Monika Ehrhardt-Lakomy im kleinen Tonstudio in Blankenburg.
Foto: Berliner Zeitung / Sabine Gudath

Berlin-BlankenburgUnzählige Kinder wachsen mit dem „Traumzauberbaum“ auf. So war es bisher – und so wird es auch in der Zukunft sein. Denn das gemeinsame Lebenswerk von Monika Ehrhardt-Lakomy und Reinhard Lakomy wächst auch sieben Jahre nach dem Tod des Komponisten weiter! In den vergangenen Wochen entstand im kleinen Tonstudio in Blankenburg trotz Corona die neue Platte „Mama Tresore und die Kanalrattenbande“ – mit Star-Besetzung.

„Wir mussten uns mit den schwierigen Bedingungen arrangieren, aber es ist uns gut gelungen, auch wenn manche Dinge dadurch etwas länger dauerten“, sagt Autorin Monika Ehrhardt-Lakomy der Berliner Zeitung. Denn: Neben Ehrhardt-Lakomy und Technikern durfte immer nur ein Darsteller in das kleine Tonstudio, das sogar mit Trennwänden ausgestattet wurde. „Es war trotzdem toll. Ich habe an der geplanten Produktion der CD festgehalten, gerade in dieser schwierigen Zeit“, sagt die Autorin. „In Zeiten, in denen es für viele Künstler ums Überleben geht, kann ich mit gutem Gewissen sagen: Ich habe Arbeit geschaffen.“

Rund 40 Shows des „Traumzauberbaum“-Ensembles seien geplatzt, erst kürzlich gab es nach langer Pause einen ersten Auftritt in Dresden. „Da haben wir gemerkt, wie sehr wir uns gegenseitig gefehlt haben. Das Publikum hat sich so gefreut, dass wir zurück auf der Bühne waren. Es geht nicht alles nur über Video und im Fernsehen – der direkte Kontakt ist durch nichts zu ersetzen.“

Die CD „Mama Tresore und die Kanalrattenbande“ soll im Herbst auf den Markt kommen. Es geht um eine Stadtratte namens Mama Tresore, die eine Knopffabrik betreibt. „Im Wald außerhalb der Stadt leben Tiere, die sich darüber wundern, dass ihr Waldbach plötzlich verschwunden ist“, sagt Monika Ehrhardt-Lakomy. „Die Quelle des Bachs befindet sich unter einer alten Linde im Stadtpark – aber die Kanalratten haben sie in ihr Reich umgeleitet.“ Es kommt zu einem Konflikt zwischen den von der Kanalrattenbande aufgewiegelten Stadttieren und den Waldtieren – und am Ende zur Völkerverständigung. Die Botschaft: „Zum einen geht es darum, dass das Wasser allen gehört“, sagt die Autorin. „Und darum, dass man hinterfragen muss, was es für Gründe gibt, die Heimat zu verlassen.“ Sie lächelt. „Und nicht jeder Fremde, der in die Stadt kommt, frisst gleich Parkbänke.“

Die Produktion ist ein regelrechter Star-Treff. Die Hauptrolle der Mama Tresore übernimmt Schauspielerin Franziska Troegner („Mama ist unmöglich“), „Tatort“-Schauspieler Boris Aljinovic spielt den Kanalrattenboss und Comedy-Star Oliver Kalkofe den Maulwurf Blacky. Auch die „Lütte“ Angelika Mann ist zu hören – als Krähe Krakela. Weitere Rollen übernehmen Sängerin Josephin Busch (Rehlein Juliette), Walter Plathe (Wildschwein Boris) und Lutz van der Horst (Igel Piefke). Carmen Maja Antoni ist mit einem Lied dabei wie auch Ilja Richter, Pierre Sanoussi-Bliss und Christian Haase.  „Ich wollte, dass – wie immer – auch Freunde von Lacky an der Produktion teilnehmen“, sagt Ehrhardt-Lakomy.

Die Geschichtenlieder-Platte ist die zweite, die sie ohne ihren Lacky produziert. „Die Geschichte ist aber natürlich in unserem Traumzaubi-Universum verhaftet. Wir feiern 40 Jahre Traumzauberbaum – was kann man da Besseres machen, als am Baum ein neues Blatt wachsen zu lassen?“ Und natürlich sei Lacky immer bei ihr. Auf der CD gibt es auch einen Titel, den er noch selbst eingesungen hat.

Die Kompositionen der 24 Lieder dieses neuen Albums stammen alle noch von ihm, „es sind zum Teil Film- und Ballettmusiken oder Lieder, die in anderen Produktionen dramaturgisch nicht mehr passten. Früher war es so, dass Lacky meine Texte vertont hat, dieses Mal habe ich die Texte auf seine Melodien geschrieben.“ Arrangeur André Gensicke frischte die teilweise 30 Jahre alten Titel auf, modernisierte den Sound. Am 16. September soll die Release-Party gefeiert werden. Zum 40-Jahre-„Jubilierungsfest“ des Traumzauberbaums kommt dann außerdem eine Vinyl-Sonderedition der Schallplatte von 1980 auf den Markt.