Die Caritas und die Stiftung „Gute-Tat.de“ koordinieren künftig die ehrenamtliche Hilfe für Flüchtlinge in Berlin. Der katholische Wohlfahrtsverband übernehme diese Aufgabe in dieser Woche vor der Zentralen Anlaufstelle (ZAA) auf dem Gelände des Berliner Landesamts für Gesundheit und Soziales (LaGeSo), teilte die Sozialverwaltung mit. Das beschloss der Koordinierungsstab des Senats am Montag. Zudem ist seit Wochenbeginn ein Notarzt der Johanniter ständig auf dem Gelände anwesend, bestätigte LaGeSo-Sprecherin Silvia Kostner.

Hunderte Flüchtlinge warteten auch am Montagvormittag auf ihre Registrierung. Dennoch sei die Situation entspannter als vergangene Woche, auch weil es nicht mehr so heiß sei, sagte Kostner. Außerdem schafften die mobilen Registrierteams in Karlshorst und Wilmersdorf deutliche Entspannung. Die dort untergebrachten Flüchtlinge müssen nicht mehr vor der ZAA anstehen.

Ursprünglich wollte der Koordinierungsstab eine langfristige Lösung beschließen. Das habe sich aber für die Wohlfahrtsverbände angesichts der Personalknappheit in der Ferienzeit als schwierig erwiesen, sagte Sprecherin Regina Kneiding. Im Lauf der Woche soll dann entschieden werden, wer ab kommender Woche das Platzmanagement auf dem LaGeSo-Gelände übernimmt. Parallel startet am Montag die Berliner Stiftung „Gute-Tat.de“ ihren Einsatz als neue Koordinierungsstelle für ehrenamtliche Helfer in der Flüchtlingspolitik für ganz Berlin.

Die Caritas soll die ehrenamtliche Initiative „Moabit hilft“ entlasten, die bisher weitgehend allein die Flüchtlinge während des stundenlangen Wartens betreut hat. Bis zu 100 freiwillige Helfer teilten auf dem Gelände Wasser, Essen und Sachspenden an die Flüchtlinge aus.

Mit der Stiftung „Gute-Tat.de“ haben Freiwillige, die sich in Berlin für Flüchtlinge engagieren wollen, jetzt eine neue Anlaufstelle. Die Stiftung nimmt im Auftrag des Senats am Telefon und im Internet Hilfsangebote entgegen. Sie berät die Freiwilligen, wo gerade helfende Hände gesucht werden. „Die Hilfsbereitschaft ist enorm, aber sie muss organisiert sein“, sagte „Gute-Tat.de“-Gründer Jürgen Grenz am Montag.

Die Stiftung führt eine Liste mit Organisationen und Initiativen, die aktuell ehrenamtliche Helfer suchen. Seit Einrichtung der Telefon-Hotline am vergangenen Dienstag haben nach Angaben von „Gute-Tat.de“ täglich rund 60 Berliner angerufen und ihre Hilfe etwa als Dolmetscher angeboten. (dpa)