Es kommt nicht oft vor, dass Flughafenchef Hartmut Mehdorn einen öffentlichen Auftritt hat und und die Anwesenden ihm erkennbar wohlgesonnen sind. Am Donnerstag war so eine Gelegenheit. Eine Frau und 15 Männer standen in einem Konferenzraum in Adlershof um Mehdorn herum und wirkten ganz beseelt. „Wir sind sehr froh, dass er diese Initiative ergriffen hat“, sagte einer von ihnen.

Der Vorstandschef der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB) hat sich nämlich zusammengetan mit seinen Kollegen, den Geschäftsführern von elf Flugplätzen für Privat- und Hobbyflieger rund um Berlin. Gemeinsam haben sie den Verein flyBB gegründet, um die Luftfahrt in Berlin und Brandenburg zu stärken. Mehdorn ist der Vorsitzende. „Wir wollen uns politisch besser einbringen“, sagte er.

Oft werde der Luftverkehr ja auf die CO2-Emissionen und den Lärm reduziert. Dabei ginge es um so viel mehr: um wirtschaftliche Entwicklung, um Freiheit, um den Traum vom Fliegen. „Viele kleine Flugplätze verschwinden still und leise, das wollen wir gemeinsam verhindern“, sagte Mehdorn.

Mehdorn: Kooperation ist nützlich

Tatsächlich treibt ihn wohl nicht nur persönliche Begeisterung für die Fliegerei um, sondern auch ein handfestes Interesse. Schon lange beklagt Mehdorn die zu erwartenden Kapazitätsprobleme am Großflughafen BER. Diese nehmen zu, wenn der Flughafen neben dem Linienverkehr auch Privatflieger abfertigen muss.

„Große Flughäfen tun sich schwer mit kleinen Flugzeugen“, räumte Mehdorn ein. Schließlich nimmt eine kleine Privatmaschine beim Start und bei der Landung genau so viel Raum ein wie ein Linienjet. Abweisen wolle man niemanden, aber weitervermitteln gern, sagte Mehdorn. Ein Vertreter des Flughafens Ruppiner Land führte München als Negativbeispiel an – dort gebe es neben dem Großflughafen in einem Umkreis von 100 Kilometern keinen einzigen Landeplatz für Privatflieger.

Die Kooperation mit so beschaulichen Airports wie Oehna, Saarmund und Bienenfarm soll dieser Entwicklung entgegenwirken. „Wir sind Brüder und Schwestern“, rief Mehdorn fast schon überschwänglich. „Wir sind ein Flughafen mit 14 Standorten.“ Den noch nicht eröffneten Großflughafen BER zählte er da bereits mit. Aber das ist eine andere Geschichte.