Köln - Eltern wollen ihre Kinder beschützen. So weit, so verständlich. Aber manchmal geht der Schutzgedanke eben auch zu weit, wie das Beispiel Gütersloh zeigt. Ein Vater fährt seine Kinder bis zum Schulhof – und fährt dabei einer Schülerin über den Fuß. Vermutlich hatte er es gut gemeint. Er wollte seine Kinder begleiten, so sicher und so weit, wie es geht.

Ein Auto gehört nicht auf den Schulhof

Doch damit hat er alle anderen Kinder der Schule gefährdet. Ein Auto gehört nicht auf einen Schulhof – und auch nicht davor.

Es ist wie mit dem Impfen: Wenn alle anderen ihr Kind impfen, kann meinem ja nichts passiert. Wenn also alle anderen ihre Kinder zur Schule laufen lassen, dann kann ich mit meinem Auto doch eben… NEIN.

So funktioniert das nicht. Denn das Problem der Eltern-Taxis existiert nicht nur vor der betroffenen Schule in Gütersloh, es ist überall das Gleiche. Viele Städte haben nun Hol- und Bringzonen für die Eltern eingerichtet, die ihre Kinder mit Auto bringen wollen. Sie sind blau markiert und befinden sich in fußläufiger Nähe zur Schule. Ob sie angenommen werden? Fraglich!

Kinder können das!

Denn was, wenn es regnet? Was, wenn ein SUV meinem Kind über den Fuß… Sie merken schon: Die Katze beißt sich selbst in den Schwanz. Dabei könnte es so einfach sein: Wenn Kinder ihren Schulweg selber meistern, dann bringt das nicht nur etwas für ihr Selbstbewusstsein. Sie bekommen frische Luft und Bewegung – und vielleicht entstehen beim gemeinsamen Gehen sogar Freundschaften.

Kinder können das. Sie wachsen daran. Wir können ihnen das zutrauen. Und am Ende schützt es sie und die anderen Kinder sogar. Vor zu wenig Bewegung und frischer Luft. Und vor Autos, die ihnen aus Versehen über die Zehen fahren könnten.