Berlin - Der Tod des Marzahners Max R. wird immer mysteriöser. Die Leiche des 13-Jährigen war am 2. August in einem verfallenen Bürokomplex bei Ahrensfelde entdeckt worden. Seitdem versuchen Spezialisten herauszufinden, ob der Junge durch Drogen starb. Eine erste toxikologische Untersuchung brachte keinen Erfolg. Laut Staatsanwaltschaft ist nicht auszuschließen, dass er an Substanzen starb, die sich kurz nach seinem Tod aufgelöst haben.

Todesursache weiterhin nicht geklärt

Es ist diese schreckliche Ungewissheit. Die Mordermittler können den rätselhaften Fall nicht abschließen. Die Angehörigen des toten Jungen kommen nicht zur Ruhe. Sie konnten bisher keinen Abschied nehmen.

Sein Leichnam ist noch nicht freigegeben, weil die Todesursache weiterhin nicht geklärt ist. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) kann das noch mindestens vier Wochen dauern.

„Wir mussten ein spezielles medizinisches Institut beauftragen, das nun gezielt nach weiteren Stoffen sucht, die zum Tod geführt haben könnten“, sagt Ulrich Scherding, Sprecher der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder). Bei einer ersten gerichtsmedizinischen Untersuchung konnten keine klassischen Substanzen wie K.o.-Tropfen oder Drogen gefunden werden, so Scherding. Deshalb wurden Spezialisten dazugezogen, die über die technischen Möglichkeiten verfügen, den Körper großflächig zu untersuchen. Dabei könnten auch seltene Stoffe festgestellt werden, so die Hoffnung der Ermittler.

Laut Scherding kann nicht ausgeschlossen werden, dass Max R. mit einem speziellen Gift getötet wurde, das sich nach wenigen Stunden auflöste – und so für die Polizei nicht mehr nachweisbar ist.

Ermittler waren von Anfang an misstrauisch

Obwohl die Staatsanwaltschaft bisher keine Hinweise auf ein Fremdverschulden habe, sei es dennoch möglich, dass der Junge getötet wurde. „Es ist ein nicht aufgeklärter Mordfall, der uns weiterhin beschäftigt“, so Scherding.

Die Ermittler waren von Anfang an misstrauisch in dem Fall. Der 16-jährige Freund von Max R., mit dem er sich am Abend vor seinem Verschwinden treffen wollte, verstrickte sich immer neue Widersprüche.

Er wohnt zwei Tram-Stationen entfernt von Max’ elterlicher Wohnung in der Borkheider Straße. Einen Tag vor dem Leichenfund will Tom nach eigenen Angaben in den „Gärten der Welt“ aufgewacht sein. An der Hose und an den Schuhen hatte er Blut. Und erinnert sich angeblich an nichts.