Berlin - Beate Schlüter (Name geändert) aus Kreuzberg ist happy. „Ich zahle durch den Mietendeckel pro Monat 434 Euro weniger Miete“, sagt die 35-Jährige. Sie gehört zu den Gewinnern des Mietendeckels, der vor einem Jahr, am 23. Februar 2020, in Kraft getreten ist. In der ersten Stufe wurden damals zunächst die Mieten für rund 1,5 Millionen Wohnungen auf dem Niveau vom Juni 2019 eingefroren. Mit dem Inkrafttreten der zweiten Stufe des Mietendeckels am 23. November 2020 wurden die Vermieter dann schließlich verpflichtet, Mieten, die die neu eingeführten Obergrenzen um mehr als 20 Prozent überschreiten, abzusenken. So sank für Beate Schlüter die Miete für ihre 60 Quadratmeter große Zweizimmerwohnung am Görlitzer Park von 1130 Euro warm auf rund 696 Euro.

Seit wir Beate Schlüter im November vergangenen Jahres zum ersten Mal zum Mietendeckel befragt haben, hat sie schon mehr als 1300 Euro Miete gespart. „Ausgegeben habe ich aber nichts davon“, sagt sie. Aus Sicherheitsgründen. „Ich habe das Geld zurückgelegt, falls der Mietendeckel vor Gericht gekippt wird“, so die selbstständige Grafikdesignerin. „Das wäre hart für mich. Ich müsste das eingesparte Geld komplett zurückerstatten und weiter die hohe Miete zahlen.“ Auf Dauer könnte sie sich die nicht leisten. „Wenn der Mietendeckel gekippt wird, müsste ich wohl ausziehen“, sagt Schlüter.

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