Das Finalspiel der Champions League, das am 6. Juni im Olympiastadion ausgetragen wird, könnte für den Flughafen Schönefeld zur Bewährungsprobe werden. Sollten zwei ausländische Clubs die Partie bestreiten, dann rechnen die Veranstalter mit bis zu 30.000 Fans, die in rund 100 Charterflugzeugen anreisen. Das erklärte der Leiter der Oberen Luftfahrtbehörde, Wolfgang Fried, am Montag bei der Sitzung der Fluglärmkommission. Da in Tegel kein Platz ist, müssten die Flugzeuge Schönefeld ansteuern.

Während die Maschinen tagsüber landen, werden die Fans unmittelbar nach Spielende wieder abreisen. „Sie buchen den Flug und die Karte im Paket, eine Übernachtung ist nicht vorgesehen“, sagte Fried. Wegen der begrenzten Kapazitäten würden Stunden vergehen, bis alle Fans Berlin verlassen hätten. Um sie auseinanderzuhalten, werden möglicherweise die Messehallen am Rand des Flughafengeländes als Wartebereich genutzt.

Die Luftfahrtbehörde wird für die Flüge eine Sondergenehmigung erteilen. Zwar herrscht in Schönefeld sonst 24-Stunden-Betrieb. Ab dem 2. Mai werden die Flugzeuge aber auf der neuen BER-Südbahn starten und landen, weil dann die derzeit genutzte Nordbahn saniert wird, und dort darf im Normalfall nur bis 0 Uhr geflogen werden. In den Nachbargemeinden sorgt die Entscheidung für Unmut, schließlich fordern viele Anwohner striktere Nachtflugregeln für den BER. Behördenchef Fried versicherte: „Das bleibt eine Ausnahme.“