Die Geburtstagsbären.
Foto: Zoo Berlin

BerlinMit einer knackig-frischen Eistorte aus Rote-Beete-Saft, Äpfeln, Süßkartoffeln, Karotten und Bambus haben Pfleger des Berliner Zoos die Pandazwillinge Pit und Paule an ihrem ersten Geburtstag überrascht. Die beiden inspizierten die Torte in Form eines Tempels, auf dessen Dach eine 1 thronte, zogen es dann aber vor, zunächst einmal zu klettern und zu spielen. „Zwei echte Berliner Bären! Pit und Paule sind uns innerhalb des letzten Jahres sehr ans Herz gewachsen“, so Zoo- und Tierpark-Direktor Andreas Knieriem.

Aus den nackten und hilflosen Tierchen mit weniger als 200 Gramm Gewicht bei ihrer Geburt haben sich inzwischen stattliche Bärchen mit je etwa 28 Kilogramm Gewicht und eigenem Charakter entwickelt. „Paule, der Jüngere, war von Anfang an der deutlich Aktivere“, sagte Pfleger Corvin Schmohl. Er habe schneller Laufen gelernt, sei mobiler und ein kleiner Draufgänger. „Er hat zeitig sein eigenes Ding gemacht.“ Pit dagegen wirke langsamer und gemütlicher und halte sich gern eng an Mama.

Vor einem Jahr, am 31. August, war die erste Panda-Geburt in einem deutschen Zoo eine Sensation. Pandas sind nicht nur Einzelgänger, sondern auch ausgesprochene Sex-Muffel. Nur an rund drei Tagen im Jahr besteht überhaupt Chance auf Nachwuchs. In Berlin hatte es vorher nie geklappt. Heute leben hier die einzigen Großen Pandas in Deutschland – nun eben vier.

Dem Zufall überlassen wollte der Berliner Zoo nichts: Chinesische Experten halfen dem unerfahrenen Panda-Männchen und seiner verspielten Partnerin, die 2017 aus China nach Berlin übersiedelten, sicherheitshalber auch mit künstlicher Befruchtung auf die Sprünge. Was nun Erfolg hatte, der Liebestunnel zwischen den Gehegen oder das menschliche Zutun, bleibt offen.

Unumstritten ist die Panda-Zucht in Zoos nicht. China vergebe die Tiere in einer Art Panda-Diplomatie nur an Länder, mit denen es gute Beziehungen wünsche, monieren Kritiker. Die Berliner Pandas erbat keine Geringere als Bundeskanzlerin Angela Merkel. Andere sehen die Zucht in der Heimat der Tiere als reines Geschäftsmodell Chinas. Für die erwachsenen Tiere zahlt der Berliner Zoo pro Jahr eine Leasing-Gebühr von einer Million US-Dollar, die Summe für die Jungtiere wird nicht veröffentlicht. Auch sie bleiben per Vertrag Eigentum Chinas. Das Geld fließe wieder in den Artenschutz, heißt es aus dem Reich der Mitte.