Symbolbild
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BerlinKaum etwas hat zuletzt eine so große Aufmerksamkeitskarriere erfahren wie die berufliche Krankenpflege. Für die einen sind die Pflegerinnen und Pfleger Helden des Alltags, für die anderen gelten sie schlicht als unverzichtbar – erst recht, wenn Angehörige die Einrichtungen aufgrund der Ansteckungsgefahr gar nicht oder nur beschränkt aufsuchen dürfen.

Miroslav Brada ist einer von ihnen, bei der von der Initiative Herz & Mut ausgelobten Wahl zum Pfleger des Jahres hat der Berliner den dritten Platz belegt. Es ist natürlich ein wenig paradox, das lange vernachlässigte soziale Heldentum in  einer Rangliste zu präsentieren.

Miroslav Brada dürfte das ziemlich egal sein. Als Mitarbeiter der Berliner Pflegeorganisation Comfort Homecare zählt für ihn der Einzelfall in der häuslichen Intensivpflege, wo es gewissermaßen Voraussetzung ist, nicht allzu eitel zu sein.

Brada ist Pflegedienstleiter einer Intensivwohngemeinschaft am Tempelhofer Feld, und in dieser Eigenschaft kommt es einerseits darauf an, die menschliche Nähe zuzulassen, auf die die zu Pflegenden in hohem Maße angewiesen sind. Von einer Angehörigen wird „Miro“ denn auch für seine stets gute Laune belobigt.

Foto: herzundmut.de
Miroslav Brada, 

preiswürdiger Pfleger aus Berlin

„Sein fröhliches ‚Hallooooooo‘ oder sein trillerndes ‚Guuuten Mooorgen‘ beim Dienstantritt“, heißt es in der Jury-Begründung, „sorgen sofort für eine gute Stimmung in der gesamten WG.“ Darüber wird schnell vergessen, dass gute Pflege auch von der Fähigkeit abhängt, in organisatorischer Hinsicht den Überblick zu bewahren. Medikationspläne müssen eingehalten werden, und der Dienst am Menschen bedarf schon aus juristischen Gründen einer gründlichen Dokumentation.

In dem speziellen Bereich, für den Miroslav Brada zuständig ist, kommt noch eine große Portion medizinisches Wissen hinzu, das zum Wohlergehen der Patienten entscheidend beitragen kann. „Er ist geduldig, erklärt einfach und gut, und er weiß einfach alles über die Patienten und alles zum Thema Intensivpflege und Beatmung“, loben die Kollegen. Zur Basisqualifikation eines guten Pflegers gehört die Teamfähigkeit.

Ganz in diesem Sinne soll hier nicht unterschlagen werden, dass die 27-jährige Kölner Intensivkrankenschwester Sarah Huppert zur Pflegerin des Jahres gekürt wurde. Für ihre Wahl schlug zu Buche, dass sie sich 2019 mit der Hilfsorganisation Cap Anamur nach Sierra Leone aufgemacht hat, um in dem vom Bürgerkrieg und dem Ebolavirus gezeichneten Land in einem Kinderkrankenhaus zu arbeiten. Pflege kennt nun einmal keine Grenzen.