Nicht bei jeder Erkältung muss das Kind gleich in Quarantäne (Symboldbild). 
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BerlinDie Senatsverwaltung hat schnell reagiert auf die Beschwerden der Eltern, jetzt haben sie es schwarz auf weiß: Das Kind muss nicht bei jedem Krächzer wegen angeblicher Corona-Gefahr zu Hause bleiben. Das dürfte schon bei vielen für riesige Erleichterung sorgen – aber Eltern brauchen noch viel mehr Unterstützung, und zwar bundesweit. Viele haben die zehn Kinderkrankentage, die ihnen gesetzlich zustehen, längst aufgebraucht, auch freie und Urlaubstage sind bei vielen dahingeschmolzen, weil die Kinder plötzlich nicht mehr in die Kita und die Grundschule durften. Auch wenn jetzt einfacher Schnupfen und Husten in Kitas „erlaubt“ sind – für die Grundschulen ist das noch nicht geklärt –, die nächste fiebrige Grippe oder ein Magen-Darm-Infekt kommt bestimmt noch in diesem Jahr. Und nach allem, was wir bisher wissen, müssen wir auch in den Schulen davon ausgehen, dass immer wieder ganze Lerngruppen zu Hause bleiben müssen.

Deshalb brauchen Familien jetzt vom Senat, aber vor allem von der Bundesregierung klare Zusagen: Eine Erweiterung der Kinderkrankentage und Verdienstausgleich auch für Freiberufler. Die neu geschaffene Möglichkeit von Lohnersatzzahlungen für Eltern, die wegen der Kinderbetreuung nicht arbeiten können, decken bisher nur einen spezifischen Fall ab: dass Schulen und Kitas flächendeckend geschlossen bleiben. Übrig bleiben jede Menge andere Szenarien: Was, wenn nur das eigene Kind krank zu Hause bleiben muss? Was, wenn es als Kontaktperson in die Isolation muss und Homeoffice nicht möglich ist? Gerade Alleinerziehende und Geringverdiener, die sich keine unbezahlten Urlaubstage leisten können, leben diesen Albtraum zum Teil jetzt schon. Sie brauchen dringend Antworten.