Mit der sogenannten Ehe für alle hat Deutschland als eines der letzten westeuropäischen Länder die volle rechtliche Gleichstellung Homosexueller und Heterosexueller im Eherecht ermöglicht.

Unter den neuen Ehepartnern ist auch der Grünen-Politiker Volker Beck, der am Sonntag im Standesamt Kreuzberg den Architekten Adrian Petkov heiratete.

Auf dem Weg zu einer Feier mit Freunden nannte Beck seine Trauung persönlich und politisch bewegend. „Es wird Wirklichkeit, wofür wir 28 Jahre lang gekämpft haben“, sagte er. „Mit den Bildern des heutigen Tages traut sich hoffentlich keiner mehr, dagegen etwas zu haben.“

Karl Kreile und Bodo Mende sind die ersten Berliner 

Die ersten Berliner, die sich das Ja-Wort gegeben haben, waren Karl Kreile (59) und Bodo Mende (60), die beiden waren bereits seit 2002 in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft verbunden, die sie nur zur Ehe umwandeln ließen. Beide behalten ihre Nachnamen. Nach der Trauung trugen sie sich ins Goldene Buch des Bezirks Tempelhof-Schöneberg ein.

Der Bundestag hatte die Ehe für alle im Sommer beschlossen. Schwule und lesbische Paare können seit dem 1. Oktober nun genau wie heterosexuelle Paare mit allen Rechten und Pflichten heiraten.

Adoption von Kindern ist jetzt erlaubt

Im Bürgerliche Gesetzbuch heißt es jetzt: „Die Ehe wird von zwei Personen verschiedenen oder gleichen Geschlechts auf Lebenszeit geschlossen.“ Verheiratete Schwule und Lesben haben dieselben Rechte und Pflichten wie heterosexuelle Eheleute. Dafür hatten sich Schwule und Lesben jahrzehntelang gegen große Widerstände eingesetzt. Zu den Rechten aller Ehepaare gehört zum Beispiel die Adoption von Kindern. (dpa)