Ereignisse im Überblick: 1. Mai in Berlin: So verlief der Tag

Berlin - 23.15 Das traditionelle Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei wird noch ein bisschen weiter gehen. Am Kottbusser Tor fliegen die Flaschen; die Polizei ist dabei, das glotzende und johlende Erlebnispublikum mit ständigem durch-die-Menge-Laufen zu „durchmischen“. So wird es erfahrungsgemäß noch ein paar Stündchen weitergehen. Aber eine gute Nachricht gibt es: Immer mehr Leute verlassen das Myfest und torkeln nach Hause. Und immer mehr Polizei-Hundertschaften melden sich in den Feierabend ab. Auch wir verabschieden uns mit unserem Live-Ticker für heute, in dem Wissen, dass der nächste 1. Mai ganz bestimmt kommt. Der Frühdienst informiert Sie dann über mögliche weitere Ereignisse aus der Nacht. Schlafen Sie gut!

23:03 Im nördlichen Bereich des MyFest sind derzeit noch 1200 Personen unterwegs.

22.55 Die Polizei schätzt, dass 80 Prozent der Flaschenwerfer in der Adalbertstraße "erlebnisorientiert" sind.

22.46 An der Adalbertstraße, wo das Neue Kreuzberger Zentrum ist, werden Flaschen auf Polizisten geworfen. Viele Menschen sind betrunken. In der Kreuzberger Brachvogelstraße wird ein Müllcontainer angezündet. In der Dresdner Straße brennt ein Auto.

22.41 Beim Myfest in Kreuzberg hat die Polizei zwei Schwerpunkte ausgemacht: Im Bereich des Neuen Kreuzberger Zentrums und an der Adalbert-/Ecke Naunynstraße, wo das Publikum stark betrunken ist und Flaschen auf Polizisten geworfen hat.

22.36 Die BSR sollte morgen rund um das Myfest in Kreuzberg richtig durchfegen. Überall liegen Bierbecher über Bierbecher. Am Oranienplatz spielt noch eine Band.

22:22 Die ersten Polizei-Hundertschaften machen Feierabend. So früh gab es das noch nie bei einem 1. Mai.

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22.18 Das Myfest ist friedlich. Die Polizei kann nach eigenen Angaben dort keine Brennpunkte erkennen.

21:48 Am Kottbusser Tor wird versucht, die Tore des U-Bahnhofes aufzubrechen. In der Adalbertstraße wird eine Person mit Stichverletzung gemeldet. Es soll sich um einen 17 Jahre alten Jugendlichen handeln.

21.44 Hans-Christian Ströbele ist sehr zufrieden mit der Demonstration. Bis auf einige Ausnahmen sei sie sehr friedlich verlaufen. Außerdem sei sie viel politischer als in den vergangenen Jahren gewesen, sagte er der Berliner Zeitung.

21.32 Es gibt mehrere Festnahmen, unter anderem wegen Vermummung und Beamtenbeleidigung. Die Polizei bleibt an verdächtigen Gruppen dran, die sich nach dem Ende der Demo in Richtung Kreuzberg bewegen.

21.28 Die Demonstration wird vom Veranstalter offiziell für beendet erklärt und löst sich auf. Viele Teilnehmer ziehen von dannen. Es steht 0:0 zwischen Demonstranten und Polizei. Ach nein, das war ja das Champions-League-Halbfinale Bayern gegen Barça.

21.18 Der letzte Redebeitrag läuft. In etwa 15 Minuten (pünktlich zu Beginn der zweiten Halbzeit in Barcelona) soll dann Unter den Linden Schluss sein.

21.13 Im Görlitzer Park ist für die Berliner Polizei schon wieder Alltagsroutine angesagt: Sie wird dort zu einer Schlägerei gerufen. Dabei soll es sich angeblich um einen Streit unter Rockern handeln. Ein Mann wurde durch einen Messerstich schwer verletzt. Ansonsten ist es in Kreuzberg ruhig und auf dem Myfest herrscht immer noch ausgelassene Stimmung.

21.08 Der Aufzug erreicht das Ziel Unter den Linden. Die Polizei erkennt im gesamten Aufzug kein Störerpotenzial mehr sondern nur noch vereinzelte Personen. Der Lautsprecherwagen für die Abschlusskundgebung vor der Russischen Botschaft ist auch angekommen.

21:01 Der Veranstaltungsleiter lässt der Polizei einen schönen Gruß bestellen, das die Abschlusskundgebung nur 15 Minuten dauern soll. Will der vielleicht auch zum Fußballgucken?

