Ein Team des Spezialeinsatzkommandos hat während eines Einsatzes im Stadtteil Mariendorf die Wohnung verwechselt. Die Beamten waren von Kollegen des Abschnitts 44 in die Wohnung alarmiert worden. Eine Frau hatte bei der Polizei angerufen und gesagt, dass sie von ihrem 54 Jahre alten Freund bedroht werde. Er sei angetrunken und bewaffnet, erklärte sie. Daraufhin alarmierten die Streifenpolizisten die Eliteeinheit. Die rückte mit einem Hund an, der darauf trainiert ist, einen Gegner anzuspringen und zu überwältigen. Das SEK öffnete daraufhin gewaltsam die ihnen vom angeblichen Opfer beschriebene Wohnung.

Der Hund stürmte in den Flur und biss einem 21-jährigen Mann, der sich als Gast in der Wohnung aufhielt, in den Arm. Der Sanitär des Teams versorgte die blutende Wunde. Dann wurde der Mann von der Feuerwehr in ein Krankenhaus gebracht und dort versorgt. Zur selben Zeit stellte sich heraus, dass das SEK die falsche Wohnung gestürmt hatte.

Der 54-jährige Verdächtige hielt sich in der Nachbarwohnung auf. Dort wurde er kurz vor Mitternacht festgenommen. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung stellte die Polizei drei Pistolen sicher. Die Mieterin der fälschlicherweise geöffneten Wohnung erstattete Strafanzeige wegen Sachbeschädigung und Körperverletzung im Amt.

Das SEK wird in Berlin jährlich zu rund 500 Einsätzen gerufen. Hin und wieder kommt es dabei vor, dass Wohnungstüren verwechselt werden. Für die Schäden komme das Land Berlin auf, hieß es im Landeskriminalamt. Die 150 Mann starke Truppe, die rund um die Uhr bereit steht, wird bei organisierter Kriminalität eingesetzt, oder wenn ein Täter bewaffnet ist. (ls.)

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