Berlin - Man mag sich noch so klatschresistent geben – für Trennungsgeschichten interessiert sich doch fast jeder. Deshalb stand über der Auszeichnung der Journalisten des Jahres am Donnerstagabend durch das Medium Magazin im Deutschen Historischen Museum die Frage: Kommen die als Unterhaltungsjournalisten des Jahres gekürten Charlotte Roche und Jan Böhmermann? Schließlich wurde gerade ihre Talkshow abgesetzt und die Art, wie die Beteiligten in den vergangenen Tagen darüber sprachen, ließ erahnen, dass diese Geschichte das Potenzial zum Rosenkrieg hat.

Charlotte Roche, die zuerst eintraf, spürte das wohl auch. Und erklärte: „Ich will mich am Ausplaudern der Gründe nicht beteiligen.“ Nur so viel. „Das war eine Dreierehe: Böhmermann, die Produktionsfirma und ich.“ Die Trennung findet sie „richtig traurig“. Auf dem Gruppenfoto aller Preisträger fehlt Jan Böhmermann, obwohl er zum Zeitpunkt der Entstehung schon im Museum war. Die Organisatoren hatten nach ihm gesucht, er versteckte sich im Eingangsbereich. Später kam es dann aber wenigstens noch zu gemeinsamen Bildern mit Ex-Bildschirmpartnerin Charlotte Roche.

Rolf-Dieter Krause, Leiter des ARD-Studios Brüssel, geriet besonders durch seine Berichterstattung über die Euro-Krise in den Blick der Jury für die Auszeichnung der Journalisten des Jahres 2012. Man könnte Krause, der auch mal zugibt, wenn er etwas nicht versteht, als Krisengewinnler bezeichnen, denn er siegte in der Königskategorie „Journalist des Jahres“. Ein Sonderpreis ging an die Journalistinnen-Initiative „Pro Quote“, der Journalist Wolf Schneider wurde für sein Lebenswerk geehrt. „Chefredakteur des Jahres“ wurde Wolfgang Büchner von der dpa.