20.56 Die Demospitze biegt in Französische Straße ein. Mittlerweile zählt die Polizei nur noch rund 8000 Teilnehmer. Viele haben sich abgesetzt und haben sich zum Teil unter Polizeibegleitung auf den Weg nach Kreuzberg gemacht - oder auch heimlich vor den nächsten Fernseher. Immerhin läuft jetzt Bayern gegen Barcelona.

20.50 In der Wilhelmstraße vermummen sich wieder Demonstrationsteilnehmer. Michael Prütz vom Revolutionären 1. Mai-Bündnis teilt mit: „Die revolutionäre 1. Mai Demonstration ist in Berlin Mitte angekommen. Wir werten dies als großen Erfolg. Unser Ziel war und ist es den Protest nach Berlin Mitte zu tragen. Dort werden die Entscheidungen getroffen, die die Lohnabhängigen, Jugendlichen, Erwerbslosen und Rentner in Süd- und Südosteuropa in Armut und Elend stürzen.“

20.48 Die Demo biegt in die Wilhelmstraße ein. Der S-Bahnhof Brandenburger Tor ist inzwischen geschlossen.

20.45 Unter den Linden wird jetzt für den Fahrzeugverkehr gesperrt. Der Zug (jetzt Friedrichstraße) läuft weiter Richtung Potsdamer Platz. Die Polizei hat die Teilnehmerzahl auf 9500 bis 10.000 korrigiert. Vom ersten Lautsprecherwagen wird immer noch gehetzt und Stimmung gegen die Polizei gemacht. Die Parolen stoßen aber auf wenig Resonanz.

20.36 Nach langer Zeit hat es eine Revolutionäre 1. Mai-Demonstrationen von Linksautonomen mal wieder in den Bezirk Mitte geschafft und wurde nicht vorzeitig beendet. Jetzt hat die Demospitze die Markgrafenstraße erreicht.

20:34 Aufgrund der massiven Polizeipräsenz ist die Stimmung deutlich ruhiger geworden. Die Spitze des Aufzugs ist jetzt an der Jerusalemer Straße.

20:30 Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) zeigt sich mit dem bisherigen Verlauf des 1. Mai zufrieden. Die Polizei habe die Lage im Griff, sagte Henkel. Wenn sich die Lage ändere, werde konsequent gehandelt, kündigte er an. Im wesentlichen ohne Probleme sei insbesondere der Vormittag verlaufen. „Bis auf ein paar kleine Zwischenfälle verlief die Kundgebung der NPD und die Gegendemonstration so, dass wir aus polizeilicher Sicht damit zufrieden sind.“

20.29 Weil der Aufzug wider Erwarten offenbar doch den Bezirk Mitte erreicht, soll jetzt der S-Bahnhof Brandenburger Tor geschlossen werden.

20.25 Die Demo führt auch in der Nähe des Axel-Springer-Hauses vorbei. Das Areal wird besonders gesichert.

20.21 In der Oranienstraße gibt es wegen der Steinwürfe sechs Festnahmen. An der Shell-Tankstelle in der Oranienstraße wird der Schaden deutlich: Es gibt mehrere beschädigte Polizeifahrzeuge. Die Polizei korrigiert die Zahl der gezählten Teilnehmer erneut nach oben: auf 9000.

20.18 Die Polizei schätzt die Zahl der „möglichen“ Störer in dem Aufzug mittlerweile auf 1000 Personen und die Gruppe der „wahrscheinlichen“ Störer auf 500 Personen. An der Ecke Oranienstraße/Lindenstraße stehen Räumfahrzeuge und Wasserwerfer. Die Spitze des Aufzugs erreicht jetzt die Axel-Springer-Straße. Die  Lage hat sich etwas beruhigt, auch wegen der engen Eskortierung durch die Polizei.

20.11 Die Polizei eskortiert den Aufzug an beiden Seiten. Vom Lautsprecherwagen werden die Demonstranten aufgefordert, sich dagegen zu wehren.

20.07 An der Heinrich-Heine-Straße wird ein geparkter Citroen auf die Seite gekippt. Auf die Shell-Tankstelle in der Lobeckstraße werden aus der Demo heraus Steine geworfen.

20.02Am Moritzplatz werden Polizisten erneut massiv mit Steinen beworfen.

19:56 Vermummte werfen Steine auf Polizisten und schlagen in der Heinrich-Heine-Straße die Scheiben von Autos ein. An der Annen-/Ecke Heinrich-Heinestraße wird eine Sparkassenfiliale mit Steinen massiv angegriffen.

