In den 60er Jahren bestand der Checkpoint Charlie noch aus einfachen Schlagbäumen und kleinen Straßenbarrieren. Im Laufe der Jahre wurde der Grenzübergang immer weiter ausgebaut. Mitte der 80er Jahre ähnelte der Checkpoint mit vierspuriger, überdachter Fahrbahn fast einer Autobahnraststätte.

Der Checkpoint Charlie war als einer von insgesamt drei amerikanischen Kontrollpunkten in der Zeit des Kalten Krieges nur für alliiertes Militär- und Botschaftspersonal, ausländische Touristen und Mitarbeiter der ständigen Vertretung der Bundesrepublik in Ost-Berlin vorgesehen. Auch DDR-Diplomaten durften über den Checkpoint Charlie nach West-Berlin fahren.

Wo Peter Fechter verblutete

Weltweite Bekanntheit bekam der Checkpoint Charlie, als sich dort am 27. Oktober 1961 sowjetische und amerikanische Panzer schussbereit gegenüberstanden. Ein knappes Jahr später, am 17. August, wurde der 18-jährige Peter Fechter hier bei einem Fluchtversuch von DDR-Grenzern angeschossen. Der Maurergeselle lag schwer blutend länger als eine Stunde im Mauerstreifen. Als ihn Grenzsoldaten endlich wegtrugen, hatte er so viel Blut verloren, dass er wenig später in einem Ost-Berliner Krankenhaus starb.

Es gab aber auch erfolgreiche Fluchten: Im August 1986 durchbrach ein Kieslaster mit voller Wucht die Grenzbarrieren. Als letzter Flüchtling am Checkpoint Charlie gelang Hans-Peter Spitzner gemeinsam mit seiner Tochter im Kofferraum eines US-Diplomatenfahrzeugs die Einreise nach West-Berlin.

Abriss im Juni 1990

Am 22. Juni 1990 wurde der Übergang abgerissen. Und heute? Ein nachgebautes Wachhäuschen, ein Hinweisschild zum Verlassen des US-amerikanischen Sektors und farbige Porträts eines amerikanischen und eines sowjetischen Soldaten erinnern an die Geschichte des Grenzübergangs. Jeden Tag besuchen Tausende Touristen den historischen Ort, informieren sich in einer Open-Air-Ausstellung oder besuchen das Mauer-Panorama.

Auch das Mauermuseum in unmittelbarer Nähe gehört seit vielen Jahren zum Umfeld des Checkpoint Charlie. Bereits 1962 öffnete das Haus seine Pforten und galt vor dem Mauerfall als Anlaufpunkt für Fluchthelfer, Geflüchtete und Journalisten. Das Haus an der Friedrichstraße Ecke Zimmerstraße, in dem sich das Museum befindet, hat jüngst den Besitzer gewechselt. Museumschefin Alexandra Hildebrandt will ihr Museum demnächst erweitern.