Berlin - Wie das Verwaltungsgericht Berlin erklärte, ermögliche das Berliner Schulgesetz im Einzelfall auch die Befreiung für ein ganzes Unterrichtsfach. Voraussetzung sei aber ein wichtiger Grund, der in diesem Fall nicht gegeben sei.

Der 1998 geborene Junge besucht das öffentliche Leibniz-Gymnasium in Kreuzberg. Die Eltern sahen in der Tatsache, dass nur Schüler öffentlicher, nicht aber Schüler privater Schulen zur Teilnahme am Ethikunterricht verpflichtet sind, eine Ungleichbehandlung und einen Verstoß gegen das Grundgesetz. Die Privatschüler hätten einen ungerechtfertigten zeitlichen Vorteil.

Das Gericht erklärte in der Urteilsbegründung, der unterschiedliche Umgang mit öffentlichen und privaten Schulen diene dem Schutz der Privatschulen, die in ihrer Eigenart so weit wie möglich unangetastet bleiben sollten. Deshalb liege in der Verpflichtung zum Ethikunterricht kein Verstoß gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz vor. Gegen das Urteil ist Berufung beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg möglich.