19.49 Die Polizei korrigiert die Teilnehmerzahl der Demo hoch auf 7500. Michael Prütz vom „revolutionären 1. Mai- Bündnis“ nennt dagegen eine Teilnehmerzahl von rund 20.000 Demonstranten. Die Beamten haben zwei "relevante Blöcke" an Demonstranten ausgemacht: Einer befindet sich an der Spitze (biegt gerade in die Heinrich-Heine-Straße ein), ein zweiter hinter dem zweiten Laufsprecherwagen. Im Block der Antifa-Gruppe werden augenscheinlich Steine aufgenommen.

19.40 Die Spitze des Aufzugs passiert jetzt die Michaelkirchstraße, der Schluss der Demo ist an der Manteuffelstraße. Der Schwarze Block hat sich inzwischen komplett vermummt. Nach ersten Schätzungen hat der Aufzug eine Teilnehmerzahl von etwa 6000, sagt ein Polizeisprecher.

19.32 Auf einem Dach in der Köpenicker Straße stehen Vermummte und werfen Gegenstände herunter.

19.19 Die Spitze der Demo ist jetzt auf Höhe der Manteuffelstraße, der Schluss hat eben erst den Lausitzer Platz verlassen, so lang ist der Zug. Hinter dem Lautsprecherwagen hat sich ein schwarzer Block formiert. Es werden Böller gezündet.

19.15 Großer Jubel, als in der Eisenbahnstraße 16 auf dem Dach ein Transparent mit "Fight Capitalism" entrollt wird. Der Plakatkünstler zündet vor Freude ein paar Bengalos an.

19:05 Der Zug ist losgelaufen, zunächst geht es durch die Eisenbahnstraße Richtung Köpi. "Hoch die internationale Solidarität" wird gesungen. In der Brückenstraße - dieses Mal die in Mitte - wartet der Wasserwerfer auf seinen Einsatz. 

18:58 Bislang sprachen Einsatzkräfte von einer ausgelassenen Stimmung. „Das hat hier Volksfestcharakter“, sagte ein Beamter. Plakate werden hochgehalten: „Nein zu Spardiktat und Nationalismus“ oder „Gegen Kapitalismus und Krise für die Revolution“ steht darauf. Auch eine griechische Delegation linker Gewerkschafter beteiligt sich an dem Protest.

18:52 "Niemand hat die Absicht, Kreuzberg zu verlassen", grölen einige Demonstranten. Ein Teilnehmer, der anonym bleiben will, berichtet, dass es Überlegungen gebe, den Aufzug in zwei Züge aufzusplitten. Noch immer sind 2500 Personen auf dem Weg zum Lausitzer Platz. Die Demonstration soll gefilmt werden, aus einem Hubschrauber sowie von einem Hochhaus. Die Aufnahmen sollen laut Polizei nicht gespeichert werden.

18:42 Die Polizei entdeckt in der Köpenicker Straße gelockertes Kleinsteipflaster und Glascontainer. Die Container werden durch Beamte entfernt. Das Autonomen-Zentrum „Köpi“ in der Köpenicker Straße ist von den Bewohnern komplett dichtgemacht worden.

18:25 Flaggen von DKP, GEW und Occupy wehen im Wind. Als "Kein Mensch ist illegal" durch die Lautsprecher tönt, klatscht die Menge Applaus. Der ursprünglich für 18 Uhr vorgesehene Start des Aufzuges Richtung Mitte verzögert sich auf 19.30 Uhr. Die Polizei rechnet mit einem weiteren Zustrom vom Mariannenplatz: Bis zu 10.000 Teilnehmer werden erwartet. Momentan sind etwa 6000 am Lausitzer Platz.

18:15 In der Skalitzer Straße 95 findet die Polizei gelockertes Kleinsteinpflaster. Am Lausitzer Platz beginnt die Auftaktkundgebungder revolutionären 1.Mai Demo. Etwa 3500 Teilnehmer stehen jetzt am Startpunkt und lauschen den Redebeiträgen. Die Zugänge zum Myfest sind inzwischen wieder geöffnet, da offenbar mehr Besucher das Fest verlassen, als neue hinzukommen.

18:06 Über andere Zugänge kommt man offenbar nachwievor auf das Myfest, nur am Kotti geht gar nichts mehr. "Wir würden gerne ganz schließen, aber es wäre zu gefährlich, jetzt die Polizei reinzuschicken", sagt ein Sprecher der Veranstalter. Problematisch sei vor allem die zunehmende Anzahl alkoholisierter Festbesucher.

17:57 Der Lausitzer Platz füllt sich. Hier startet in wenigen Minuten die Revolutionäre 1.Mai-Demo, wo sich bereits über 2000 Teilnehmer versammelt haben.