Berlin - Drachen fliegen am Himmel über dem Tempelhofer Feld, es ist so warm an diesem Sonnabendnachmittag, dass recht viele Leute in kurzen Hosen unterwegs sind. Die einen joggen im Kreis, die anderen spielen Basketball. Es gibt auch Leute, die einfach nur im Gras liegen, aber es gibt auch junge Leute, die sich ein paar Stühle mitgebracht haben, die sie nun in Reihen aufstellen, um dann dem Vortrag eines Professors zu lauschen.

Es sind schon ungewöhnliche Zeiten, wenn die freiwillige Teilnahme von Studenten an einer Vorlesung in ihrer Freizeit eine Form des öffentlichen Protestes ist. Genau das soll es sein. Denn Vorlesungen vor Ort in den Unis wurden mit der Pandemie mehr oder weniger eingestellt. „Während manche Schüler zumindest wieder in den Wechselunterricht dürfen, findet die Lehre in den Unis seit 14 Monaten für die Studierenden nur noch online statt“, sagt Lucie Gröschel. Die 21-Jährige studiert Politikwissenschaften im sechsten Semester und engagiert sich seit Wochen als Sprecherin in der studentischen Initiative „Nicht Nur Online“ (NNO). Kern der Gruppe sind etwa 30 Studenten von Freier und Technischer Universität, der Universität der Künste und der Humboldt-Uni. Dazu kommen etwa 100 Leute, die sie aktiv unterstützen.

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