Ich habe mit mir gerungen, über diese Badestelle, diesen See zu schreiben. Denn in den vergangenen Jahren haben immer mehr Menschen an den Ort gefunden, der für mich der Inbegriff des sommerlichen Badevergnügens ist. Allein die Anreise ist ein Problem, von Berlin-Mitte aus ist man locker anderthalb Stunden unterwegs. Wenn man allerdings sowieso einen Tagesausflug in Richtung Rheinsberg vorhat, kann man die Badehose getrost einpacken und hier einen Zwischenstopp einplanen.

Der Kalksee, der das Dörfchen Binenwalde dominiert, ist kalt, kälter als andere Seen in der Umgebung, und er ist ein Ensemble-See. Das beginnt mit der malerischen Anfahrt vorbei an Gras mahlenden Kühen, die nirgendwo malerischer herumlungern als in Binenwalde. Vorbei an Staketenzäunen und einem Biergarten, der seit 1859 in Betrieb ist und den Namen noch verdient. Bei Hackers eine Berliner Weiße  vor oder nach dem Bad, ist, wenn geöffnet ist, Pflicht.

Den Höhepunkt des Landvergnügens aber bietet der runde See, eingerahmt von grünem Wald. Ein paar Ruderbötchen vom Verleih im Dorf dümpeln auf seinem Wasser. Familien, Wanderer, Radfahrer und Einheimische mit Handtuch um die Schulter kommen hier alle über die Maßen entspannt zusammen, lagern an knorrigen Wurzeln und genießen die Unaufgeregtheit. Es gibt weder Eis noch Bockwurst, nur ein Dixieklo und Mülleimer. Der Badende muss sich selber versorgen. Dafür kann es aber sein, dass man ganz früh oder zur Abendbrotzeit allein seine Runde im klaren Wasser drehen kann.

Fazit: Für Ausflügler mit Sehnsucht nach Natur und Einfachheit geeignet. Perfekt für den Zwischenstopp auf dem Weg zum Schloss in Rheinsberg oder den Roadtrip übers Land. Familien können am kleinen flachen Sandstrand auch den ganzen Tag über viel Spaß haben.

Anfahrt: Parkplatz am Ortsausgang von Binenwalde in Richtung Braunsberg