Eierwürfe und Drohungen in Spandau: Clan-Chef Issa R. habe mit Mieter-Terror nichts zu tun

Berlin - Ein Wohnhaus in der Falkenhagener Straße beherrscht seit Tagen die Nachrichten: Dort terrorisiert ein Mitglied eines arabischen Clans, Abdulkadir O., seit Jahren die Nachbarn: mit Drohungen verbal oder per SMS, mit Eierwürfen und Sachbeschädigungen. Die Mieter vermuten, dass sie aus dem Haus gegrault werden sollen, damit der Clan ihre Wohnungen übernehmen kann. Denn O. ist mit der berüchtigten Großfamilie R. verwandt.

„Du hast diese Hand noch nicht zu spüren bekommen. Und wart nur ab, bis ich meine Brüder hole“, beschrieb eine Bewohnerin gegenüber Spiegel TV das Verhalten ihres Nachbarn. „Er möchte wie ein König behandelt werden, dass ihm das ganze Haus gehört und dass wir uns unterordnen müssen“, sagt eine andere Frau.

Clan-Chef Issa R., streitet ab, von solchen Methoden etwas zu wissen. „Das ist ein Idiot. Wir holen uns das Eigentum von Menschen nicht mit Gewalt“, sagte Issa R. der Berliner Zeitung. Das Oberhaupt der rund 500 Mitglieder starken Familie R. sagt, er habe „mit dieser Sippe“ in Spandau nichts zu tun.

Bewohner des Hauses haben die Nase voll vom Dauerterror

„Immer, wenn jemand aus meiner Familie Scheiße baut, schmücken die sich mit meinem Namen.“ Er wolle endlich Ruhe, sagt Issa R. Ein Vorgehen wie in Spandau sei nicht von ihm genehmigt worden. „Man bedroht seine Nachbarn nicht. Mit so einem Verhalten verliert man den Respekt“, so der Neuköllner.

Dass Issa R. nichts mit dem Störer zu tun haben will, glauben die Hausbewohner indes nicht. Eine Frau ist sich sicher, ihn vor wenigen Tagen zusammen mit Abdulkadir O. gesehen zu haben: „Sie saßen einträchtig auf einer Parkbank. Wahrscheinlich besprachen sie gerade das weitere Vorgehen.“

Die Bewohner des Hauses an der Falkenhagener Straße haben die Nase voll von dem Dauerterror. „An die Öffentlichkeit zu gehen, war jetzt unser letzter Schritt“, sagen sie. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Burkard Dregger lobte am Dienstag die Zivilcourage der Bewohner. Er erneuerte seine Forderung nach Einrichtung eines anonymen Hinweistelefons gegen Clan-Kriminalität. Denn viele andere Zeugen ließen sich oft einschüchtern und würden unter Druck gesetzt, so Dregger.

(kop., lex.)