Kommt das von Trompeter Till Brönner mit ins Spiel gebrachte „House of Jazz“, oder gibt es noch viele andere Pläne für die Alte Münze? In Berlin wird weiter um die Zukunft des historischen Gebäudes an der Spree gerungen.

Kultursenator Klaus Lederer schlägt vor, die zeitgenössische Musikszene dort anzusiedeln. „Ich finde, die Alte Münze sollte einen Musikschwerpunkt haben“, sagte der Linken-Politiker am Mittwoch bei einer Podiumsdiskussion der Freien Szene. Zugleich betonte er, das Konzept sei noch offen. „Es steht noch nichts fest.“

Jazz-Szene möchte "Institution mit Leuchtturmcharakter"

Die Initiatoren der Idee um Brönner und Vertreter der deutschen Jazz-Szene sind dafür, eine „Institution mit Leuchtturmcharakter“ für den Jazz zu schaffen. Der Haushaltsausschuss des Bundes, dem ein Teil der Alten Münze gehört, hatte dafür vergangenes Jahr 12,5 Millionen Euro bewilligt.

Die überraschende Entscheidung stieß in der Landespolitik auf Skepsis. Lederer sprach von einer „komischen Intervention“ des Haushaltsausschusses, die den Anschein geweckt habe, als würden morgen die Bagger anrollen.

Die Alte Münze, 200 Meter vom Roten Rathaus entfernt, war 70 Jahre lang die Prägeanstalt für Reichsmark, DDR-Mark, D-Mark und Euro. Die Industrieanlage wird derzeit auch als Eventlocation vermietet. Die Kosten für eine Sanierung werden auf mindestens 30 Millionen Euro beziffert.

Skepsis gegenüber dem Jazz-Plan

Robbin Juhnke, kulturpolitischer Sprecher der Berliner CDU-Fraktion, sieht den Jazz-Plan skeptisch. „„House of Jazz“ ist eine „tolle Sache“, aber ich glaube, es wäre dort an der Stelle nicht unbedingt das, was wir uns vorstellen.“ Er plädierte dafür, die gesamte Fläche der Alten Münze zu nutzen. Das würde das „House of Jazz“ nicht.

Daniel Wesener, der kulturpolitische Sprecher der Grünen, plädierte nach dem „kommunikativen Desaster“ für Gespräche mit dem Bund. Er warnte zudem vor den hohen laufenden Kosten für die Alte Münze. Christophe Knoch, Sprecher der Koalition der Freien Szene, schlug vor, in einer Ideenwerkstatt Pläne zu sammeln.

Der Tenor der Diskussion: Viele sind erleichtert, dass das Gebäude nicht an einen privaten Investor gegangen ist. Aus der Alten Münze soll ein Ort für Kultur werden. Die Finanzierung und die konkreten Pläne sind aber noch offen. (dpa)