Berlin - Die Fläche an der Spree liegt brach. Nur einige Touristen spazieren auf dem Beton am Monbijoupark gegenüber vom Bode-Museum, wo früher getanzt, in Strandbars gesessen und Theater gespielt wurde. Die einstigen Holztribünen des Monbijou-Theaters liegen eingelagert in Stapeln hinter einem Bauzaun. 2018 musste die Arena dichtmachen, weil sie offiziell auf einer Grünfläche stand, die ohne nun ziemlich grau wirkt.

Jetzt will ein Verein namens „Einfachmachen21“, der aus Anwohnern und Kulturschaffenden besteht, das Theater und die Märchenhütten daneben wiederbeleben. Aber einfach machen dürfen sie es nicht. „Wir wollen diesen magischen Veranstaltungsort retten“, sagt Irmelin Beringer. Dafür bräuchte ihr Verein eine Ausnahmegenehmigung durch die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) in Mitte, die am Donnerstag ab 18 Uhr tagt.

Animositäten zwischen Bezirksamt und früherem Betreiber

„Wenn das nicht in den nächsten Tagen genehmigt wird, können wir einpacken“, sagt Beringer. Man habe ein Ensemble, einen Spielplan und einen Vertrag mit dem früheren Betreiber Christian Schulz, der Amphitheater und Märchenhütten zur Verfügung stellen würde. Doch dafür müssten sie noch im Juni anfangen. „Wir wollen keine Steuergelder, aber müssen es irgendwie refinanzieren“, sagt der Schauspieler Daniel Sellier, neben Beringer Vorsitzender des Vereins. „Wir können es innerhalb von zehn Tagen stemmen, hier ein Theater hinzustellen, Leute zu bespielen und Workshops für Kinder und Jugendliche in den Sommerferien abzuhalten.“

Doch die Vereinsmitglieder, die am vergangenen Sonnabend demonstrierten und eine Räumung der Fläche verhinderten, vermuten Animositäten des Bezirksamts gegen den früheren Betreiber Schulz, dem vorgeworfen wurde, er habe mehr Bar- als Kulturbetrieb angeboten. Darüber beschwerten sich Anwohner. Nun kommen nachts Jugendliche auf die Fläche und machen noch mehr Lärm.

Auf Nachfrage teilt das Bezirksamt mit, eine Änderung des Bebauungsplans für die Nutzung von Theater, Bar und Märchenhütten würde zwei Jahre dauern. Der Verein vermutet da deutlich mehr Ermessensspielraum.