit kontrolliert, so die Polizei.

Sie wird außerdem die Einhaltung der Promillegrenze kontrollieren. Sie liegt für Fahrer ab 21 Jahren bei 0,5 Promille. Wer mit 0,5 bis 1,09 Promille fährt und keine alkoholbedingte Auffälligkeit zeigt, bekommt einen Bußgeldbescheid. Das bedeutet 500 Euro sowie einen Monat Fahrverbot und zwei Punkte. Wer mit mindestens 1,1 Promille unterwegs ist, begeht eine Straftat.