Unbekannte haben am vergangenen Wochenende hochsensible Funktechnik der Polizei gestohlen. Sie brachen in einen von der Polizei angemieteten Raum unter dem Dach eines Hochhauses in der Fritz-Erler-Allee ein und entwendeten Richtfunkempfänger, und -sender sowie Spezialsteckdosen, mit denen die Stromversorgung einer Anlage von außerhalb ferngesteuert werden kann. Gestohlen wurde auch ein spezieller Router, der eine sichere Datenverbindung garantiert. Die Polizei nutzte diese Technik, um hochsensible Ermittlungsdaten zwischen den Dienststellen auszutauschen.

Fachleute bestätigen, dass der Polizeifunk innerhalb der Behörde gefährdet war

Mit dieser Technik ist es möglich, den digitalen Polizeifunk nicht nur zu manipulieren, sondern auch auszuschalten. Von der Existenz des Raumes und dessen Ausstattung wussten nur wenigen Mitarbeiter.

Der mit Technik vollgestopfte Raum war mit einem Gitter gesichert, das die Täter aufgebrochen hatten. Der Tatzeitpunkt ist unklar. Der Raum wurde am Freitagabend verschlossen. Entdeckt wurde die Tag am Montag gegen 6.30 Uhr.

Spezialisten der Polizei sperrten daraufhin den gestohlenen Router, um zu verhindern, dass Daten der Polizei verändert oder ausgelesen werden können. Intern bestätigten Fachleute, dass die Funk-Kommunikation innerhalb der Behörde gefährdet gewesen sei. Mittlerweile seien die Techniker sicher, dass keine interne Informationen an die Öffentlichkeit gekommen sind. In die Ermittlungen der Kriminalpolizei wurde nun auch das Staatsschutzdezernat für politisch motivierte Kriminalität einbezogen. Fahnder schließen nicht aus, dass die Technik über das Internet veräußert werden soll.

Der Vorfall war nicht der erste Einbruch bei der Polizei

Die Polizei wurde nicht das erste Mal bestohlen. Wiederholt gelangten Unbekannte in den vergangenen Jahren auf das Sicherungsgelände in der Belziger Straße in Schöneberg sowie auf das Gelände in der Biesdorfer Cecilienstraße. Dort stehen unter anderem Fahrzeuge, die häufig nach illegalen Rennen beschlagnahmt wurden. Die Täter schnitten Metallzäune durch, um einzubrechen. In einem Fall entleerten sie Feuerlöscher, um Spuren ihres Diebstahls zu vernichten. Auch das Polizeipräsidium am Platz der Luftbrücke in Tempelhof ist nicht so sicher, wie es scheint. Im September 2017 stiegen Einbrecher in die Polizeihistorische Sammlung ein. Die befindet sich auf dem Gebäude. Die Diebe stahlen Ordensschnallen, Dienstauszeichnungen, Dienstmarken der Gestapo sowie das Bundesverdienstkreuz des ehemaligen Polizeipräsidenten Johannes Stumm. Er stand von 1948 bis 1962 als Präsident an der Spitze der West-Berliner Polizei.

Auch vor der Zentrale des Landeskriminalamts am Tempelhofer Damm schreckte im Februar dieses Jahres ein Einbrecher nicht zurück. Er brach in ein Büro eines Dezernats ein, das sich mit islamistischen Gefährdern und Terroristen befasst. Dort könnten sich also für die Bundesrepublik hochsensible und sicherheitsrelevante Daten befinden.

Der Mann konnte allerdings gefasst werden. Er ist drogenabhängig und hoffte, in dem Büro ein paar Gegenstände zu finden, die er hätte verkaufen können, um damit dann seine Sucht zu finanzieren.