Berlin - Selbstverständlich ist es gut, wenn die Berliner Landesregierung mit den Akteuren aus der Bau- und Wohnungswirtschaft redet, um dem Ziel näher zu kommen, das Angebot an preiswerten Wohnungen zu erhöhen. Ein Bündnis für den Neubau, wie es nun von der Berliner Immobilienwirtschaft vorgeschlagen wurde, kann durchaus den Rahmen zur Verständigung schaffen. Ob ein solches Bündnis schon verabredet ist, wie Stadtentwicklungssenator Sebastian Scheel erklärt hat, oder ob es erst noch verabredet werden muss, worauf der Brief der Immobilienwirtschaft schließen lässt, ist im Grunde egal. Hauptsache, dass beide Seiten ins Gespräch kommen. Denn daran hat es zuletzt gemangelt.

Eines sollte klar sein: Ein Bündnis allein für den Neubau, bei dem es lediglich um Quoten für Sozialwohnungen, freifinanzierte Unterkünfte und Eigentumswohnungen geht, kann es in Berlin nicht geben. Zwar ist es sinnvoll, sich Ziele zu stecken, etwa den Anteil von Sozialwohnungen bei großen Bauprojekten festzulegen, wie bisher schon. Doch darüber hinaus ist von verantwortungsbewussten Stadtentwicklern zu erwarten, dass sie sich zum sozialen Zusammenhalt bekennen. Dass sie also alles vermeiden, was zur finanziellen Überforderung der Mieter und zu deren Verdrängung führt. Auf der anderen Seite sollte ein gemäßigtes Mietwachstum akzeptabel sein, soweit es dazu dient, Wohnhäuser in Schuss zu halten.

Was genauso wichtig ist: Die Abläufe in den Behörden müssen auf den Prüfstand. Es ist nicht akzeptabel, wenn Bauherren, die schon eine Baugenehmigung haben, je nach Bezirk teils monatelang auf eine Genehmigung zur Einrichtung der Baustelle warten müssen, wie die Fachgemeinschaft Bau bemängelt. Hier muss Berlin schneller werden.