Wer ein Elektrofahrzeug besitzt, kann den Akku bald auch an vielen Straßenleuchten in Berlin aufladen. Nach deren Umrüstung, mit der die Firma Ubitricity 2019 beginnen will, werden in den Bezirken Marzahn-Hellersdorf und Steglitz-Zehlendorf bis zu tausend Ladepunkte zur Verfügung stehen. Das sieht ein Projekt vor, das ein Konsortium aus der Berliner Wirtschaft, Forschung und Politik im Rahmen des Bundes-Sofortprogramms für saubere Luft umsetzt. Bis zu 600 weitere Steckdosen für Elektroautos werden von der Firma Gasag Solution Plus in Gewerbeimmobilien und Mehrfamilienhäusern montiert.

Die Laternen-Ladepunkte lassen sich mit mit intelligenten geeichten Ladekabeln, in die Stromzähler integriert sind, nutzen. Dafür können die Autofahrer einen Vertrag mit einem Stromanbieter ihrer Wahl abschließen, hieß es. In London gibt es das Verfahren „Mobile Metering“ bereits.

Wirrwarr wirkt abschreckend

In Berlin hat Ubitricity bislang nur wenige Ladepunkte. Anfangs stand der Senat dem Plan, Leuchten umzurüsten, skeptisch gegenüber. Die Technik gebe das meist nicht her, hieß es. Beim Senat konzentrierte man sich auf das Berliner Modell – den Aufbau eines Ladesäulennetzes, das diskriminierungsfrei allen interessierten Stromanbietern offen steht. Die Parkflächen an den Ladesäulen sollen effizient genutzt werden.

Zudem schrecke ein Wirrwarr von Angeboten ab – ein Grund dafür, dass es kaum private E-Mobile gibt. Anfang 2018 waren in Berlin 2007 Elektro-Pkw zugelassen. Schätzungen zufolge gab es 2017 rund 800 Ladepunkte in der Öffentlichkeit. Weil sich der Stromanbieter Innogy weigert, alle Ladekartenanbieter zuzulassen, haben Bezirke ihre Genehmigung zur Nutzung des Straßenlands nicht verlängert. Darum hat Innogy gegen das Land Klage eingereicht.

„Das Laternenladeprojekt soll in das Berliner Modell integriert werden“, sagte Jan Thomsen, Sprecher von Umweltsenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne). Wenn das Projekt fortschreitet, steht der vereinheitlichte Zugang zur gesamten Berliner Ladeinfrastruktur im Fokus, teilte die Firma Hubject mit.