Am 25. September soll sie nach monatelanger Verzögerung nun endlich eröffnen, die Mall of Berlin auf einem weiten Areal zwischen Leipziger Platz und Wilhelmstraße in Mitte. Nach der Zahl der Läden und Lokale soll es das größte Einkaufszentrum der Stadt werden, allein 270 Geschäfte wollen dort vertreten sein. An der Verkaufsfläche gemessen wird die Mall mit ihren 76.000 Quadratmetern nur von den Neuköllner Gropius-Passagen übertroffen.

Ursprünglich wollte der umtriebige Investor Harald Huth bereits Ende Mai eröffnen. Doch daraus wurde nichts, wegen Schwierigkeiten mit der Gebäudetechnik und vor allem mit der Brandschutzanlage. Deshalb gab es auch Ärger mit einigen Händlern, die bereits Personal eingestellt hatten. Sie sollten trotz der Verzögerung Miete zahlen.

Nun hat Huths Firma High Gain House Investments (HGHI ) in einer Rundmail an die Händler einen vagen Eröffnungstermin mitgeteilt. Man strebe den 25. September an, hieß es in der Mail, wie mehrere künftige Ladeninhaber bestätigten. Vier Wochen vorher wolle man den Termin definitiv bestätigen. „Huth hat dazugelernt, was die interne Kommunikation angeht“, sagte einer der Händler, der anonym bleiben wollte. In den vergangenen Monaten konnten die Händler über einen möglichen Eröffnungstermin nämlich nur rätseln. Viele hatten gerüchteweise von einem Termin Ende Juli gehört.

Mieter müssen alles nachweisen

Nach Informationen der Berliner Zeitung tauchten neben der Brandschutzanlage nun auch noch Probleme bei einem Strang der Frischwasserzufuhr auf, an dem allein 76 Mieter hängen. Bauingenieure hatten die Wasserleitungen mit Druckluft befüllt, doch zur Verwunderung der Verantwortlichen entwich die Luft. Jetzt wird hektisch nach den Ursachen gesucht. Waren nur einige Hähne offen oder gibt es gar ein Leck in der Leitung?

Huths Firma erweckt in ihrer Rundmail indes den Eindruck, dass die Mieter selbst für weitere Verzögerung verantwortlich sein könnten. Es seien immer noch nicht alle Unterlagen durch die Mieter beigebracht, heißt es darin. Tatsächlich müssen die Mieter unerwartet viele Unterlagen einreichen. Das bestätigt Manfred Berle, der in der Mall einen Laden für hochwertige und ausgefallene Geschenkartikel betreiben wird. „Man mietet drei Wände, also einen Rohbau, und ist dann für den weiteren Ausbau verantwortlich“, sagt Berle. „Da muss man dann Bescheinigungen beibringen, dass die nötigen Arbeiten von Fachbetrieben durchgeführt werden.“ Auch ein Gutachten über die fachgerechte Installation der Elektrik sei nötig. „Mein Ladeneinrichter war auch ganz erstaunt, was da alles an Schriftlichem verlangt wird.“ Hektische Betriebsamkeit wird also in den kommenden Wochen in dem Komplex herrschen.