Kaum zu glauben, aber wahr: In Berlin gibt es tatsächlich Großprojekte, die relativ gut funktionieren. Beim Weiterbau der U-Bahn-Linie U5 in Mitte wurde nach Informationen der Berliner Zeitung eine weitere Etappe geschafft. Auch die zweite Tunnelröhre ist nun im Rohbau fertig.

Wie erst jetzt bekannt wurde, hat die Tunnelbohrmaschine Bärlinde in der vergangenen Woche ihr Ziel im Erdreich unter der Straße Unter den Linden erreicht. Dem Vernehmen war es am Dienstag in den frühen Morgenstunden soweit – es war noch dunkel, als es geschah.

Die 74 Meter lange und 700?Tonnen schwere Vortriebsmaschine war im April unweit vom Roten Rathaus aufgebrochen, um auch die 1620 Meter lange zweite Röhre für die U5 zu bauen. Mit Hilfe eines rotierenden Schneidrads wühlte sich der Tunnelbohrer, der von einem Team des schweizerischen Baukonzerns Implenia gesteuert wird, durch den Untergrund.

U5 soll bis 2020 fertig sein

Kurz bevor er sein Ziel vor der Russischen Botschaft erreichte, war besondere Vorsicht angesagt. Nachdem dort 2014 die erste Röhre fertig geworden war, drangen plötzlich Schlamm und Wasser in die unterirdische Baustelle ein. Wie berichtet hat sich inzwischen herauskristallisiert, wie es zu der Havarie gekommen sein könnte: Eine unterirdische Wand, die von einer anderen Firma stammte, entsprach nicht den Anforderungen. Um jedes Risiko auszuschalten, wurde ein Sicherheitskonzept vereinbart, das die Vereisung des Bodens vorsieht.

Dafür wird dem Vernehmen nach ein einstelliger Millionenbetrag fällig, der in der bisherigen Kostenschätzung von 525 Millionen Euro noch nicht enthalten ist. Die 2,2-Kilometer-Strecke soll 2020 fertig werden. Dann fährt die U5 zwischen Hönow und Hauptbahnhof.