Es ist schon ein mondäner Einkaufstempel – die Mall of Berlin am Leipziger Platz in Mitte. Trotzdem scheint Berlins neuestes und größtes Shopping-Zentrum keine Erfolgsgeschichte zu werden.

Grund sind Mängel beim Brandschutz, die bislang noch nicht behoben worden sind. Und das dürfte auch schwer werden, da der Generalunternehmer des Eine-Milliarde-Euro-Projektes, der auch für den Brandschutz zuständig ist, inzwischen Insolvenz angemeldet hat. Das bestätigte das Amtsgericht Charlottenburg.

Als Insolvenzverwalter der FCL Fettchenhauer Controlling und Logistic GmbH wurde der Rechtsanwalt Knut Rebholz benannt. Außerdem wird von den Richtern auch wegen Insolvenzverschleppung ermittelt. FCL soll mehrere Unternehmen, die monatelang auf der riesigen Baustelle tätig waren, nicht bezahlt haben.

Nach Informationen der Berliner Zeitung gehören dazu die Firmen Fa. Art & Design, Cottbus (Fliesenlegearbeiten); Imtech Brandschutz GmbH, Alzenau (Sprinkleranlage); Inside, Warschau (Tischlerarbeiten); Heinrich Schmid GmbH, Dresden (Malerarbeiten); TE-MI GmbH, Berlin (Wärmedämmung).

Allein neun Unternehmen sollen auf die Zahlung von insgesamt vier Millionen Euro warten. Dabei enthält die Liste der von FCL beauftragten Bauunternehmen über 200 Firmen, heißt es aus Gewerkschaftskreisen. Darunter sind möglicherweise weitere Firmen, die auf ihr Geld warten.

Unmittelbar nach Eröffnung des knapp 80.000 Quadratmeter großen Einkaufsareals Ende September hatten dort Arbeiter aus Rumänien für die Zahlung ihrer noch ausstehenden Löhne demonstriert. Ihre Forderungen sollen sich auf 33.000 Euro belaufen. Aber auch unter den beteiligten Ingenieurbüros gibt es Unruhe - viele warten noch auf ihre Bezahlung. Laut Gewerkschaftern gehören dazu das Ingenieurbüro Görtzen (Baubegleitender Brandschutz) und die TPG (Technische Prüfgesellschaft). Auch hier könnte die Liste wohl noch länger sein. Denn FCL hat viele „Ein-Mann-Büros“ bei diesem Projekt eingesetzt.

Wer nun die noch offenen Mängel beim Brandschutz beseitigt, ist völlig unklar. Zunächst hatten die zuständigen Behörden dafür eine Frist bis zum 30. November gesetzt. Diese war nach Informationen der RBB-Abendschau dann noch einmal bis zum 17. Dezember verlängert worden.

Es wird nicht weitergebaut

Offen ist auch, wer die Arbeiten an einem benachbarten Hotel sowie den Wohnungsbau an der Mall fortsetzt. Investor Harald Huth, der 44-jährige Investor, zeichnet für das Großprojekt verantwortlich und hat auch Einkaufscenter wie das Schloss in Steglitz bauen lassen. Er war am Mittwoch für Nachfragen nicht zu erreichen.

Auch Mittes Baustadtrat Carsten Spallek (CDU) äußerte sich nicht zu den Problemen in dem Komplex mit 270 Geschäften.

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