Das Filmplakat von "Sommer vorm Balkon".
Foto: imago images / United Archives

BerlinDie Kombination aus wochenlang anhaltend gutem Wetter und gleichzeitiger Kontakt- und Ausgangsbeschränkung macht einen Balkon zu einer luxuriösen Oase. Ein Hauch von Sommer vorm Balkon.

„Sommer vorm Balkon“ so hieß der Film von Andreas Dresen, der im Jahr 2006 in die Kinos kam und die Geschichte einer Freundschaft zweier Frauen in Prenzlauer Berg erzählt. Wie Andreas Dresen wohl die aktuelle Lage filmisch umsetzen würde?

Vermutlich würde er ganz unaufgeregt Notizblock und Stift zur Hand nehmen, abwarten und beobachten. Eine Stunde auf dem Balkon kann unterhaltsam sein wie ein Kinobesuch. Während Sonnenstrahlen die isolationsbedingte Blässe bekämpfen, tritt auf der anderen Straßenseite ein junger Mann auf seinen Balkon. Er sieht sich um, zückt dann eine Zigarettenschachtel und zündet sich eine an. Eine fürchterliche profane Handlung, das stimmt, doch den Blick von ihm abzuwenden, das geht nicht. Auf seinem weißen T-Shirt prangt das rote Logo einer amerikanischen Jeansfirma, deren Name allerdings durch ein anderes Wort ersetzt ist: Penis.

Tja, über Geschmack lässt sich inmitten der Corona-Krise noch viel weniger streiten als sonst. Outfit und Zurechtmachen sind Verhandlungssache. Neulich war auf Twitter der lustige Tweet einer Frau zu lesen, die feststellte, dass sich ihr jahrelanges Mantra, sie würde sich nur für sich selbst schminken, inzwischen als glatte Selbstlüge entpuppt hat.

Auch die ohnehin in manchen Stadtteilen institutionalisierte Jogginghose hat in den vergangenen Wochen noch mal einen Boom erlebt. „Die Hose steht schon von selbst“, hieß es früher in meinem Elternhaus, wenn die geliebte Jeans dringend mal wieder in die Wäsche gehörte. Dieser Spruch erfährt durch Corona eine Renaissance.

In einem Blumenkasten blüht es grün, obwohl dort gar nichts gepflanzt oder gesät wurde. Ein benachbarter Landschaftsarchitekt hat dieses Mysterium einmal achselzuckend erläutert: Ein Vogel wird wohl in den Blumenkasten gekackt haben. Sieht trotzdem schön aus. Aber wären der rauchende Mann im Penis-Shirt und ein gedüngter Blumenkasten eine Szene in Dresens Film wert? Vermutlich würden sie als Miniaturen auftauchen.

Zurück also zum großen Ganzen: Die Straße vorm Balkon ist wie leergefegt von Autos – offenbar haben doch viele das Weite gesucht. Später bestätigt ein Spaziergang um den Block diesen Eindruck auch in der Nachbarschaft: viel weniger parkende Fahrzeuge als sonst. Bleiben wohl doch nicht so viele zu Hause, obwohl Politiker und   Virologen dringend darum bitten.

Soll nur keiner meckern, wenn die Maßnahmen in ein paar Wochen strikter ausfallen.Die Kombination aus wochenlang anhaltend gutem Wetter und gleichzeitiger Kontakt- und Ausgangsbeschränkung macht einen Balkon zu einer luxuriösen Oase. Ein Hauch von Sommer vorm Balkon.

„Sommer vorm Balkon“ so hieß der Film von Andreas Dresen, der im Jahr 2006 in die Kinos kam und die Geschichte einer Freundschaft zweier Frauen in Prenzlauer Berg erzählt .   Wie Andreas Dresen wohl die aktuelle Lage filmisch umsetzen würde?

Vermutlich würde er ganz unaufgeregt Notizblock und Stift zur Hand nehmen, abwarten und beobachten. Eine Stunde auf dem Balkon kann unterhaltsam sein wie ein Kinobesuch. Während Sonnenstrahlen die isolationsbedingte Blässe bekämpfen, tritt auf der anderen Straßenseite ein junger Mann auf seinen Balkon. Er sieht sich um, zückt dann eine Zigarettenschachtel und zündet sich eine an. Eine fürchterliche profane Handlung, das stimmt, doch den Blick von ihm abzuwenden, das geht nicht. Auf seinem weißen T-Shirt prangt das rote Logo einer amerikanischen Jeansfirma, deren Name allerdings durch ein anderes Wort ersetzt ist: Penis.

Tja, über Geschmack lässt sich inmitten der Corona-Krise noch viel weniger streiten als sonst. Outfit und Zurechtmachen sind Verhandlungssache. Neulich war auf Twitter der lustige Tweet einer Frau zu lesen, die feststellte, dass sich ihr jahrelanges Mantra, sie würde sich nur für sich selbst schminken, inzwischen als glatte Selbstlüge entpuppt hat.

Auch die ohnehin in manchen Stadtteilen institutionalisierte Jogginghose hat in den vergangenen Wochen noch mal einen Boom erlebt. „Die Hose steht schon von selbst“, hieß es früher in meinem Elternhaus, wenn die geliebte Jeans dringend mal wieder in die Wäsche gehörte. Dieser Spruch erfährt durch Corona eine Renaissance.

In einem Blumenkasten blüht es grün, obwohl dort gar nichts gepflanzt oder gesät wurde. Ein benachbarter Landschaftsarchitekt hat dieses Mysterium einmal achselzuckend erläutert: Ein Vogel wird wohl in den Blumenkasten gekackt haben. Sieht trotzdem schön aus. Aber wären der rauchende Mann im Penis-Shirt und ein gedüngter Blumenkasten eine Szene in Dresens Film wert? Vermutlich würden sie als Miniaturen auftauchen.

Zurück also zum großen Ganzen: Die Straße vorm Balkon ist wie leergefegt von Autos – offenbar haben doch viele das Weite gesucht. Später bestätigt ein Spaziergang um den Block diesen Eindruck auch in der Nachbarschaft: viel weniger parkende Fahrzeuge als sonst. Bleiben wohl doch nicht so viele zu Hause, obwohl Politiker und   Virologen dringend darum bitten.

Soll nur keiner meckern, wenn die Maßnahmen in ein paar Wochen strikter ausfallen.