Markus Müller-Tenckhoff ist seit 30 Jahren Stadtführer, die Corona-Pandemie hat seine Branche in eine tiefe Krise gebracht. 
Foto: Berliner Zeitung/Benjamin Pritzkuleit

BerlinDie Ausstellung im Palais Populaire am Boulevard Unter den Linden über Christo und Jeanne-Claude sollte eigentlich am 17. August schließen. Doch sie wurde um einen Monat verlängert. Eine zehnköpfige Gruppe ist gerade dabei, durch die Ausstellung zu laufen. Die zehn Männer und Frauen sind auf Abstand bedacht und tragen Masken. Es ist für sie ein Muss, Details über die Ausstellung zu kennen. „Es ist peinlich, wenn man in unserem Job nichts oder nur sehr wenig über solche Ausstellungen weiß“, sagt Markus Müller-Tenckhoff später vor den Türen des Palais Populaire. Er ist, wie die anderen neun Ausstellungsbesucher der Gruppe, Stadtführer in Berlin. Der Rundgang war eine Art Weiterbildung.

Normalerweise führen die Frauen und Männer Touristen durch solche Ausstellungen und durch die ganze Stadt. Doch was ist schon normal in Zeiten der Corona-Pandemie. Müller-Tenckhoff und viele seiner Kollegen hat das Virus besonders hart getroffen – sie sind seit sechs Monaten arbeitslos. Ihre Jobs gehören nicht zu den systemrelevanten Berufen. Erst seit Ende Mai dürfen sie ihr Wissen wieder anderen vermitteln. „Doch an wen, wenn keine oder nur wenige Touristen da sind?“, fragt der 52-jährige Stadtführer. Gerade die ausländischen Besucher fehlen.

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