Nachdem sich ein Ebola-Verdachtsfall in einem Pankower Jobcenter als Malaria-Erkrankung entpuppt hat, ist die Erleichterung in Berlin groß. Eine Gefährdung der Bevölkerung durch eine Weiterverbreitung bestehe jedoch hierzulande nicht, weil es in Deutschland und Europa alle Voraussetzungen zur sicheren Versorgung Betroffener gebe, heißt es in einer Mitteilung des Robert-Koch-Instititutes.

Die Experten dort halten es für „unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich, dass Reisende die Krankheit nach Deutschland oder Europa mitbringen“. Und wie sieht es in Berlin aus? „Wir haben seit Langem funktionierende und erprobte Seuchenpläne, die genau festlegen was zu tun ist, wenn hochinfektiöse Patienten nach Berlin einreisen“, sagt Regina Kneiding, Sprecherin der Gesundheitsverwaltung.

Nach ihren Angaben hat die Gesundheitsverwaltung alle 33 Notaufnahmen in den Krankenhäusern in einem Schreiben über Ebola, Risiken und Übertragungswege informiert. Ihren Optimismus, dass Ebola in Deutschland keine Chance hat, begründet sie mit dem Infektionsschutzgesetz. Es macht klare Vorgaben zur Isolierung von Erkrankten, Verdachtsfällen und Kontaktpersonen. Diese müssen vom Amtsarzt umgesetzt werden.

Der Seuchenalarmplan des Landes Berlin legt zudem fest, was zu tun ist. So werden Verdachtsfälle und Erkrankte in der Sonderisolierstation des Virchow-Klinikums der Charité betreut. Bis zu 20 Patienten können dort gleichzeitig behandelt werden. Eine Person, die mit einer gefährlichen Krankheit wie Ebola oder Pocken infiziert ist, würde mit einem Infektionstransport der Feuerwehr zur Charité gefahren. Den Patienten begleiten zwei Sanitäter und ein speziell ausgebildeter Arzt der Bundeswehr.

In dem Kofferaufbau des Autos befindet sich unter anderem ein hermetisch abgedichteter Patientenraum, in dem Unterdruck erzeugt wird, damit kein Keim nach draußen gelangt. Der Patientenraum ist spartanisch gestaltet, dass er zur Desinfektion mit Formaldehyd begast werden kann.

Mit einer Kamera kann der Patient von der Fahrerkabine aus überwacht werden. Die Abluft aus der Patientenkabine wird mit den Auspuffgasen auf mehr als 160 Grad Celsius erhitzt und so desinfiziert. In Kontakt mit dem Patienten würden Sanitäter, Ärzte und Feuerwehrleute nur in Infektionsschutzanzügen treten, die über Pressluft-Atemgeräte versorgt werden.

Und was, wenn in einem Flugzeug auf dem Weg nach Berlin ein Verdachtsfall auftritt? Noch vor neun Jahren wäre es am Flughafen Tegel auf eine abgelegene Parkposition dirigiert worden. Der Erkrankte und alle anderen Passagiere wären in Quarantäne gekommen und untersucht worden. Im Jahr 2005 entzog der Bezirk Reinickendorf, dessen Amtsarzt für Tegel zuständig ist, der Flughafengesellschaft die Genehmigung für den Betrieb der dortigen Seuchenstation, weil sie marode war.

Nach Angaben eines Sprechers der Flughafengesellschaft müssen Maschinen mit Verdachtsfällen an Bord nach Hamburg, Frankfurt, Düsseldorf oder München ausweichen. 2008 brannte die Sanitätsbaracke schließlich ab. Ersetzt wurde sie nicht, weil man an die baldige Eröffnung des neuen Großflugplatzes in Schönefeld glaubte. Er soll eine moderne Quarantänestation für Seuchenverdachtsfälle haben.