Alle Tests der Rückkehrer aus Wuhan fielen negativ aus - sie konnten nach der zweiwöchigen Inkubationszeit die DRK-Klinik in Köpenick wieder verlassen. 
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Berlin - Um 8.30 Uhr ist es am Sonntag endlich soweit. Die Türen des Verwaltungsgebäudes auf dem Gelände des DRK-Klinikums in Köpenick öffnen sich wieder für 20 Menschen, die dort nach ihrer Rückkehr aus dem chinesischen Wuhan zwei Wochen in Quarantäne verbringen mussten. Nach dem Ende der Inkubationszeit, die von Experten angenommen wird, können sie nun wieder ihrer Wege gehen. Was ihnen diese unter anderen Umständen selbstverständliche Möglichkeit bedeutet, ist durchaus zu erkennen.

Am Morgen hatte der zuständige Amtsarzt noch einen vierten und letzten Test auf das Coronavirus vorgenommen. Als alle Tests negativ ausfallen, schlägt sich das umgehend auf die Stimmung nieder. Ausgelassen, überschwänglich geradezu, so beschreibt DRK-Sprecher Dieter Schütz anschließend die Situation. Es gibt Blumen für die Helfer. Die Isolierten hatten den Einsatzleiter des Roten Kreuzes gebeten, Blumensträuße zu besorgen, damit sie ihre Betreuer überraschen konnten.

Virus bei keinem der Rückkehrer nachgewiesen

Mehr als 30 Mitarbeiter und ehrenamtliche Helfer des Deutschen Roten Kreuzes haben diese 20 Menschen, die ihre Quarantänezeit auf Anweisung der Bundesregierung in Köpenick absitzen mussten, 14 Tage lang rund um die Uhr versorgt. Sie haben ihnen Essen gebracht, Fernseher installiert, Tablet-Computer besorgt, Spielsachen für die Kleinkinder. „Die zentrale Unterbringung war nötig, um sie, ihr Umfeld und die Bevölkerung zu schützen“, so formuliert an diesem Tag Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Die 16 Erwachsenen und vier Kinder, zwei davon im Kita-Alter, können nun in ihren Alltag zurück kehren.

Erleichterung über das Ende der Quarantäne hört man aber nicht nur von ihnen. Aus dem Krankenhaus, auf dessen Gelände die Quarantäne organisiert wurde, heißt es, es habe in den vergangenen Tagen irrationale Ängste bei Patienten der Klinik geben. Dieses Areal soll deshalb nicht noch einmal für ähnliche Zwecke genutzt werden. Und auch beim DRK ist man froh über das Ende. „Wir sind sehr erleichtert, dass bei keinem der Rückkehrer ein Coronavirus nachgewiesen werden konnte. Wir sind glücklich, dass die Isolation aufgehoben werden konnte. Die Belastung für alle Beteiligten war enorm“, sagt DRK-Generalsekretär Christian Reuter am Sonntag.

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Unter der Leitung des DRK-Generalsekretariats wurden bereits 124 China-Rückkehrer in Germersheim in Rheinland-Pfalz betreut. Seit Freitag versorgt das DRK außerdem weitere 15 Rückkehrer, Deutsche, die in China leben und ein Deutschland keinen festen Wohnsitz haben, in Kirchheim unter Teck in Baden-Württemberg in einem Hotel.

Offenbar ist der hohe Organisationsaufwand für die Isolierung nicht kranker Menschen ein Grund, weshalb die Bundesregierung bei negativ getesteten Rückkehrern aus der Corona-Ausbruchsregion zu häuslicher Isolation übergeht. Sie müssen sich Anordnungen der Behörden unterwerfen, bevor das Auswärtige Amt ihre Rückkehr organisiert.

Eine überwachte Unterbringung zu Hause gilt zum Beispiel für sechs deutsche Staatsangehörige, die sich auf dem Passagierschiff „Diamond Princess“ in Japan aufgehalten hatten. Sie sind in der Nacht zu Sonnabend auf dem Militärischen Teil des Flughafens Tegel gelandet. Darunter sind zwei Berliner. Für sie hat an diesem Wochenende die zweiwöchige Quarantänezeit begonnen. Die Personen würden „vorsorglich in häuslicher Quarantäne untergebracht“, so das Bundesgesundheitsministerium.

Betroffene wurden angewiesen, in Wohnungen zu bleiben

Die beiden Berliner Rückkehrer sind auf dem Flughafen vom Reinickendorfer Amtsarzt in Empfang genommen worden. Nach einem ersten medizinischen Screening hat er häusliche Isolation angeordnet. Das jeweils zuständige Gesundheitsamt hält nun täglich Kontakt zu den beiden Betroffenen, um den Gesundheitszustand zu beobachten und rasch handeln zu können, falls Symptome auftreten sollten. Die beiden Betroffenen wurden angewiesen, ihre Wohnung nicht zu verlassen und „Kontakte zu anderen Personen meiden, damit das Virus im Zweifelsfall nicht weiterverbreitet werden kann“, sagt eine Sprecherin der Senatsgesundheitsverwaltung.

Das Gesundheitsamt habe „konkrete Hinweise zur Verfügung“ gestellt, „etwa dass Bekannte Einkäufe übernehmen sollen und die Einkäufe vor der Wohnungstür abstellen ohne dass es zu einem Kontakt der Personen kommt“. Alle vier Tage werden die Virustests wiederholt. Wenn nach einer Quarantäne von 14 Tagen die Ergebnisse negativ sind, wird die Isolation beendet.