Aktivisten vom Anti-Kohle-Bündnis „Ende Gelände“ besetzten einen Schaufelradbagger.
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JänschwaldeUmweltaktivisten haben am Freitag einen Bagger im Braunkohle-Tagebau Jänschwalde besetzt. Sie fordern einen sofortigen Kohleausstieg. Eine Gruppe von Ende Gelände drang am frühen Freitagmorgen auf das Gelände in der Lausitz ein. Der Protest führte dazu, dass der Betreiber des Tagebaus nach eigener Darstellung eine Förderbrücke abstellte. Die Polizei war im Einsatz. Auch auf dem Gelände des Braunkohle-Tagebaus Garzweiler in Nordrhein-Westfalen protestierten am Freitag Umweltaktivisten.

Deutschland plant den Kohleausstieg bis spätestens 2038 - was Klimaaktivisten für zu spät halten. Das Gesetz zum Kohleausstieg soll kommende Woche beschlossen werden.

„Aus Sicherheitsgründen könne Abraum nicht weiter gefördert werden“, sagte der Sprecher des Tagebaubetreibers Leag, Thoralf Schirmer. „Die bereits freigelegte und vom Abraum befreite Kohle unter der Förderbrücke könne aber über ein separates Förderband geborgen und abtransportiert werden. Die Versorgung des Kraftwerkes Jänschwalde mit Kohle ist derzeit nicht beeinträchtigt“, sagte Schirmer.

Gegen 5 Uhr habe eine Gruppe einen Bagger besetzt, bestätigte ein Sprecher der Polizeidirektion Süd. Etwa 30 Aktivisten seien auf dem Tagebaugelände, teilte Ende Gelände mit. Rund 14 von ihnen kletterten auf den Kran eines Baggers, sagten Polizei und Leag-Sprecher.

Die Umweltaktivisten seien aufgefordert worden, den etwa 40 Meter hohen Kran auf dem Bagger zu verlassen, sagte der Sprecher des Tagebau-Betreibers, Schirmer. Sie bewegten sich auf einem Terrain, auf dem sie die Gefahren nicht einschätzen könnten, sagte er. Die Höhenrettung sei in Bereitschaft, kündigten er und die Polizei an.

Mit der Aktion will das Anti-Kohle-Bündnis Ende Gelände nach Angaben einer Sprecherin gegen das geplante Kohlegesetz der Bundesregierung protestieren und die sofortige Abschaltung von Kohlekraftwerken fordern. „Sie werden die Kohleinfrastruktur so lange besetzen, wie das möglich ist“, kündigte die Sprecherin von Ende Gelände an.

Auf einem Video, das das Bündnis auf Twitter teilte, ist zu sehen, wie Menschen auf einem Bagger ein großes Spruchband mit der Aufschrift „Wenn Gesetze versagen ist Zeit für Blockaden“ aufhängten.

Nach Angaben des Leag-Sprechers waren Kohlegegner im Februar vergangenen Jahres bereits auf einen zweiten Bagger dieser Förderraumbrücke geklettert.

Im nordrhein-westfälischen Tagebau Garzweiler waren Aktivisten nach Polizeiangaben im Laufe der Nacht in den dortigen Tagebau eingedrungen und auf insgesamt sechs Bagger geklettert. Laut „Einsatz Kohlestopp“ seien rund 80 Menschen - etwa auch vom Bündnis Ende Gelände - an der Aktion beteiligt. Der Betrieb stehe derzeit still. Die Aktion sei Teil einer Woche des Widerstands.