Berlin - Von einer Bewerbung wird nichts anderes erwartet, egal ob ein normaler Job ausgeschrieben ist oder wie in diesem Fall ein Großprojekt: Man stellt sich selbst und seine Pläne im allerbesten Licht dar. Insofern hat der Senat professionell gearbeitet. Liest man die 16 eng bedruckten Seiten, mit denen Berlin sich am Montag als „Schaufenster der Elektromobilität“ beworben hat, dann muss Bundeskanzlerin Angela Merkel einfach nur „Ja“ sagen. Doch ganz so leicht wird es wohl nicht.

Das Angebot der Bundesregierung, aus dem geplanten Fördertopf von 180 Millionen Euro für drei Jahre zu schöpfen, ist heiß umkämpft. Rund 40 Regionen machen bei dem Wettbewerb mit, höchstens fünf werden genommen. Und natürlich sind auch Bayern, Sachsen, Baden-Württemberg oder Hamburg der Meinung, dass sie die besten Voraussetzungen mitbringen, um – so das Ziel des Bundes – Deutschlands Entwicklung zum „Leitanbieter“ für Elektromobilität voranzutreiben und in einem „internationalen Schaufenster repräsentativ abzubilden“. Kräftig für sich trommeln können die anderen auch.

Brandenburg macht mit

Hamburgs Regierungschef Olaf Scholz (SPD) beispielsweise hatte letzte Woche ein Treffen organisiert, an dem etwa hundert Vertreter aus Wirtschaft, Verbänden oder Universitäten teilnahmen. Sie bekräftigten ihre Unterstützung und stellten sich anschließend für ein Gruppenfoto im Rathaus auf. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit, sein Brandenburger Kollege Matthias Platzeck (beide SPD) und Wirtschaftssenatorin Sybille von Obernitz (parteilos) beließen es am Montag bei einer Presseerklärung. Die jedoch klang nicht minder selbstbewusst.

Insgesamt 257 Projektpartner, darunter 197 Unternehmen, 34 Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie 26 Vereine, Verbände, Kammern und öffentliche Einrichtungen beteiligen sich an der Bewerbung. „Das ist ein starkes Bündnis für Elektromobilität“, warb Wowereit. In der Hauptstadtregion solle der umweltverträgliche Verkehr der Zukunft erprobt und „im Alltag erfahrbar“ gemacht werden. Berlin und Brandenburg könnten zeigen, „wie sich Großstadt und Flächenland ideal ergänzen“, fügte Platzeck hinzu. 35 neue Kernprojekte sind geplant. Einige Beispiele: