Der Schutz der Kleingärten in Berlin soll weiter verbessert werden. Die Fraktionen von SPD und CDU haben sich jetzt darauf verständigt, den Kleingartenentwicklungsplan so fortzuschreiben, dass die bestehenden Parzellen „so weit wie möglich dauerhaft und verbindlich“ gesichert werden. Das geht aus einem Antrag für das Abgeordnetenhaus hervor, den die Regierungsfraktionen jetzt formuliert haben. Für Kleingärten, die nicht erhalten bleiben, sollen die Planungen bekanntgemacht und stichhaltig begründet werden, heißt es. Die Kleingärten sollen außerdem stärker für die Allgemeinheit geöffnet werden. So ist daran gedacht, Flächen anzulegen, auf denen Kitas und Schulen „Naturerfahrungen“ sammeln können.

„Endlich setzen wir mit dieser Initiative die Verabredung aus dem Koalitionsvertrag um, den Kleingärtnern zukünftig dauerhafte Planungssicherheit zu geben“, sagte der CDU-Abgeordnete Stefan Evers. Es müsse Schluss sein damit, Schutzfristen in buchstäblich letzter Minute zu verlängern. „Wir brauchen früh Klarheit darüber, ob, aus welchen Gründen und zu welchem Zeitpunkt andere Nutzungen für Kleingartenflächen angestrebt werden“, so Evers. In allen anderen Fällen sollte von Schutzfristen abgesehen werden und eine dauerhafte Sicherung erfolgen.

Teil der Fläche soll bebaut werden

In Berlin gibt es rund 73 400 Kleingärten mit einer Fläche von rund 3 000 Hektar – das entspricht der Größe von ungefähr 4 500 Fußballfeldern. 83 Prozent der Kleingartenflächen sind bislang dauerhaft geschützt, für acht Prozent gilt ein Schutz bis zum Jahr 2020. Erst am 7. Januar hatte der Senat für 11 Kleingartenanlagen, die bis 2014 geschützt waren, den Schutz bis 2020 verlängert. Ein Teil der Kleingartenfläche in Berlin soll bebaut werden. Dazu gehört, wie berichtet, die Kolonie Oeynhausen in Charlottenburg-Wilmersdorf. Dort sollen mehrere hundert Wohnungen errichtet werden.

Rund drei Viertel der Kleingärten in der Stadt sind im Eigentum des Landes Berlin. Der Rest, zu dem auch die Anlagen der Bahn-Landwirtschaft zählen, liegt auf privaten Grundstücken. Mit rund 500 Hektar liegt die größte Kleingartenfläche im Bezirk Pankow. Dort gibt es insgesamt noch 10 508 Parzellen. Mit lediglich 4,1 Hektar hat der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg den geringsten Anteil der Kleingartenfläche in Berlin. Dort gibt es nur 122 Parzellen.