Berlin - An diesem Sonnabend sind sie wieder unterwegs. Genau 31.880 Erstklässler feiern ihre Einschulung. Eines fällt dabei auf: Obwohl in Berlin die Einwohnerzahl wächst, bald 51 neue Schulen gebaut werden müssen und 6.700 Schüler mehr als im Vorjahr gezählt wurden, ist die Zahl der Erstklässler leicht rückläufig. Es sind exakt 46 Erstklässler weniger als im vergangenen Jahr. „Ein auffälliger Wert“, heißt es selbst in der Bildungsverwaltung. Aber erklären kann man sich das Phänomen noch nicht.

Ein Faktor dürfte das Ende der Früheinschulung in Berlin sein. Seit dem neuen Schuljahr wird nicht mehr ein ganzer Jahrgang schulpflichtig. Vielmehr sind es nur noch die Kinder, die bis zum 30. September geboren wurden. Über Jahre hatten viele Lehrer zuvor Alarmsignale ausgesandt, von noch nicht schulreifen Kindern berichtet, die sich kaum konzentrieren und oft noch nicht mal eine Schere halten konnten. Das hat viele Eltern offenbar verunsichert, die ihre Kinder im Zweifel lieber ein Jahr länger zu Hause behalten haben. Die spätere Einschulung macht sich jetzt bemerkbar.

Auch in Hamburg, wo Kinder ohnehin noch später eingeschult werden, stieg die Zahl der zurückgestellten Kinder zuletzt weiter an. Viele kommen dort erst mit sieben Jahren in die Schule. In Berlin ist das aber anders, berichtet der Pankower Schulstadtrat Torsten Kühne (CDU) zumindest für seinen Bezirk. Während im vergangenen Jahr dort tatsächlich jedes vierte schulpflichtige Kind auf Antrag noch nicht in die Schule kam, beträgt die Rücksteller-Quote im bevölkerungsreichsten Bezirk dieses Jahr nur knapp acht Prozent. Am Ende müssen ohnhein alle Kinder in die Schule.

Wir wünschen allen einen guten Schulstart. (mak.)