Es ist schon einige Jahre her, dass der damalige Präsident von Hertha BSC, Bernd Schiphorst, daran ging, die Geschichte des Traditionsvereins in der Nazizeit erforschen zu lassen. Schiphorst, heute Aufsichtsratschef des Vereins, fand in dem renommierten Wissenschaftler, dem in Bern in der Schweiz geborenen Professor Daniel Koerfer, einen Historiker, der sich fortan diesem schwierigen Kapitel widmete.

Das war im Jahr 2007. Koerfer veröffentlichte zuerst eine Studie, die er später zu einem Buch „Hertha unter dem Hakenkreuz“ verarbeitete. Sein erstes wichtiges kurzes Fazit brachte damals Erleichterung im Verein: „ Hertha BSC war kein nationalsozialistisch infizierter Verein.“

Im Zuge seiner Studien stieß Koerfer auch auf das Schicksal von Dr. Hermann Horwitz, der bis zum Jahr 1935 Mannschaftsarzt von Hertha BSC war, als Jude 1943 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet wurde.

Heute nun wird Horwitz mit einem Stolperstein geehrt. Dieser wird um 13.15 Uhr an der Nachodstraße/Ecke Prager Straße in Wilmersdorf verlegt. Neben Koerfer werden auch Bernd Schiphorst sowie Herthas Präsident Werner Gegenbauer und der Bürgermeister von Charlottenburg-Wilmersdorf, Reinhard Naumann, (SPD) anwesend sein. Naumann sagte: „Ich freue mich sehr, dass Hertha BSC sich für die Aufarbeitung seiner eigenen Geschichte engagiert.“